Inschriftenkatalog: Lüneburger Klöster

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 76: Lüneburger Klöster (2009)

Nr. 44 Kloster Wienhausen 1448

Beschreibung

Heiliges Grab.1) Holz, farbig gefaßt und auf der Vorderseite, auf den Giebelinnenseiten und auf den Innenseiten der Türklappen bemalt. Seit 2007 in der Agneshalle aufgestellt, vorher auf dem Nonnenchor. Laut Chronik hatte das Heilige Grab zunächst seinen Standort in der ersten Annenkapelle, für die es von der Äbtissin Katharina von Hoya gestiftet wurde, 1692 ist als Standort der Nonnenchor bezeugt (vgl. Kommentar), zur Zeit Mithoffs im 19. Jahrhundert befand es sich im Kapitelsaal, im 20. Jahrhundert wurde es wieder im Nonnenchor aufgestellt. Es besteht aus einem hausähnlichen Sarkophag mit aufklappbarem Satteldach, auf den Giebelseiten zwei kleine Türen, eine weitere Tür auf der einen Langseite. Auf einem Zwischenboden im Dachbereich liegt der lebensgroße Corpus Christi, der deutlich älter ist als der Schrein und auf das letzte Drittel des 13. Jahrhunderts datiert wird. Auf der einen Langseite auf der Dachfläche und der Sarkophagwand die Darstellungen von je vier Grabeswächtern unter Arkaden vor grünem Hintergrund. Auf den Schilden der Wächter Wappen, von denen drei mit Beischriften versehen sind (A). Vermutlich waren ursprünglich alle Wappen mit Beischriften versehen, zumal zur Zeit Mithoffs im 19. Jahrhundert noch zwei weitere Beischriften erhalten waren, deren Reste dürften bei einer im Jahr 1885 erfolgten Restaurierung übermalt worden sein.

Die beiden Reihen werden getrennt durch einen Fries oben in der Sarkophagwand, der vor rotem mit Sternen versehenen Grund biblische Personen und Kirchenväter in halbfigürlicher Darstellung mit Schriftbändern in den Händen und auf den Hintergrund gemalten Tituli zeigt, die Inschriften sind teilweise zerstört. Von der ersten Darstellung dieser Reihe ist nur noch ein Schriftband mit nicht sicher zu entziffernden Buchstabenresten vorhanden, es folgen: Aaron mit Titulus B, die Inschrift des Schriftbands bis auf wenige nicht lesbare Reste zerstört; Abraham mit Titulus C1 und der Inschrift C2 auf dem Schriftband, zwischen ihm und dem folgenden David die Inschrift C3 auf dem roten Hintergrund; David mit Titulus D1 und Inschrift D2 auf dem Schriftband; Paulus mit Titulus F1 und den Schriftbändern F2 und F3; ein unbezeichneter Bischof mit den Schriftbändern G1 und G2; Augustinus mit Titulus H1 und Schriftband H2; Hieronymus(?) mit Titulus I1 und Schriftband I2; Fortunatus mit Titulus J1 und den Schriftbändern J2 und J3; Benedikt mit Titulus K.

Auf den Innenseiten der beiden Dachflächen insgesamt 30 Szenen aus der Vita Christi sowie am Ende eine über zwei Bildfelder reichende Darstellung des Himmlischen Jerusalem.

Innenseite Dachfläche 1: Verkündigung, der Engel mit dem Schriftband L1, Maria mit dem Schriftband L2, links hinter dem Engel zwei Männer übereinander mit den Schriftbändern L3 und L4, oben links Gottvater mit der Inschrift L5, von ihm fährt das kreuztragende Jesuskind herab mit der Inschrift L6; Christi Geburt, im Hintergrund vier Engel mit Schriftbändern (M1–4); Verkündigung an die Hirten, zwei Engel mit Schriftbändern (N1, N2) und zwei Hirten mit Schriftbändern (N3, N4); Anbetung; Darbringung im Tempel; Taufe; Verklärung, die beiden Apostel mit den Schriftbändern O1 und O2, Christus mit Schriftband O3; Erweckung des Lazarus, Christus mit Schriftband P1, im Hintergrund Maria und Martha, Martha mit Schriftband P2; Einzug in Jerusalem, ein Mann mit Schriftband Q1 breitet seinen Mantel aus, ein Mann mit Schriftband Q2 wirft Zweige von einem Baum herab; Abendmahl; Fußwaschung; Ölberg, Christus mit Schriftband R; Gefangennahme; Christus vor Pilatus; Geißelung; Verspottung.

