Inschriftenkatalog: Lüneburger Klöster

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 76: Lüneburger Klöster (2009)

Nr. 267(†) Kloster Lüne 1662

Beschreibung

Gewölbemalerei in der Gruft unter der Barbarakapelle. Die Putzschicht der Gruft war zum Zeitpunkt der Bearbeitung im Januar 2007 schon großflächig abgeplatzt, so daß im Gewölbe der Gruft nur noch Fragmente der ursprünglich um ein schwarzes Kreuz in der Mitte herum angeordneten, in Schwarz auf weißem Grund ausgeführten Inschriften erhalten waren. Da auch diese Fragmente zum großen Teil bereits lose unter dem Gewölbe hingen, wurde der lose Putz im Verlauf der Restaurierung der Gruft im ersten Halbjahr 2007 nach Anlegung einer Dokumentation abgeschlagen, so daß heute nur noch vereinzelte Inschriftenreste vorhanden sind, die hier nicht gekennzeichnet werden. Die eckigen Klammern beziehen sich auf die schon im Januar 2007 nicht mehr vorhandenen Textteile. Die Inschriften A–C waren im nördlichen Gewölbeteil nebeneinander angeordnet, auf der gegenüberliegenden Seite die Inschriften D–G. Die Inschriften können nach einer handschriftlichen Überlieferung ergänzt werden, die möglicherweise das den Inschriften zugrundeliegende Konzept darstellt (vgl. Nr. 266, Kommentar).

Inschriften ergänzt nach Danckwer.

Maße: Bu.: 9 cm.

Schriftart(en): Fraktur.

DI 76, Nr. 267 - Lüneburg, Kloster Lüne - 1662

 Kloster Lüne [1/2]

  1. A

    [Christus ist mein leben und s]terben [ist mein] gewin 1)

  2. B

    [Christus bleibt wol mein lebenSterben bleibt mein GewinnWer das nicht will zugebenDer wird es werden inn]Vnd wirds erfahren eben, / Wan Jch erstanden bin, / Daß Christus ist mein leben /Sterben ist mein gewinn 2)

  3. C

    Joh. 11. V. [25 26] / Jch bin die aufferstehun[g] und das leben wer an mich gla[u]/bet der wird Lebe[n ob er gleich stürbe, Und wer da lebet und gläubet an mich] / der wird ni[mmermehr sterben] 3)

  4. D

    [Unser keiner lebet ihm] selber, unser kein[er] / [stirbet ihm] selber. leben wir, so leben wir [dem] / Herrn. Sterben wir so sterben wir dem / Herrn, darumb [wir leb]en oder sterben / so [sind wir des Herrn. Denn dazu ist Christus auch gestorben und aufferstanden und wieder lebendig worden daß er über Todte und lebendige Herr sey]. Rom. 14. V. 7. 8. 4)

  5. E

    [Warlich sage ich euch Wer mein] /Wortt höret un[d gläubet dem der mich] / gesandt hat, der hat [das ewige Leben] / und kömpt nicht in das Ger[ic]h[te sondern / er ist] vom Tode zu[m Leben hindurch gega]ngen / [Ioh. 5] V. 24. 5)

  6. F

    Für einem bößen Schnellen / Todtbehüt uns lieber Herre Gott, Für dem ewigen todt behüt uns / lieber Herre Gott / Jn unser letzten noth hilf uns / lieber Herre Gott. 6)

  7. G

    Für war, für war euch sage ich /wer mein wort hort, und gla[ubt an mich] /der wird nicht kom(m)en ins gericht / 7)[Und den Tod] ewig schmeken / [nic]ht.

Kommentar

Zur Einrichtung des Grabgewölbes durch die Domina Dorothea von Meding im Jahr 1587 vgl. Nr. 140. Die Gewölbemalerei ließ ihre Nichte, die Domina Dorothea Elisabeth von Meding im Jahr 1662 zusammen mit der Neuausmalung der Barbarakapelle anbringen (vgl. Nr. 266).

Anmerkungen

  1. Phl. 1,21. Allerdings ist die Lücke zwischen den beiden Fragmenten recht groß für die zu ergänzenden Buchstaben.
  2. Nach Phl. 1,21, vielleicht Kirchenlied.
  3. Jh. 11,25f.
  4. Rö. 14,7–9.
  5. Jh. 5,24.
  6. Litanei, Evangelisches Gesangbuch, Nr. 192.
  7. Gereimte Fassung nach Jh. 5,24.

Nachweise

  1. Klosterarchiv Lüne, KB A87, Johann Gottfried Danckwer, Göttliche Biblische und etliche andere ... Sprüche zu Lühne in der Capellen ..., 1662.
  2. Klosterarchiv Lüne, TR 23, Kladde zur Klosterchronik (darin u. a. Abschrift von KB A87, zitiert Bibelzitate nur an).
  3. Ströbl, Dokumentation, S. 11.

Zitierhinweis:
DI 76, Lüneburger Klöster, Nr. 267(†) (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di076g013k0026700.