Inschriftenkatalog: Stadt Minden

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 46: Stadt Minden (1997)

Nr. 151 St. Simeonis 1609

Beschreibung

Taufe. Messing. Die Taufe steht vor der Südwand des Chores, an der der Deckel durch einen schwenkbaren Trägerarm befestigt ist. Um den Rand des runden, nach oben hin abgetreppten Fußes, der auf drei Löwen steht, verläuft zwischen Stegen die Inschrift A in erhabenen Buchstaben. Der hohe, mehrfach profilierte Schaft, dem das Taufbecken aufliegt, wird von drei vorspringenden Voluten begleitet, die in Maskenköpfen und geflügelten Gestalten enden. Das Taufbecken in Form einer Halbkugel ist mit Figurenschmuck und gravierten Ornamenten versehen. Vier große Büsten im Halbrelief, die drei modisch gekleidete Männer und eine Frau zeigen, wechseln mit kleineren Reliefs, die ganzfigurig die Evangelisten mit ihren Symbolen darstellen. Oberhalb der Evangelistendarstellungen sind Namensbeischriften eingraviert (B). Um den Rand des Beckens verläuft zwischen Stegen die Inschrift C. Den runden Deckel der Taufe umgibt am Rand die Inschrift D. Er ist mehrfach gestuft und mit Ornamentbändern versehen. Von der Aufhängung des Deckels gehen zweimal drei Leuchterarme ab, darüber eine Taube. Die Buchstaben der Inschriften B und C sind erhaben.

Maße: H.: 248 cm; Dm.: 55,5 cm (Öffnung Schale); Bu.: 1,9 cm (A), 1,7 cm (B), 2,2 cm (C, D).

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 46, Nr. 151 - Minden, St. Simeonis - 1609

 Sabine Wehking [1/2]

  1. A

    M(EISTER) · HANS · BETHINCK · KOSTER · THO · S · MARTEN · HEFT · MI GEGATEN · ANNO · DOMINI · 1 · 6 · 0 · 9

  2. B

    S MATTHEVS // S · LVCKAS // S · MARCVS EV(ANGELISTA) // S · IOHANNES

  3. C

    WOL · DAR · GELOVET · VNDE · GEDOFT · WART · DE · WART · SELICH · WERDEN · WOL · AVERST · NICHT GELOVET · DE WART · VORDOMET · WERDEN1)

  4. D

    GATH HEN IN DE · GANZEN · WELT · VNDE · LERET · ALLE · HEIDEN · VNDE · DOPET SE · IN DEM · NAMEN · DES · VADERS · DES · SONS · VNDE · DES HILGEN · GEISTES ·2)

Kommentar

Viele I der Inschriften A, C und D weisen in der Mitte eingeschwungene und spitz nach rechts ausgezogene Hasten auf. Zu dem Gießer Johann Bethink vgl. Nr. 107.

Anmerkungen

  1. Mk. 16,16.
  2. Mt. 28,19.

Nachweise

  1. Ludorff, Kunstdenkmäler, Tafel 55 (Abb.).
  2. Wilhelm Vieth, Bronzegußwerkstätten der Renaissancezeit in Minden. In: MHB 26, 1954, S. 32 (A).
  3. Niemann, St. Simeonis, S. 46 (A, C, D).
  4. Speitel, St. Simeonis, S. 14 (C, D).

Zitierhinweis:
DI 46, Stadt Minden, Nr. 151 (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di046d003k0015101.