Inschriftenkatalog: Stadt Minden

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 46: Stadt Minden (1997)

Nr. 114 St. Martini 1592

Beschreibung

Grabplatte des Bernhard Becker und seiner Ehefrau. Sandstein. Die Grabplatte ist heute in der Vorhalle der Martinikirche aufgestellt. Auf der Rahmenleiste des hochrechteckigen Steins läuft die Inschrift A um. Im Innenfeld in einer vertieften Rundbogennische das Ehepaar im Relief mit zum Gebet zusammengelegten Händen. In den vier Ecken des Innenfeldes Wappenschilde. Dazwischen oben über dem Bogen die Inschrift B. Zu Füßen des Ehepaars der Hut des Mannes. Links davon wurde später eine weitere Inschrift (C) nachgetragen, um den Stein erneut für ein Begräbnis eines Mitglieds der Familie Becker zu verwenden. Die Inschriften A und B sind erhaben gehauen, die Inschrift C ist eingehauen.

Maße: H.: 218 cm; B.: 138,5 cm; Bu.: 5,5 cm (A, B), 3,7–4 cm (C).

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 46, Nr. 114 - Minden, St. Martini - 1592

 Sabine Wehking [1/1]

  1. A

    ANNO A NATO CHR(I)STO [159]2 : 21 OCTOBRIS H[ORA] 1 / ANTE MERIDIEM PIE ET PLACIDE IN DOMINO OBDORMIVIT DOCTISSIMVS ATQ(VE) EXCELL/ENTISSIMVS VIR D(OCTOR) BERNHARDVS BECKER MEDICVS / CVIVS ANIMA REQVIESCIT IN PACE : ERBARM · DI · MEINER · O · HERE · GODT ·

  2. B

    IOBVS · CAP · XIX · / SCIO REDEMPTOREM MEVM VIVERE1)

  3. C

    H(ER)R · GERH(ARD) · HILM(AR) · / BECKER / KRIEGES · RAHT

Übersetzung:

Im Jahr seit der Geburt Christi 1592 ist am 21. Oktober eine Stunde vor Mittag fromm und friedlich der hochgelehrte und herausragende Mann, der Arzt Doktor Bernhard Becker, im Herrn entschlafen. Seine Seele ruht in Frieden. (A)

Ich weiß, daß mein Erlöser lebt. (B)

Wappen:
Becker2)Gevekot3)
Vogeler4)Vogt5)

Kommentar

Bernhard Becker war ein Sohn des Schulrektors und Mediziners Heinrich Becker (Pistorius, vgl. Nr. 91) und der Anna Vogeler.6) Bei den Wappen auf der rechten Seite der Grabplatte handelte es sich um diejenigen seiner Ehefrau, für die die Grabplatte offenbar ebenfalls bestimmt war, auch wenn keine Inschrift darauf verweist.

Anmerkungen

  1. Iob 19,25.
  2. Wappen Becker (zwei gekreuzte Blütenstiele).
  3. Wappen Gevekot (drei senkrechte Fische auf einem Wellenbalken).
  4. Wappen Vogeler (linksgewendeter Vogel mit Fisch im Schnabel).
  5. Wappen Vogt (zwei voneinander abgewendete Straußenfedern). Vgl. das Epitaph des Albert Ludeking (Nr. 99).
  6. Vgl. Jürgen Soenke, Der Grabstein des Arztes Bernhardus Becker. In: MHB 50, 1978, S. 144–146.

Nachweise

  1. Jürgen Soenke, Der Grabstein des Arztes Bernhardus Becker. In: MHB 50, 1978, S. 144–146. Gedr. a. in: St. Martini, S. 51, Abb. S. 62.

Zitierhinweis:
DI 46, Stadt Minden, Nr. 114 (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di046d003k0011408.