Inschriften: St. Michaeliskloster und Kloster Lüne bis 1550

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 24: Lüneburg: St. Michaeliskloster, Kloster Lüne (1984)

Nr. 45 Kloster Lüne 1492

Beschreibung

Banklaken mit Szenen aus der Legende des heiligen Bartholomäus. Neun nebeneinander angeordnete, im Durchmesser etwa 40,0 cm große, kreisrunde Medaillons zeigen Darstellungen aus dem Leben des Klosterpatrons Bartholomäus. Die Medaillons tragen zur Erläuterung der einzelnen Szenen die umlaufenden Inschriften (A) bis (I). Das neunte Feld zeigt sechs weibliche Figuren, vermutlich Nonnen, mit erhobenen Händen den im Zentrum stehenden Heiligen anbetend. Über zweien der Figuren befindet sich ein schmales Schriftband, links mit der Inschrift (K), rechts mit (L). Die Medaillons sind von einer rechteckig angelegten Schriftleiste umrahmt, deren Inschrift (M) von außen her zu lesen ist. Sie beginnt in der oberen rechten Ecke. Die Zwickel zwischen den Medaillons tragen Heiligendarstellungen. Auf jeder Seite sind zehn Figuren nach folgendem Schema angeordnet: jeweils außen stehen Evangelistensymbole, nach innen folgt dann je ein Heiliger, die sechs Darstellungen in der Mitte sind Aposteln vorbehalten. Im einzelnen: 1. Unterkante (von links): Marcuslöwe auf leerem Schriftband – Karl der Große1) – Paulus – Jacobus maior – Judas Thaddäus2) – Jacobus minor – Simon – Matthäus3) – Mauritius4) – Lucasstier. 2. Oberkante (von rechts, der Inschrift gleichlaufend): Johannesadler – Benedikt5) – Matthias – Bartholomäus – Philippus – Johannes – Andreas – Petrus – Johannes der Täufer – Matthäusengel mit leerem Schriftband. Als äußeren Abschluß trägt der Teppich eine Zierkante, auf der in regelmäßigem Wechsel, in verschiedenen Farben ausgeführt, die Darstellung des Pelikans, der drei Junge mit dem Blut seiner aufgeritzten Brust nährt, und des Löwen, der zwei Junge zum Leben erweckt, erscheinen. In den vier Ecken befinden sich Wappen, von denen die sich diagonal gegenüberstehenden identisch sind. Die Inschriften (A) bis (I) sind auf weißen Schriftgrund gestickt. Dafür wurde rotes Garn verwendet, die Konturen sind blau abgesetzt. (M) steht in weiß mit blauen Konturen auf rotem Schriftgrund.

Maße: H.: 73,0 cm; B.: 492,0 cm; Bu.: 3,4 cm (A bis I), 2,9–3,7 cm (M).

Schriftart(en): Gotische Majuskel (A bis I), Majuskel (K, L), gotische Minuskel mit Versalien (M).

DI 24, Nr. 45 - Lüneburg, Kloster Lüne - 1492

 Kloster Lüne [1/4]

  1. A

    H(IC) · DUCITUR · AB · ANGELO · I(N) · TE(M)PLUM ·

  2. B

    H(IC) FUGAT · DEMONE(M) · A U(IR)GINE ·

  3. C

    H(IC) BAPTISAT FILIA(M) REGI(S)

  4. D

    H(IC) · P(RE)DICAT · POPULIS · FIDE(M)

  5. E

    HIC FUSTIBUS CEDITUR ·

  6. F

    HIC UIUUS DECORIATUR ·

  7. G

    H[IC] SUSPENDIT(UR) I(N) CRUCE(M)

  8. H

    HIC DECOLLATUR

  9. I

    O PIE PAT(RO)NE ADIUUA NOS ·

  10. K

    O GLORIOSEa) PATR(ONE)

  11. L

    BEATE BARTO[LOMEE]b)

