Inschriftenkatalog: Landkreis Northeim

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 96: Lkr. Northeim (2016)

Nr. 148 Moringen, Bauhof 1576 od. 1611

Beschreibung

Epitaph für Cord von Asche. Stein. Ursprünglich im südlichen Querschiff der früheren Kirche St. Martin im Oberdorf.1) Das Epitaph wurde vor dem Verkauf der Kirche 1982 in das Turmuntergeschoss der Liebfrauenkirche versetzt, wo es im Jahr 2007 von Mitarbeitern der Göttinger Inschriftenarbeitsstelle aufgenommen wurde. Das Epitaph wurde für den Einbau eines Gemeindezentrums im Jahr 2012/13 entfernt und auf dem Bauhof eingelagert. Der hochrechteckige Stein mit erhöhtem Rahmen enthält im oberen Drittel ein erhabenes Vollwappen im vertieften Feld, darunter die erhabene, zentriert angeordnete Inschrift in vertieften Zeilen. Die Zeilen sind eingezogen und am Anfang und Ende mit Aus- oder Einbuchtungen versehen. Abplatzungen an der Oberfläche unten links führen zu Textverlusten in den letzten beiden Zeilen.

Maße: H.: 165 cm; B.: 86 cm; Bu.: 4,3 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 96, Nr. 148 - Moringen, Bauhof - 1576 od. 1611

 Akademie der Wissenschaften zu Göttingen (Julia Zech) [1/1]

  1. JM JAHR · NACH / CHRISTI · GEBUHRT / 1576 · IST · DER / EDELE · UND · EHRBARE / · CORDT · VON · / ASCHA · DER LETZTE / DIESES ADELICHEN / GESLECHTS / · IN · GOTT · VER/·SCHIEDEN · / · · DESEN / SEEL[E] RUHE IN / [FRIEDE]N

Wappen:
Asche2)

Kommentar

Auf den Stegen zwischen den Zeilen sind kleine Dreiecke als I-Punkte bei I, J und 1 angebracht, über dem U ein Dreieck. Die gebogene Cauda des G ist nach rechts ausgestellt, das Z ist mit Querbalken gestaltet. Der Verbindungsbogen des spiegelverkehrten runden U setzt am linken Schaft über dem unteren Ende an; am linken Bogenabschnitt des O eine stachelförmige Bogeninnenschwellung. Der Schaft der 1 ist unten gespalten und beidseitig eingerollt; die 5 mit kurzem Schaft und kleinem Bogen, 7 mit nach links durchgebogenem Schaft, der Bogen der 6 reicht oben über die Zeile hinaus und ist eingerollt, der fast geschlossene untere Bogenabschnitt ist klein. Die Schrifteigentümlichkeiten machen es wahrscheinlich, dass das Epitaph, ebenso wie zwei Gedächtnistafeln (Nr. 230 und 231), erst 1611 angefertigt wurde.

Die Familie von Asche, die sich nach dem Dorf südlich von Hardegsen nannte, besaß im Oberdorf einen Adelshof, der zuvor der Familie Rebock gehört hatte.3) Von drei laut Domeier seit 1536 erwähnten Brüdern starb Jakob von Asche am 12. Dezember 1563, Johann (Jan) und Cord von Asche folgten ihm 1576.4) Die Familie starb mit den beiden zuletzt Genannten aus, woran früher auch noch eine Grabplatte (Nr. 149) sowie zwei Gedächtnistafeln (Nr. 230 und 231) erinnerten.

Anmerkungen

  1. Vgl. Grote, Denkmalpflege, S. 2. Mithoff, Kdm. Göttingen und Grubenhagen, S. 131. 1970 an der Westwand des nördlichen Querschiffes; Zeichnung der Lage in einer Moringer Schuljahresarbeit von 1970, S. 6 (vorhanden im Moringer-Magistrats-Archiv).
  2. Wappen Asche (halber Flug über drei Blumen). Vgl. DI 83 (Lkr. Holzminden), Nr. 219. Etwas abweichend: Domeier, Moringen2, S. 158 (senkrecht gestellter Flügel auf einem Hügel).
  3. Domeier, Moringen1, S. 143; Ders., Moringen2, S. 154f. Ohlmer, Moringen, S. 75–77. Zum Aussterben der Familie Rebock vgl. Nr. 128.
  4. Letzner, Klösterchronik (Cod. Ms. Hist. 248), S. 877. Vgl. Domeier, Moringen2, S. 156f. Domeier unterscheidet Johann und Hans, die sicher identisch sind.

Nachweise

  1. Mithoff, Kdm. Göttingen und Grubenhagen, S. 131.
  2. HStAH Hann. 74 Northeim, Nr. 607.
  3. Grote, Denkmalpflege, S. 2 (nach Hann. 74 Northeim, Nr. 607).

Zitierhinweis:
DI 96, Lkr. Northeim, Nr. 148 (Jörg H. Lampe, Christine Wulf), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di096g017k0014806.