Inschriftenkatalog: Mainz

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DIO 1: Mainz (2011)

SN2, Nr. 2 St. Stephan 1424

Beschreibung

Grabplatte des Stiftsherrn Heinrich von Wetter mit einer auf dem erhöhten Rand umlaufenden Inschrift zwischen zwei Linien. Die Figur im vertieften Mittelfeld ist als Halbrelief ausgeführt. Der Verstorbene im Messgewand hält einen Kelch in seinen Händen. Er wird von einem krabbenbesetzten, maßwerkgefüllten Kielbogen überfangen, dessen anschließende Kreuzblume die Schriftleiste überschneidet. Links vom Kopf steht die Zahl 51, wohl der Rest einer Jahreszahl oder Nummerierung. Worttrenner in Form von Quadrangeln. Roter Sandstein, vor allem auf der linken Seite stark abgetreten, dort auch mit vollständigem Inschriftverlust. Die linke Schriftleiste war bereits zu Gamans’ Zeiten nicht mehr lesbar. Im Südflügel des Kreuzganges, im 5. Joch von Osten in die Wand eingelassen.

Ergänzt nach Gamans.

Maße: H. 220, B. 98, Bu. 6,5-7,5 cm.

Schriftart(en): Gotische Minuskel mit Versalien.

Grabplatte des Heinrich von Wetter

 Siegfried Kirsch [1/1]

  1. [Anno •] dni • m • / cccc • xxiiii • p(ri)ma [die] mensis • Augustia) • o(biit) • d(omi)n(u)s • heinricus / deb) Wetter Canonicus / h(uius) E[cclesie cuius - - -]c)

Übersetzung:

Im Jahr des Herrn 1424, am ersten Tag des Monats August, starb Herr Heinrich von Wetter, Stiftsherr [dieser Kirche. Seine - - -]

Wappen:
unbekanntBalken begleitet von drei Vögeln, 2:1 gestellt

Kommentar

Der Stiftsherr Heinrich von Wetter ist urkundlich nicht fassbar. Der Liber vitae nennt lediglich eine Elisabeth von Wetter, consanguinea, eine Blutsverwandte des Herrn Heinrich.1) Das rechte noch vorhandene Wappen ist leider nicht zu bestimmen.2) Einen Dekan Hermann von Wetter, gestorben 1381, nennt dagegen Joannis, vielleicht ein entfernter Verwandter des Heinrich.3)

Textkritischer Apparat

  1. Bei Gamans ist zwischen xxiiii und obiit eine große Lücke.
  2. Ligatur.
  3. Bei Gamans überliefert huius Ecclesiae cuius. Danach bricht der Text ab.

Anmerkungen

  1. Liber vitae fol. 32
  2. Arens, DI 2 (1958), Nr. 852 sah anstelle der Vögel Halbmonde.
  3. Joannis, Rerum Moguntiacarum II (1722), 555. Hermann war zugleich Pleban am Dom. Nach Gerlich, Stift (1954), 32: Dekan von 1364-1381. Im Liber vitae ist er nicht verzeichnet.

Nachweise

  1. Fragmenta Gamans V (um 1660), fol. 193.
  2. DI 2 (1958), Nr. 852.

Zitierhinweis:
DIO 1, Mainz, SN2, Nr. 2 (Susanne Kern), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-dio001mz00k1000200.