  12. M

    Sancte bartholomee ·(Christi) : ap(osto)le ·indor(um) · doctor · egregie ·n(ost)ris · aure(m) ·clamorib(us) · appone ·ut · tuo · ad · d(omi)n(u)m ·sustentati · iuuami(n)e ·tui · (con)ciues · mereamur · adesse ✶Intercede · pro · nobis ·ad · dominum · gloriose ·dei · amice ·vt · ipsius · /gracia · largiente · /Patroni · p(ro) memoria ·te · deu(m) · facialiter ·uideam(us) · i(n) · gl(ori)a ·viuam(us) · i(m)mortaliter ·Sacer · bartholomee · patrone ·doctor · apostole · dei · bone ·assis · nobis · mortis · in · agone ·nos · in · aula · celor(um) · repone ·vt · facie · dei · sine · fine · p(er)frui · mereamur ·ame(n) / Anno · d(omi)ni · M° · cccc° · xcij° ·

Übersetzung:

(A)–(M) Hier wird er von dem Engel in den Tempel geführt. – Hier treibt er dem jungen Mädchen den Teufel aus. – Hier tauft er die Tochter des Königs. – Hier predigt er den Völkern den Glauben. – Hier wird er mit Stöcken geschlagen. – Hier wird ihm bei lebendigem Leib die Haut abgezogen. – Hier wird er an das Kreuz gehängt. – Hier wird er enthauptet. – Oh gütiger Patron, hilf uns!

(K), (L) Oh glorreicher Patron, heiliger Bartholomäus!

(M) Heiliger Bartholomäus, Apostel Christi, hervorragender Lehrer der Inder, neige dein Ohr unserem Rufen, damit wir – durch deine Hilfe zum Herrn emporgehoben – dort deine Mitbürger zu sein verdienen. Tritt für uns bei dem Herrn ein, ruhmreicher Freund Gottes, damit wir durch seine freigiebige Gnade [dort deine Mitbürger zu sein verdienen]. Daß wir vermittels des Gedenkens an den Schutzpatron dich, Gott, von Angesicht zu Angesicht in deiner Herrlichkeit sehen und unsterblich leben mögen! Heiliger Bartholomäus, Schutzpatron, Lehrer und guter Apostel Gottes, stehe uns bei im Todeskampf und versetze uns in den Himmelssaal, damit wir Gottes Angesicht ohne Ende zu genießen würdig sind! Amen. Im Jahre des Herrn 1492.

Wappen:
a) links unten, rechts oben: Bodenteich (in Gold ein springender brauner Hirsch mit roter, in der Mitte mit weißem, spitzenweise gezogenem Balken besetzter Decke)6)
b) rechts unten, links oben: Graurock (Schild schräggeteilt, vorn geweckt in Gold und Grün, hinten in Gold springender brauner Hirsch)7)

Kommentar

Für die erste Hälfte des Textes der Inschrift (M) (Sancte ... largiente) hat sich eine Parallelüberlieferung feststellen lassen. Ein Brevier, das im 15. Jahrhundert im Zisterzienserinnenkloster Trebnitz in Niederschlesien entstand, bietet ihn in einem Reimoffizium des hl. Bartholomäus im 3. Responsorium der 3. Nokturn8). Dabei werden jedoch nach largiente noch einmal die Worte tui concives mereamur adesse wiederholt, so daß – im Gegensatz zur Wiedergabe auf dem Banklaken – das syntaktische Gefüge des Satzes erhalten bleibt. Diesem Sachverhalt wird oben in der Übersetzung durch eine entsprechende Ergänzung Rechnung getragen. Eine Parallele zum Text ab Patroni konnte aus den einschlägigen hymnologischen Sammlungen nicht ermittelt werden.

Die beiden Wappen beziehen sich auf die Priorissa Sophia von Bodenteich und den Propst Nikolaus Graurock9).

