Inschriftenkatalog: Landkreis Northeim

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 96: Lkr. Northeim (2016)

Nr. 125 Düderode, St. Petri 1561?

Beschreibung

Grabplatte für Catharina von Oldershausen. Stein. Aufgestellt im Turmuntergeschoss links vom Eingang an der Nordwand. Die sich nach unten verjüngende, stark verwitterte Platte ist unterhalb der Mitte quer durchgebrochen. Im mit einem Rahmen in Tauband-Optik abgegrenzten Mittelfeld ist die Verstorbene in einem langen, faltenreichen Gewand dargestellt, die Hände vor der Brust zum Gebet zusammengelegt. Rechts und links von dem völlig zerstörten Kopf die Reste von zwei Wappen. Die Inschrift erhaben in vertiefter Zeile umlaufend mit Textverlusten vor allem an der oberen Schmalseite, in der rechten oberen Ecke und an der Bruchstelle.

Maße: H.: 192,5 cm; B.: 81,5–87 cm; Bu.: 11 cm.

Schriftart(en): Gotische Minuskel mit Versalien.

DI 96, Nr. 125 - Düderode, St. Petri - 1561?

 Akademie der Wissenschaften zu Göttingen (Lara-Sophie Räuschel) [1/3]

  1. Anno [d(omi)ni 15..a)] / den [1]5 tag · augvst[i] ist die Ed[le] vnd / viel dugent/same Fraw [C]atharina · V(on) · O(ldershausen) Entsla(pen)

Wappen:
Oldershausen1)?2)

Kommentar

Die Buchstaben folgen im Grundsatz den Formen der gotischen Minuskel mit Brechungen. Die senkrechten Teile der linken Bogenabschnitte des einstöckigen a und des d sind durchgebogen, der rechte Bogen des d ist zweimal ohne Brechung (die, dugent ) ausgeführt, die Unterlängen des g sind in das Mittelband gestellt. Die Schrift ähnelt der auf der Doppelgrabplatte Nr. 124, ist aber etwas regelkonformer ausgeführt.

Die Identifikation der Verstorbenen ist unsicher, da das mütterliche (heraldisch linke) Wappen zerstört ist. Leuckfeld kennt eine Catharina von Oldershausen, Tochter von Ludolph, die 1555 zur Domina des Klosters Wiebrechtshausen gewählt wurde und 1561 starb.3) Das Formular lässt allerdings keinerlei Hinweis auf eine geistliche Funktion der Verstorbenen erkennen; die Kleidung schließt diese nicht aus, ist aber wenig spezifisch. Die Grabplatte hätte dann eine andere Herkunft als die in Form und Schrift verwandte Platte Nr. 124. Möglich ist allerdings auch, dass die beiden auf Nr. 124 genannten Kinder, anders als Leuckfeld angibt, aber wie mindestens neun Mitglieder der Familie von Oldershausen, ebenfalls in Wiebrechtshausen bestattet wurden.4)

Textkritischer Apparat

  1. 15..] 1561 Düderode. Von der Jahreszahl sind die unteren Reste eines Bogens und eines Linksschrägschaftes zu erkennen, die hier als Reste einer gebogenen 1 und des als Schrägschaft gestalteten unteren Endes des Bogens einer 5 interpretiert werden. Vgl. die Form der Jahreszahl von Inschrift A bei Nr. 124.

Anmerkungen

  1. Wappen Oldershausen (quadriert, 1. u. 4. neun Rosen 3:3:3). Vgl. Siebmacher/Hefner, Wappenbuch, Bd. 2, Abt. 9, S. 14 u. Tafel 15. Die neun Rosen sind nur noch in 4. schwach zu erkennen.
  2. Wappen ? (zerstört).
  3. Leuckfeld, Antiquitates Blanckenburgens(es), Genealogia derer von Oldershausen, Tab. D. Danach vermutlich die Identifikation bei Düderode, S. 161. Das von Müller (Kirchen und Kapellen, S. 23) angegebene Todesjahr 1646 beruht auf einer Verwechslung mit der Grabplatte Nr. 309.
  4. Vgl. Leuckfeld, Antiquitates Blanckenburgens(es): Genealogia derer von Oldershausen, Tab. D u. E. Niedersächsisches Klosterbuch, Bd. 3, S. 1517 (T. Moritz).

Nachweise

  1. Düderode, S. 161.

Zitierhinweis:
DI 96, Lkr. Northeim, Nr. 125 (Jörg H. Lampe, Christine Wulf), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di096g017k0012508.