Inschriftenkatalog: Lüneburger Klöster

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 76: Lüneburger Klöster (2009)

Nr. 263 Walsrode, Gemeindekirche 1659

Beschreibung

Gedenktafel. Holz, farbig gefaßt, mit Gemälde. Die Tafel hängt an der Westwand auf der Empore. Rahmen und Tafel schwarz gefaßt, auf dem Rahmen Goldornament. Oben auf der Tafel gerahmt von frühbarockem Grisailleornament mit Engelsköpfen eine Kreuzigungsgruppe, das Kreuz über einem Totenkopf unten in der Rahmung, am Kreuz der Titulus A. Darunter in der Mitte ein Vollwappen, das die ersten beiden Zeilen der über die Tafel verlaufenden Inschrift B teilt. Die Buchstaben in Gold gemalt.

Maße: H.: 179 cm; B.: 150 cm; Bu.: 2,5–3 cm.

Schriftart(en): Fraktur mit Versalien.

DI 76, Nr. 263 - Walsrode, Gemeindekirche - 1659

 Sabine Wehking [1/2]

  1. A

    I(ESUS) N(AZARENUS) R(EX) I(UDAEORUM) 1)

  2. B

    Ehrengedächtnus Derer weiland, / WohlEhrwürdigen, Wohlverdiehneten Dreÿen Männern, so in die 131 · Jahre(n), / Einer nach dem andern dieser Walßradischen Kirchen durch Gottes Gnaden / Getrawlich Vorgestanden Alß · / Erstlich Herr Henning Kelp, zue Lambspring geboren · A(nn)o 1498 · hat Anno 1528 · die, / Evangelische, Lutherische Lehre alhie angefangen zue Predigen, biß in das 1575 · da er, / Der welt Haaß, Neid vnd nachstellung Abgedancket seines Alters 77, Seiner Bediehnung 47 Jahr / Dem ins Ampt gefolget sein Sohn Ehr(würde)n Jacobus kelp gebohren zu walsrade 1540: gestorben · / 1606 · Seines Alters 66 · seiner Bediehnung 31 Jahr / Demselben sein Sohn Ehr(würde)n JOAN KELP beÿ geordnet 1603 · gebohren 1576 · Gestorben, / sanfft und Sählig 1659 · am 16 AUGUSTI vmb 5 vhr Abends seines Alters 83 · / das Pastors Ampt geführet 56 · die SUPERINTenDUR 13 Jahr / Gott seÿ vns allen Gnädig / 1 · Corint 16 · 13 · Wachet, stehet im Glauben seid Mänlich · vnd · / seid Starck alle ewer ding lasset in der liebe geschehen 2) / Anno · 1659 ·

Wappen:
Kelp3)

Kommentar

Die Inschrift B überliefert die wesentlichen biographischen Daten der drei Walsroder Pastoren. Jakob Kelp immatrikulierte sich 1560 an der Universität Jena und am 8. Juni desselben Jahres an der Universität Wittenberg,4) Johannes Kelp am 12. September 1595 an der Universität Helmstedt.5)

Anmerkungen

  1. Io. 19,19.
  2. 1. Ko. 16,13.
  3. Wappen Kelp (schräggelegter Abtsstab mit herabhängendem Velum, belegt mit einem Kelch).
  4. Matrikel Jena, Bd. 1, 1560a, 25. Matrikel Wittenberg, Bd. 2, S. 5a,42.
  5. Matrikel Helmstedt, Bd. 1, S. 120,127.

Zitierhinweis:
DI 76, Lüneburger Klöster, Nr. 263 (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di076g013k0026302.