Das dem Hauptheiligen des Klosters gewidmete Banklaken ist das älteste erhaltene Stück aus der Gruppe der Lüner Handarbeiten, deren Entstehung mittelbar auf die Reform des Klosters nach den Regeln der Bursfelder Kongregation zurückgeht. Am 18. Oktober 1481 traf eine vom Verdener Bischof Barthold von Landsberg eingesetzte Kommission von vier Geistlichen im Kloster ein, die es visitieren und die Ankunft einer aus sieben Ebstorfer Klosterangehörigen bestehenden Reformkolonie ankündigen sollten10). Zu dieser Abordnung, die am folgenden Tage in Lüne aufgenommen wurde, gehörte Sophia von Bodenteich. Am 20. Oktober wurde sie anstelle von Bertha Hoyer, die ihr Amt niederlegen mußte11), als neue Priorissa eingesetzt und anschließend durch die Wahl des Konvents in diesem Amt bestätigt. Diese Ereignisse markieren einen bedeutsamen Einschnitt in der spätmittelalterlichen Geschichte des Klosters. Mit dem Amtsantritt der Sophia von Bodenteich beginnt eine etwa 50jährige Blütezeit, von der die Überreste, die das Bild des Klosters bis heute prägen, ein deutliches Zeugnis geben. Nach einer kurzen Phase der Konsolidierung, in der – auch durch Unterstützung des Propstes Graurock12) – die Erneuerung des monastischen Lebens im Kloster Fuß faßte, begann eine Periode umfangreicher Bautätigkeit, die sich bis in das 16. Jahrhundert hinein erstreckte. Die Wiederbelebung der vita communis mit gemeinsamen Chordiensten und gemeinsamen Mahlzeiten erforderte vor allem, insbesondere seitdem die Mitgliedszahl des Konvents anwuchs, eine Vergrößerung des Nonnenchores in der Kirche und eine Umgestaltung des Refektoriums13). Andere Bauten und Veränderungen schlossen sich an, fortgeführt von der Nachfolgerin Sophias von Bodenteich, Mechthild Wilde14). Einen wesentlichen Anteil am Gelingen aller dieser Unternehmungen muß man zweifellos auch den Pröpsten Nikolaus Schomaker (1493–1506) und Johannes Lorbeer (1506–1529) zusprechen; ihr Einsatz für die Belange des Klosters ist noch heute aus ihren Stiftungen ersichtlich15).

Die Regeln der Bursfelder Reformbewegung erlegten den Klosterangehörigen in Ergänzung der gottesdienstlichen Pflichten Handarbeit im weitesten Sinne auf16). Vielerorts entstanden in den Skriptorien Kopien älterer Handschriften, wie im Zuge der Reform ohnehin eine vermehrte Bemühung um Bildung festzustellen ist17). Im Kloster Lüne führte diese Verpflichtung zur Handarbeit in erster Linie zur Herstellung der Banklaken und Teppiche. Mit dem hier behandelten Bartholomäusstreifen, dem ältesten erhaltenen Banklaken, setzt die Serie der Textilien ein, zu deren Anfertigung in späterer Zeit eigens ein Arbeitshaus errichtet wurde18).

Das bei diesem Stück zugrundeliegende Kompositionsprinzip wird für die folgenden Banklaken mit Szenen aus der Katharinen- und Georgslegende (Nr. 55, 56) nicht mehr verändert. Die einzelnen Darstellungen stehen nebeneinander in kreisrunden Medaillons, deren ringförmige Umrahmung eine erläuternde Inschrift enthält. Die gesamte Medaillonzone wird von einer rechteckigen Einfassung aus Schriftleisten umgeben, die das Jahr des Arbeitsbeginns nennt, vor allem aber liturgische Texte aufnimmt, die in engem Bezug zur Hauptgestalt der Szenenfolge stehen. Damit werden die Banklaken aus ihrer vordergründigen, gleichwohl auch in solcher Weise zu begreifenden Funktion als ornamentale Ausstattungsstücke herausgehoben, und sie erweisen sich infolge des starken liturgischen Akzents als Zeugnisse klösterlicher Frömmigkeit, geschaffen aus Motiven spezifischer gottesdienstlicher Pflichtauffassung. In diesen übergreifenden Zusammenhang läßt sich auch die Beigabe der Wappen in den Ecken der Textilien einordnen. Diese Wappen, im vorliegenden Falle die der Priorissa Sophia von Bodenteich und des Propstes Nikolaus Graurock, enthalten freilich in erster Linie ein starkes individuell-personales Element; begreift man ihre Einfügung jedoch als Ausdruck solcher Beweggründe, die z. B. auch Stifterbildern zugrunde liegen, so ergibt sich auch für diese Einzelheit ein religiöser Bezug.