Innenseite Dachfläche 2: Christus wird der Purpurmantel ausgezogen; Dornenkrönung; Kreuztragung; Kreuzigung; Kreuzabnahme, am Kreuz der Titulus S; Grablegung; Weihe des Taufwassers durch einen Bischof mit dem Schriftband T1, Christus, der seine Wundmale vorweist mit Schriftband T2, hinter ihm ein Mann mit Schriftband T3; Christus vor dem Höllenrachen, ein Engel mit Schriftband U1, Christus und Adam mit Schriftband U2; Auferstehung, ein Engel mit Schriftband V1, Christus mit Schriftband V2; drei Frauen mit Salbgefäßen am leeren Grab, darin der Engel mit Schriftband W1, eine Frau mit Schriftband W2; Christus als Gärtner, Christus mit Schriftband X1, Maria Magdalena mit Schriftband X2; der ungläubige Thomas mit Schriftband Y1, Christus mit Schriftband Y2; Himmelfahrt, zwei Engel mit den Schriftbändern Z1 und Z2; Pfingsten; das Himmlische Jerusalem, ein Engel mit Schriftband AA.

Auf den Innenseiten der beiden Türklappen am Kopfende Gottvater, der Christus krönt, die Szene weitgehend zerstört, Reste der Schriftbänder BB1 und BB2, am Fußende Reste einer Darstellung der Sünderin mit Salbgefäß und zwei Schriftbändern CC1 und CC2. Auf den Innenseiten der unteren Türflügel auf dem einen Flügel oben Christus als Gärtner (Maria Magdalena mit Schriftband DD1, Christus mit Schriftband DD2), unten der ungläubige Thomas (mit Schriftband EE1, Christus mit Schriftband EE2), auf dem anderen Türflügel oben Christus auf dem Weg nach Emmaus (Christus und die beiden Jünger mit Schriftbändern FF1–3), unten Christus beim Mahl in Emmaus (in der Szene zwei Schriftbänder GG1 und GG2).

Wappenbeischriften A ergänzt nach Mithoff.

Maße: H.: 167 cm; B.: 80 cm; L.: 250 cm; Bu.: 1,5 cm (A), 1,2 cm (B–K, Tituli), 1,8–2 cm (C–J, Schriftbänder), 0,6–1,4 cm (L–GG).

Schriftart(en): Gotische Minuskel.

  1. A

    luneburch // beyeren // [brandenborch] [hoijge] // scomborch

  2. B

    aaron

  3. C1

    abraha(m)

  4. C2

    nobilitas anime vs[...]a) dec(us) [.]a[ – – – ] 2)

  5. C3

    hec est dyesb) 3)

  6. D1

    dauid

  7. D2

    hec n[o]x in q(ua) chr(istu)sc) a[b] inferisd) victor ascendit e) 4)

  8. F1

    paulus

  9. F2

    pascha n(ost)r(u)m im(m)olat(us) itaque epu(le)mur 5)

  10. F3

    chr(istu)sc) resu[..........]is f) 4)

  11. G1

    s[ – – – ] solempnitat(em) ceg) 6)

  12. G2

    te [..]d[ – – – ] h)

  13. H1

    augustinus

  14. H2

    ip(s)e e(ni)m ve[r]us e(st) agn(us) i) qui abstulit p(e)cc(at)a mu(n)di 7)

  15. I1

    hjronim(us)j)

  16. I2

    exultet iam angelica turba celorum exulte(n)t divina misteriak) 4)

  17. J1

    fortu/nat(us)

  18. J2

    hec s[...] f[.....]ascalia l) i(n) quib(us) ille verus agn(us) occ[iditur]m) 4)

  19. J3

    o inesti(m)abilis dil[ectio ca(rit)]atisn) ut servu(m) redimer(es) 4)

  20. K

    [be]nedict(us)o)

  21. L1

    aue gracia plena domin(us) tecum 8)

  22. L2

    ecce ancilla d(omi)ni fiat michi secundum 9)

  23. L3

    [....] iudicium tuu(m) regina p)

  24. L4

    obsecro d(omi)ne mitte que(m) missur(us) es 10)

  25. L5

    quis ibit nobis et quem mittam 11)

  26. L6

    ecce ego mitte me in carnem 12)

  27. M1

    gloria in excelsis deo 13)

  28. M2

    hodie natus est nobis r(e)x 14)

  29. M3

    hic iacet i(n) p(rae)sepio qui (con)ci(n)net mu(n)du(m) q) 15)

