Inschriftenkatalog: Landkreis Northeim

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 96: Lkr. Northeim (2016)

Nr. 146(†) Northeim, Bauhof, Museum u. Mühlenstraße 16 1575?

Beschreibung

Wappentafel. Das Original befand sich ursprünglich am Mühlentor und wurde nach dessen Abbruch zwischen 1773 und 1777 an das damals neu erbaute Eckhaus an der Mühlenstraße (heute Nr. 16) versetzt.1) Das mit Ausnahme weniger Buchstaben bis zur Unleserlichkeit verwitterte Original wurde im Jahr 2002 durch eine Kopie ersetzt und befand sich zur Zeit der Aufnahme (Februar 2014) auf dem Bauhof der Stadt. Eine frühere Kopie in rot gefärbtem Gips ist seit 1903 im Museum der Stadt Northeim.2) Im Zentrum ein Wappenschild mit der Northeimer Stadtmarke (S1). Halbkreisförmig um den Schild umlaufend, erhaben in vertiefter Fläche Inschrift A, beginnend unten links. Am äußeren Rand Inschrift B, erhaben in vertiefter Zeile; die Inschrift beginnt an der linken Längsseite, wird in zwei Zeilen fortgesetzt an der oberen Schmalseite und endet an der rechten Längsseite. Als Worttrenner dienen Quadrangel.

Das Fachwerkhaus Mühlenstr. 16 mit der 2002 vermutlich nach dem Gipsabguss im Museum angefertigten Kopie3) ist am 2. Oktober 2009 abgebrannt und wurde im Jahr 2015 durch einen äußerlich dem Vorgänger entsprechenden Neubau ersetzt.4) Die Platte ist in den original erhaltenen, steinernen Sockel an der Nordseite neben der Ecke zur Mühlenstraße eingelassen.

Inschriften nach Kopie im Museum.

Maße: H.: 99 cm; B.: 93 cm; Bu.: 5,5 cm.

Schriftart(en): Kapitalis (A), Minuskeln mit Kapitalis-Versalien (B).

DI 96, Nr. 146 (†) - Northeim, Bauhof, Museum u. Mühlenstraße 16 - 1575?

 Akademie der Wissenschaften zu Göttingen (Jörg Lampe) [1/1]

  1. A (†)

    WERa) · GOTT · VERTRAWET · DE · HAT WOL · GEBAWET5)

  2. B †

    Wo · de · Here · de · Stadt · / Nicht vorwaret So / waken de · wechter · / vmme svnst · Ps 1276)

Übersetzung:

Wenn der Herr die Stadt nicht beschützt, so wachen die Wächter vergeblich. (B)

Versmaß: Deutscher Reimvers (A).

Wappen:
Northeim7)

Textkritischer Apparat

  1. WER] ER und die rechte Hälfte des W am Original zu erkennen.

Anmerkungen

  1. Vennigerholz, Beschreibung, Bd. 2, S. 18.
  2. Behrens, Heimatmuseum, S. 28.
  3. Unten rechts auf der Kopie die vertiefte Meistermarke TF (das F größer und durch einen Balken mit dem T verbunden). Das F dürfte für den Bildhauer Bernd Frerix stehen, der die Platte Nr. 145 am gegenüberliegenden Haus kopierte. Darunter die – irreführende! – Angabe O(RI)G(INAL) 1491 / KOPIE 2002. Der Irrtum beruht auf der 2005 ebenfalls von TF kopierten Platte von 1491 am Haus Mühlenstraße 19; vgl. Nr. 72.
  4. www.feuerwehr-northeim.de/index.php?go=einsaetze (2009); eingesehen am 2.10.2013.
  5. Vgl. Wander, Sprichwörterlexikon, Bd. 2, Sp. 90, Nr. 2200.
  6. Nach Ps. 127,1.
  7. Wappen Northeim (Stadtmarke S1).

Nachweise

  1. Vennigerholz, Beschreibung, Bd. 2, S. 18.
  2. Fahlbusch, Northeim, S. 75.
  3. Hueg, Stadtbefestigung, S. 28.

Zitierhinweis:
DI 96, Lkr. Northeim, Nr. 146(†) (Jörg H. Lampe, Christine Wulf), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di096g017k0014600.