Sophia von Bodenteich ist durch ihr hier gegebenes Wappen eindeutig als Angehörige einer Adelsfamilie ausgewiesen, die, eines Stammes mit den von Campe (-Isenbüttel)19), zur Ritterschaft des Fürstentums Lüneburg gehörte und im Jahre 1666 erlosch20). In den älteren, dem Anschein nach ohnehin fehlerhaften Genealogien der Familie von Bodenteich ist Sophia nicht verzeichnet21), jedoch läßt sich ihre Abstammung mit Hilfe einiger verstreuter Hinweise mit zureichender Sicherheit klären. Nach älteren Aufzeichnungen war sie die Tochter einer Schwester des oben genannten Barthold von Landsberg († 1502), seit 1470 Bischof von Verden und in Personalunion seit dem Jahre 1481 auch Bischof von Hildesheim22). Barthold, Sohn Otrabes von Landsberg († 1446) und der Hille von Münchhausen, hatte eine namentlich nicht bekannte Schwester, die mit Alverich von Bodenteich verheiratet war23). Alverich ist zwischen 1434 und 1478 in Urkunden genannt. Dabei stand er nicht nur in Beziehungen zu den welfischen Herzögen, sondern auch zum Bischof von Verden und zum Erzbischof von Magdeburg24). 1459 erhielt er als Pfandschaft das magdeburgische Amt Oebisfelde25). Im Fürstentum Lüneburg soll er das auch später im Besitz der Familie befindliche Gut Schnega besessen haben26). Zwar trifft es nicht zu, daß Alverich zu den ersten Familienangehörigen zählte, die ihr Wappen in eben der Form führten, wie es für Sophia im Kloster Lüne nachzuweisen ist27), doch es spricht nichts gegen die Annahme, in Sophia eine Tochter Alverichs von Bodenteich und dessen Ehefrau aus der Familie von Landsberg zu sehen. Diese Vermutung gewinnt noch an Wahrscheinlichkeit, wenn man sich die besonderen Beziehungen vergegenwärtigt, die zwischen dem Kloster Lüne, dem Sophia von Bodenteich als Priorissa vorstand, und dem zuständigen Diözesan, dem Bischof von Verden Barthold von Landsberg, bestanden: sie waren auch durch die Verwandtschaft der beiden genannten Personen bestimmt. Unter diesen Umständen wird es verständlicher, daß 1481 gerade Sophia von Bodenteich – in einem Alter von angeblich nur 23 Jahren28) – zur neuen Priorissa gewählt wurde, und es wird verständlicher, daß auf den Textilien mehrfach das Landsberg’sche Wappen erscheint29). Daß man im Kloster die Erinnerung an Barthold von Landsberg in besonderem Maße wachzuhalten versuchte, könnte freilich auch nur damit zusammenhängen, daß man in ihm den Reformator sah, dem die neuerliche Blüte des monastischen Lebens letztlich zu verdanken war. Durch die verwandtschaftliche Komponente jedoch ist ein weiterer, nicht unerheblicher Grund für diese Art des Gedenkens gegeben. Sophia von Bodenteich starb am 2. Februar 150430). Gebhardis Annahme, die unter Nr. 18 behandelte Grabplatte stamme von ihrer Sepultur, trifft nicht zu31).