  30. M4

    gaude dei ge(n)it(ri)x 16) quam [......]r)

  31. N1

    invenietis pue(rum) pan(n)is involutum 17)

  32. N2

    annu(n)cio vobis gaudiu(m) magnum 18)

  33. N3

    infante(m) vidim(us) in choro angelorum 19)

  34. N4

    natu(m) vidim(us) i(n) choro angelo(rum) 20)

  35. O1

    faciamus hic tria tab(er)nacula 21)

  36. O2

    d(omi)ne bonum e[st]s) nos hic esse 22)

  37. O3

    nemi(ni) dixe(r)itis visionem t) 23)

  38. P1

    laza(r)e veni foras ego su(m) r(e)surrexio et vita 24)

  39. P2

    scio q(ui)a resurget r(e)surrexcio(n)e in nouissi(m)o die 25)

  40. Q1

    ave r(e)x noster fili dauid osana i(n) excelsis 26)

  41. Q2

    salue rex n(oste)r fili dauid 27)

  42. R

    pater me(us) si possibile e(st) transeat a me calix iste 28)

  43. S

    i(esus) n(azarenus) r(ex) i(udaeorum) 29)

  44. T1

    exultet iam angelica turba celorum 4)

  45. T2

    exulte(n)t divina mi(ni)steria 4)

  46. T3

    vidi aquam egredientem de te(m)plo a late(re) 30)

  47. U1

    attollite portas principes vransu) 31)

  48. U2

    hec est manus que plasmauit me

  49. V1

    exvrge gloriam mea v) 32)

  50. V2

    [ – – – ]luculo 33)

  51. W1

    que(m) qiitis o tremioe mulier w) 34)

  52. W2

    [ – – – ]renu(m) crucifixu(m) querimus 35)

  53. X1

    qu(i)d plurasx) quem queris 36)

  54. X2

    tulerunt d(omi)n(u)m meum et nescio vbi posuerunt eum 37)

  55. Y1

    d(omi)n(u)s meus et deus meus 38)

  56. Y2

    mitte manum tuam et cognosce loca clauorum 39)

  57. Z1

    viri galilei quid a(d)mir(a)mi(ni) ad aspicie(n)tesz) i(n) celu(m) 40)

  58. Z2

    sic venienty) que(m)admodu(m) vidist(is) eu(n)te(m) in celu(m) 41)

  59. AA

    hec e(st) ierusale(m) ciuitas ista

  60. BB1

    [..]o sum alpha et o(mega) [pr]imus et nouissim(us) et stella matut(i)na [.....] david aa) 42)

  61. BB2

    [...]rge glo[ri]a mea exurge psalte(r)iu(m) et cyt(ar)ra 43) [.....]s [..] tu ego hodie g[......] bb) 44)

  62. CC1

    accesset ad pedes ihesu peccatrix mulie[r] [.]a[ – – – ] 45)

  63. CC2

    ardens [ – – – ]desta[ – – – ]

  64. DD1

    tulerunt d(omi)n(u)m meu(m) (et)cc) nescio vbi posuerunt eu(m) 46)

  65. DD2

    quid ploras quem queris 47)

  66. EE1

    dominus meus et deus me(u)s 48)

  67. EE2

    mitte manum tuam et cognosce loca clauorum 49)

  68. FF1

    tu solus peregrinus es i(n) ih(e)r(usa)l(e)m et no(n) audisti de ih(es)u 50)

  69. FF2

    qui sunt hii sermones quos confertis ad i(n)uicem 51)

  70. FF3

    mane nobiscum d(omi)ne q(uonia)m a[dv]es[pe]rascit 52)

  71. GG1

    cognoueru(n)t d(omi)n(u)m in fractionendd) panis 53)

  72. GG2

    nonne sic opportuit pati chr(istu)mee) (et)cc) i(n)trare in gl(ori)a sua 54) non(n)e cor n(ost)r(u)m arde(n)s er(a)t i(n) nob(is) de ih(es)u du(m) loq(ue)ret(ur) nobi(s) via 55)

Übersetzung:

Der Adel der Seele ... die Zier ... . (C2) Dies ist der Tag. (C3)

Dies ist die Nacht, in der Christus aus der Hölle als Sieger heraufgestiegen ist. (D2)

Unser Osterlamm ist geopfert, deshalb wollen wir speisen. (F2) Christus ist (aus der Hölle) auferstanden. (F3)

Denn dieser ist das wahre Lamm, das die Sünden der Welt weggenommen hat. (H2)

