Inschriftenkatalog: Landkreis Northeim

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 96: Lkr. Northeim (2016)

Nr. 94 Northeim, St. Sixti 1517

Beschreibung

Türgewände der nordwestlichen Eingangstür, sogenannte „Brauttür“. Stein. Inschrift A am Sockel des linken Gewändes, links oberhalb davon Inschrift B; direkt über der Jahreszahl A Reste von Buchstaben, die Mithoff und Hueg als Namenszug gelesen haben (Inschrift C); ihre Lesung lässt sich an dem Befund nicht mehr verifizieren. In der Nähe der Inschriften findet sich ein Steinmetzzeichen (M6), das sich auf dem Gewände wiederholt. Inschrift D auf dem Sockel des rechten Gewändes. Die vertieften Inschriften waren bei der Aufnahme im Oktober 2013 stark verwittert.

Inschrift C nach Mithoff.

Maße: Bu.: 5 cm (A), 2,5 cm (B), 4 cm (D).

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 96, Nr. 94 - Northeim, St. Sixti - 1517

 Akademie der Wissenschaften zu Göttingen (Lara-Sophie Räuschel) [1/3]

  1. A

    1517

  2. B

    AWD

  3. C (†)

    I K X E [L]a)

  4. D

    IH(ESU)Sb)

Kommentar

Die Lesung von Inschrift C, die Mithoff und Hueg überliefern (vgl. Anm. a), ist stark anzuzweifeln. Der Bildhauer Jeremias Sutel, Enkel des Göttinger und Northeimer Pastors Johann Sutel (1505–1575) und Sohn des Northeimer Bürgermeisters Justus Sutel (1553–nach 1635), wurde 1587 geboren und 1631 in Hannover ermordet.1) Zwar ist es nicht ganz ausgeschlossen, dass sich Sutel, der 1599 wohl seinen Namen in das Gestühl in der 1871 abgebrochenen Liebfrauenkapelle einritzte (Nr. 201), um 1600 auch auf dem Sockel „verewigte“; wahrscheinlicher ist es allerdings, dass der Wunsch, in Northeim einen weiteren Namenszug des Meisters zu besitzen, der Vater der Lesung war.

Steinmetzzeichen finden sich am Torgewände in großer Zahl; an der Kirche hat Hueg 1927 insgesamt etwa 300 gezählt, von denen er 49, die sich teilweise wiederholen, abgezeichnet hat.2)

Textkritischer Apparat

  1. I K X E [L]] I(E)R(EMIAS) SUTEL Mithoff; IH(E)R(EMIAS) SUTEL Hueg. Die verwitterten Buchstabenreste lassen sich unter Vorbehalt als I K X E L transkribieren, wobei vor allem bei dem letzten Buchstaben nicht zu entscheiden ist, wie viele Balken am Schaft ansetzen oder ob es sich um sekundäre Vertiefungen handelt. An der Lesung von Mithoff und Hueg bestehen große Zweifel.
  2. Auf dem Mittelbalken des H ein aufgesetztes Kreuz; am oberen Schaftende mit einem in der Art eines Steinmetzzeichens nach rechts angesetzten Balken.

Anmerkungen

  1. Zu Jeremias Sutel vgl. Carl Schuchardt, Die Hannoverschen Bildhauer der Renaissance, Hannover 1909, S. 80–92. Helmut Zimmermann, Hannoversche Bildhauer zwischen 1550 und 1750. Eine genealogische Studie, in: Hannoversche Geschichtsblätter N. F. 12, 1959, S. 261–358, hier S. 292–296. DI 36 (Stadt Hannover), Nr. 29. Zu dem Bürgermeister Justus Sutel s. Jaeger, Bürgermeister, S. 85.
  2. Vgl. Hueg, Steinmetzzeichen, S. 173f.; unter den von Hueg gezeichneten vgl. Nr. 27 (=M6).

Nachweise

  1. Mithoff, Kdm. Göttingen und Grubenhagen, S. 156 (A) u. 163 (C).
  2. Hueg, Steinmetzzeichen, S. 174.
  3. Hueg, S. Sixti, S. 13, Anm. 3 (nur A).

Zitierhinweis:
DI 96, Lkr. Northeim, Nr. 94 (Jörg H. Lampe, Christine Wulf), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di096g017k0009405.