Textkritischer Apparat

  1. S spiegelverkehrt.
  2. Textabbruch aus Platzmangel.

Anmerkungen

  1. Dargestellt ist ein Heiliger mit Krone, Szepter und Reichsapfel.
  2. Dargestellt ist ein Heiliger mit Hellebarde. Für Judas Thaddäus ist dieses Attribut ebenso bezeugt wie die Keule. M. Schütte hat diese Figur irrtümlich mit Matthäus identifiziert, dem zwar ebenfalls eine Hellebarde beigegeben werden kann, hier jedoch die unter Anm. 3 erläuterten Attribute erhalten hat.
  3. Dargestellt ist ein Heiliger, der in der linken Hand einen Kelch hält und dessen Körper von einem Schwert durchbohrt ist. M. Schütte schlägt eine Identifizierung mit Johannes Ev. vor, offensichtlich in Hinblick auf den Kelch. Gegen diesen Vorschlag spricht jedoch nicht nur, daß Johannes bereits auf der Oberkante des Banklakens abgebildet ist, sondern vor allem auch die im Kloster Lüne zu beobachtende Besonderheit in der Darstellung des Apostels Matthäus. Die aus der Zeit um 1420 stammende Prozessionsfahne (Nr. 19) zeigt den Apostel – abweichend von dem üblichen Brauch – mit einem durch den Rücken gestoßenen Schwert. Diese ungewöhnliche ikonographische Tradition wurde mit großer Wahrscheinlichkeit gewahrt und bei der Herstellung des Bartholomäusstreifens wieder aufgegriffen.
  4. Dargestellt ist ein Heiliger mit Lanze und Schild, auf dem sich ein gleichschenkliges Kreuz, das Attribut des Mauritius, befindet. Die Aufnahme dieses Heiligen in den Zyklus mag durch Beziehungen zum benachbarten Zisterzienserinnenkloster Medingen beeinflußt worden sein, dessen Hauptheiliger Mauritius war.
  5. Dargestellt ist ein heiliger Abt.
  6. Wappenbeschreibung bei: Steffens, Geschlechts-Geschichte, S. 87.
  7. Dasselbe Wappen ohne Tingierung auf der Grabplatte Graurocks (Nr. 46).
  8. Analecta Hymnica, Bd. 25, S. 137–142, hier S. 140 B. – Hinweis auf diese Fundstelle bereits bei Marie Schütte, S. 35, Anm. 2.
  9. Über ihn Nr. 46.
  10. Über die Einzelheiten der Reform des Klosters Lüne im Oktober 1481 informiert ein zeitgenössischer Bericht, der sich in einer heute den Beständen der Landesbibliothek Hannover zugehörigen Handschrift (MS XXIII, 896) befindet. Druck: N. N., Geschichte, Sp. 981–983; Nolte, S. 127 f., Nr. 6. – Die wichtigsten Punkte dieser Geschehnisse sind auch in der mit dieser Reform einsetzenden Klosterannalistik angeführt; Wiedergabe dieser Passage bei: Meyer, Reformationsgeschichte, S. 166 f.
  11. Zu Bertha Hoyer, die dem Kloster einen Kelch stiftete, vgl. Nr. 36.
  12. In den Klosterannalen heißt es über ihn: Profuit nobis paterne et pie et multis benefecit nobis: Meyer (wie Anm. 10), S. 168.
  13. Im Jahre 1488 legten 36 Nonnen die Profeß ab, im Jahre 1519 betrug die Gesamtzahl aller Klosterangehörigen 87 Personen; so die Angaben aus der Klosterannalistik, wiedergegeben bei Meyer (wie Anm. 10), S. 168, S. 171. – 1497 wurde dem Westteil der Kirche in Höhe des Nonnenchores ein fünftes Joch angefügt, um dadurch mehr Raum zu schaffen: Knauf, S. 16; dazu die Klosterannalen: 1497. In ipso anno dominus praepositus et pius pater noster Magister Nicolaus Schomaker fecit prolongare chorum nostrum: Meyer (wie Anm. 10), S. 168. – Zur Umgestaltung des Refektoriums, dessen Decke die Wappen der Sophia von Bodenteich und des Nikolaus Schomaker zeigt, vgl. Nr. 52.
  14. Die bei Meyer (wie Anm. 10), S. 167–170, abgedruckten Abschnitte der Klosterannalen nennen alle wichtigen Baumaßnahmen zwischen 1482 (Haus für den Beichtvater) und 1519 (Beginn der Einwölbung im westlichen, südlichen und östlichen Kreuzgangsflügel; dazu auch Nr. 66); vgl. auch Knauf, S. 16–20. Die in diesen Jahren errichteten Gebäude bestimmen im wesentlichen bis heute den Eindruck der Klosteranlage.
  15. Vgl. dazu Nr. 63 und 64.
  16. Vgl. Linneborn, Bursfelder Kongregation, hier S. 41.