Jetzt soll die Engelschar im Himmel jubeln, jubeln sollen die dienstbaren Geister im Himmel. (I2)

Dies ist das Osterfest, an dem das wahre Lamm getötet wird. (J2) O unschätzbare Zuwendung der Liebe, daß du den Sklaven loskaufst. (J3)

Sei gegrüßt, Gnadenreiche, der Herr (ist) mit dir. (L1) Siehe (ich bin) die Magd des Herrn. Mir geschehe gemäß ... . (L2) ... dein Urteil, Königin. (L3) Ich bitte dich, Herr, sende, den du senden willst. (L4) Wer wird zu uns kommen, und wen soll ich senden? (L5) Siehe, hier bin ich, sende mich ins Fleisch. (L6)

Ehre (sei) Gott in der Höhe. (M1) Heute ist uns ein König geboren. (M2) Hier liegt in der Krippe, der die Welt umfaßt. (M3) Freue dich, Mutter Gottes, ... . (M4)

Ihr werdet das Kind finden in Windeln gewickelt. (N1) Ich verkündige euch große Freude. (N2) Das Kind sahen wir im Chor der Engel. (N3) Den Neugeborenen sahen wir im Chor der Engel. (N4)

Wir wollen hier drei Zelte machen. (O1) Herr, es ist gut, daß wir hier sind. (O2) Erzählt niemandem von der Erscheinung. (O3)

Lazarus, komm hervor. Ich bin die Auferstehung und das Leben. (P1) Ich weiß, daß er auferstehen wird bei der Auferstehung am Jüngsten Tag. (P2)

Sei gegrüßt, unser König, Sohn Davids, Hosianna in der Höhe. (Q1) Sei gegrüßt, unser König, Sohn Davids. (Q2)

Mein Vater, wenn es möglich ist, möge dieser Kelch an mir vorbeigehen. (R)

Jetzt soll die Engelschar im Himmel jubeln. (T1) Jubeln sollen die dienstbaren Geister im Himmel. (T2) Ich habe Wasser an der Seite vom Tempel austreten sehen. (T3)

Macht hoch eure Tore, ihr Fürsten. (U1) Dies ist die Hand, die mich geschaffen hat. (U2)

Wach auf, meine Ehre. (V1) In der Morgendämmerung (will ich aufwachen). (V2)

Wen sucht ihr, ihr Christus verehrenden Frauen? (W1) Wir suchen den Gekreuzigten aus Nazareth. (W2)

Was weinst du? Wen suchst du? (X1, DD2) Sie haben meinen Herrn weggetragen, und ich weiß nicht, wohin sie ihn gelegt haben. (X2, DD1)

Mein Herr und mein Gott. (Y1, EE1) Strecke deine Hand aus, und erkenne die Stellen der Nägel. (Y2, EE2)

Ihr Männer aus Galiläa, was wundert ihr euch und blickt in den Himmel? (Z1) Er wird so kommen, wie ihr ihn in den Himmel habt gehen sehen. (Z2)

Dies ist Jerusalem, jene Stadt. (AA)

Ich bin Alpha und Omega, der Erste und der Letzte und der Morgenstern, der Schlüssel David. (BB1) Steh auf, meine Ehre, heb an Psalter und Citharra. Du (bist mein Sohn), heute (habe) ich (dich gezeugt). (BB2)

Den Füßen Jesu näherte sich die Sünderin ... . (CC1)

Du bist der einzige Fremdling in Jerusalem und hast nicht gehört von Jesus. (FF1) Was sind dies für Reden, die ihr untereinander führt? (FF2) Bleibe bei uns, Herr, denn es wird Abend. (FF3)

Sie erkannten den Herrn bei der Brechung des Brotes. (GG1) Mußte nicht Christus solches erleiden und eintreten in seinen Glanz. Brannte nicht unser Herz in uns wegen Jesus, als er mit uns redete auf dem Weg. (GG2)

Wappen:
BraunschweigLüneburgBrandenburgBayern
HoyaPommernOldenburgHolstein-Schauenburg

