Inschriftenkatalog: Landkreis Northeim

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 96: Lkr. Northeim (2016)

Nr. 287 Hettensen, Kirche 1639

Beschreibung

Glocke. Bronze. Unterhalb der Schulter die erhaben gegossene, dreizeilige Inschrift zwischen Stegen. Unterhalb ein Fries mit hängenden Kreuzblumen an sich überschneidenden Bögen. Die Worttrenner sind rautenförmig; am Zeilenende stehen Sterne. Einige Buchstaben sind beim Guss verrutscht oder verdrückt bzw. ausgefüllt. Die 1595 belegte, laut R. Glahe 1639 neu errichtete Kirche des Ortes wurde 1790 abgerissen und drei Jahre später durch einen Neubau an anderer Stelle ersetzt, in den die Glocke übernommen wurde.1)

Maße: H.: 63 cm; Dm.: 77 cm; Bu.: 1,6 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 96, Nr. 287 - Hettensen, Kirche - 1639

 Akademie der Wissenschaften zu Göttingen (Jörg Lampe) [1/5]

  1. H(ERR) · CHRISTOFFEL BRAVNEN PASTOR [H]ANSa) KLVMP · SCHVLT2) · HANS · KLINGEN ALTARISTE · · / HANS TILEBOLLEN GREWE ADAM BINNEWEIS HENRICH KLINGEN ZV HEDDENSEN · · / DAVID FOBBEN ZV GOTTINGEN HAT MICH GEGOSSEN AN(N)O 1639 · · ·

Kommentar

Die mit breitem Strich ausgeführte, serifenlose Kapitalis zeichnet sich durch große Bögen bei C und G aus. Die spitz zulaufende Cauda des R ist leicht geschwungen. Der Mittelbalken des E ist leicht verkürzt.

Christoph Brauns aus Münden, von 1618 bis 1623 Pastor in Bursfelde, war von 1623 bis 1666 als Pastor in Ellierode auch für Hettensen zuständig.3) Er wird auch genannt auf der 1645 für Ellierode gegossenen Glocke Nr. 304. Zu David Fobben, der zwischen 1619 und 1651 als Glockengießer in Göttingen nachzuweisen ist, vgl. Nr. 250. Die Buchstabenformen und der Fries haben Parallelen auf der von David Fobben ebenfalls im Jahr 1639 für Angerstein hergestellten Glocke (Nr. 288) sowie auf den von ihm 1633 und 1636 für vier Ortschaften im Landkreis Göttingen gegossenen Exemplaren.4)

Textkritischer Apparat

  1. [H]ANS] H beim Guss zerstört.

Anmerkungen

  1. Vgl. Mithoff, Kdm. Göttingen und Grubenhagen, S. 105. Rainer Glahe, 1050 Jahre Hettensen. Materialien zur Geschichte des Ortes, Hettensen 2002, S. 4 u. 6 (Bau 1639).
  2. D. h. Schultheiß.
  3. Meyer, Pastoren, Bd. 1, S. 156 u. 251. Vgl. Matrikel Helmstedt, S. 209, Nr. 101 (6. April 1616; mit Anm.).
  4. Vgl. DI 66 (Lkr. Göttingen), Nr. 352 (Elliehausen), Nr. 354 (Groß Lengden), Nr. 361 (Dramfeld) u. Nr. 362 (Elkershausen) mit den Abbildungen 280, 281, 285 u. 288.

Nachweise

  1. Huß, Hettensen, S. 72.

Zitierhinweis:
DI 96, Lkr. Northeim, Nr. 287 (Jörg H. Lampe, Christine Wulf), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di096g017k0028702.