  17. Vgl. Herbst, Klus, S. 9–12, mit besonderem Hinweis auf die Historiographie innerhalb der reformierten Ordenshäuser. – Auch in Kloster Lüne sind nach Einführung der Reform mehrere Handschriften entstanden, vor allem aber auch chronikalische Aufzeichnungen (vgl. Anm. 10) und Rechnungsbücher. Zu nennen sind hier vor allem drei Briefbücher, das sog. Lüner Statutenbuch sowie liturgische Handschriften; vgl. Nolte, S. 21–35, 40 f.
  18. Zum Jahre 1509 berichten die Klosterannalen: In ipso anno fecit dominus praepositus J[ohannes] L[orbeer] aedificare textrinam domum: Meyer (wie Anm. 10), S. 169 f. Dieses Webhaus entstand an der Südseite des westlichen Klausurtraktes; vgl. Knauf, S. 19.
  19. Steffens (wie Anm. 6), S. 90.
  20. Manecke, Beschreibung, Bd. 2, S. 27.
  21. Steffens (wie Anm. 6) bietet im Anhang als Tab. IV eine „Stamm-Tafel des Geschlechts von Bodendick“, die offensichtlich erheblicher Korrekturen bedarf; viele Personen scheinen zweifach aufgeführt zu sein. – Eine weitere, weniger umfangreiche Stammtafel findet sich bei: Walther, Singularia Magdeburgica, neben S. 54.
  22. Nolte, S. 127, Anm. 4, zitiert – ohne Quellenangabe – ihre Benennung als filia sororis des Bischofs Barthold.
  23. Oeynhausen, Die Herren von Landsberg, S. 155 f., mit Nachweisen S. 174.
  24. Vgl. dazu Steffens (wie Anm. 6), S. 101–103; dort auch Hinweise auf die Ehe Alverichs mit einer Schwester Bartholds von Landsberg.
  25. Steffens (wie Anm. 6), S. 102.
  26. Angabe zur Stammtafel bei Walther (wie Anm. 21).
  27. So Steffens (wie Anm. 6), S. 86. Bereits 1388 jedoch urkundet Gebhard von Bodenteich mit einem Hirsch im Siegelbild: Hodenberg, Lüneburger Urkundenbuch, 7. Abt., S. 467.
  28. Diese Altersangabe ohne Nachweis bei Nolte, S. 114.
  29. Vgl. die Banklaken mit Szenen aus der Georgs- und Katharinenlegende (Nr. 55 und 56) sowie den Teppich mit der Darstellung der Wurzel Jesse (Nr. 58).
  30. Die Klosterannalen zum Jahre 1504: Eodem anno obiit domina priorissa Sophia de Bodendike sub collatione in die Purificationis virginis Mariae, qui fuit illo anno feria sexta ante Circumdederunt. Et fuit reformatrix huius monasterii et praefuit nobis in XXIII. annum: Meyer (wie Anm. 10), S. 168. – Dasselbe Datum bei dem Anonymus (wie Anm. 10), Sp. 986; bei Steffens (wie Anm. 6), S. 110; bei Nolte, S. 114. – Müller, Topographie, S. 614 f., nennt nur das Todesjahr. – Pfeffinger, Historie, Bd. 2, S. 629, Nr. 19, gibt die Dauer ihrer Amtszeit fälschlich bis zum Jahre 1534 an.
  31. Gebhardi, Coll. II, 1763, S. 396, gibt nur eine sehr allgemeine Angabe zum Standort der Platte in der Nähe des Altars in der nordöstlichen Ecke des Kreuzgangs: „Vor dem Altar ist ein beschädigter Leichstein ...“. Seine anschließende Beschreibung macht unmißverständlich deutlich, daß es sich um die unter Nr. 18 behandelte Grabplatte handelt. Anhand der Reste, die die Umschrift erkennen ließ, schlug Gebhardi jedoch folgende Rekonstruktion vor: „Anno dn. XVcIIII obiit domina Sophia de Bodendick priorissa reformata huius monasterii cuius anima requiescat.“ Diese Rekonstruktion ist schon allein deshalb abzulehnen, weil sie sich mit den erhaltenen, eindeutig zu lesenden Schriftresten der Platte nicht in Einklang bringen läßt. Näheres unter Nr. 18. – Den Irrtum Gebhardis hat vermutlich Steffens (wie Anm. 6), S. 110, übernommen; es heißt dort: „Sie starb am 2. Februarius 1504, und ist auf ihrem Leichsteine betend abgebildet. Selbiger lieget im Kreuzgange vor einem Altare, ist aber abgetreten und unkenntlich geworden.“ Eine Grabplatte für Sophia von Bodenteich oder Reste einer solchen haben sich im Kloster nicht auffinden lassen.

Nachweise

  1. Schütte, S. 34–36 (ohne (L); (K) unvollständig).
  2. Erwähnung: Mithoff, S. 127 f.; Krüger, Stickereien, S. 114 (mit der fehlerhaften Angabe, es existierten zwei Banklaken mit Darstellungen zur Bartholomäuslegende); Knauf, S. 31 f. (mit der fehlerhaften Angabe, es handele sich um 14 Szenen in Medaillons).
  3. Abbildung: Schütte, Taf. 41, 42.

Zitierhinweis:
DI 24, Lüneburg: St. Michaeliskloster, Kloster Lüne, Nr. 45 (Eckhard Michael), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di024g002k0004505.