Inschriftenkatalog: Landkreis Northeim

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 96: Lkr. Northeim (2016)

Nr. 114 Vernawahlshausen (Lkr. Kassel), Kirchstr. 5 1538

Beschreibung

Grenzstein. Eingemauert in den Sockel des Vorbaus zur Kirchstraße. Ehemals am südlich von Uslar gelegenen Allenberg. Der Stein gehörte zu einer Reihe von 14 Steinen, mit denen am Allenberg die Grenze zwischen der Landgrafschaft Hessen und dem Herzogtum Braunschweig-Lüneburg markiert wurde.1) Von dem auf die Schmalseite gelegten Stein ist nur eine Frontseite zu sehen, die links (ursprünglich oben) die verwitterten Reste des Wappens von Braunschweig-Lüneburg und darunter die vertiefte Inschrift zeigt (die Maße beschreiben den aufgerichteten Stein). Ein zweiter Stein wurde 2005 gefunden und ist heute im Hof des Heimatmuseums in Uslar aufgestellt; vgl. Nr. 113. In Analogie zu diesem dürfte die eingemauerte Gegenseite den Namen und das Wappen des Landgrafen Philipp von Hessen tragen.

Maße: H.: 81,5 cm; B.: 37–38 cm; Bu.: 3,5 cm, 7,5 cm (Zahlen).

Schriftart(en): Minuskeln.

DI 96, Nr. 114 - Vernawahlshausen (Lkr. Kassel), Kirchstr. 5 - 1538

 Akademie der Wissenschaften zu Göttingen (Julia Zech) [1/1]

  1. b[r]wnschweigk / 1538

Wappen:
Braunschweig-Lüneburg2)

Kommentar

Die Minuskeln zeigen nur beim n, dem rechts geschlossenen zweiten w und im oberen Bogenabschnitt des c den Ansatz einer Brechung. Der Bogen des h ist in den Unterlängenbereich ausgezogen, die Unterlänge des g ist leicht gebogen. Die 1 ist gebogen, 5 besteht aus einem gebogenen Schaft mit nach links über das Schaftende hinaus verlängertem Balken, der rechts gegabelt ist; die 3 ist oben spitz. Die charakteristischen Merkmale entsprechen denen auf dem Stein Nr. 113.

Zum Hintergrund der Steinsetzung vgl. den Kommentar zu Nr. 113.

Anmerkungen

  1. Feilke, Hammel I, S. 17–20.
  2. Wappen Braunschweig-Lüneburg (quadriert); schemenhaft zu erkennen sind: 1. Braunschweig (zwei Löwen); 2. wahrscheinlich steigender Löwe: Lüneburg; 3. u. 4. nicht mehr zu differenzierende Löwen für: 3. Everstein; 4. Homburg. Vgl. Siebmacher/Hefner, Wappenbuch, Bd. 1, Abt. 1, Teil 1, S. 27f. u. Tafel 49.

Nachweise

  1. Feilke, Hammel I, S. 18 (mit Abb.).

Zitierhinweis:
DI 96, Lkr. Northeim, Nr. 114 (Jörg H. Lampe, Christine Wulf), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di096g017k0011403.