Kommentar

Die Datierung des Heiligen Grabes auf 1448 ergibt sich aus einer am 28. August 1448 ausgestellten Urkunde, in der für die Andacht an dem von der Äbtissin Katharina von Hoya (vgl. Nr. 41) gestifteten und kurz zuvor geweihten Heiligen Grab Ablaß gewährt wird.56) Die Chronik gibt an, daß die Äbtissin Katharina von Hoya das Heilige Grab für die von ihr gestiftete Annenkapelle anfertigen ließ und dafür 100 Taler bezahlte. Zur Zeit der Niederschrift der Chronik 1692 stand es im Nonnenchor,57) wohin es möglicherweise schon 1473 mit der Aufgabe der ersten Annenkapelle versetzt worden war (vgl. Nr. 41). Bei den außen auf dem Heiligen Grab angebrachten Wappen dürfte es sich um die Ahnenwappen der Katharina von Hoya handeln, die die Tochter Ottos III. von Hoya und der Mechthild von Braunschweig-Lüneburg war.58) Allerdings lassen sich die Wappen Bayern und Pommern – anders als die übrigen Wappen – nicht mit den Vorfahren ihrer Eltern in Einklang bringen.59)

Die Texte der Schriftbänder auf dem außen auf die Langseite des Schreins gemalten Fries sind der österlichen Liturgie entnommen und stellen mit fünf Zitaten das Exsultet in den Mittelpunkt, das zu Beginn der Lichtfeier in der Osternacht gesungen wird. Die in die Szenen der Schreininnenseite eingefügten Schriftbänder mit Texten aus Liturgie und Bibel dienen zur Veranschaulichung der Darstellungen, indem sie in wörtlicher Rede die Dialoge zwischen den dargestellten Personen wiedergeben.

Textkritischer Apparat

  1. Über dem v ein Kürzungsstrich, unsichere Lesung.
  2. decs Maier.
  3. xpc.
  4. Das Wort inferis im Grundbestand erkennbar, aber die Buchstaben teilweise wohl bei Restaurierung falsch ergänzt.
  5. Lesung des gesamten Schriftbands bei Maier [ – – – ]tur ascendit.
  6. Zu ergänzen zu christus resurrexit ab inferis. xpi res Maier.
  7. Über ce ein Kürzungsstrich, zur möglichen Auflösung vgl. Anm. 6.
  8. Die auf te folgenden Buchstaben eventuell mu oder mo. Aufgrund der geringen Buchstabenreste ist der Text nicht zu identifizieren.
  9. me e ... sanus Maier.
  10. Unsichere Lesung, Theominus Maier.
  11. Zu der Problematik des Wortes mysteria (oder ministeria) vgl. Norbert Lohfink S. J., Die deutsche Übersetzung des Exsultet. In: Liturgisches Jahrbuch 49, 1999, S. 39–76.
  12. Zu ergänzen zu sunt festa paschalia.
  13. Die letzten Buchstaben nur fragmentarisch erhalten.
  14. Die in Klammern gesetzten Buchstaben nur schemenhaft zu erkennen.
  15. Aedict Maier.
  16. Das erste ‚Wort‘ als nicht lesbare Phantasiebuchstaben gestaltet, so nicht als Bibelzitat nachweisbar, möglicherweise falsch restauriert. Das Schriftband erscheint sehr durchsichtig, möglicherweise erst später hinzugefügt.
  17. Wohl falsch restauriert, korrekt wäre (con)tinet mu(n)du(m). cruci... Maier.
  18. Das letzte Wort zwar deutlich erkennbar, aber nicht lesbar, vermutlich falsch restauriert, dies könnte auch für quam gelten, vgl. Anm. 16.
  19. Fehlstelle, falsch restauriert.
  20. Der Rest des Schriftbands leer, vermutlich war die Inschrift ursprünglich noch weitergeführt.
  21. Falsch restauriert, korrekt wäre vestras.
  22. Ursprünglich richtig gloria, das m später hinzugesetzt, bei dem folgenden mea am Ende ein m getilgt.
  23. Das gesamte Spruchband restauriert und dabei verfälscht, ursprünglich vermutlich quem quaeritis o christicolae mulieres in gekürzter Form.
  24. Falsch restauriert, korrekt wäre ploras.
  25. Falsch restauriert, korrekt wäre veniet.
  26. ad aspicientes wohl irrtümlich statt adspicientes.
  27. Zu ergänzen zu clavis david. ego sum alpha (et omega) ... stella matutina Maier.
  28. Zu ergänzen ex[urge], vgl. a. Anm. 44. (exu)rge glo... exurge psalterium ... Maier.
  29. Tironisches et.
  30. Falsch restauriert, korrekt wäre fractionem.
  31. xpm.

Anmerkungen

  1. Inv. Nr. WIEN Aa 6.
  2. Der Text nicht nachweisbar. Die Worte nobilitas und decus kommen in Kombination eher in weltlichen Texten vor.
  3. Antiphon Haec est dies quam fecit dominus, vgl. Cursus, Online Resource of Medieval Liturgical Texts, Nr. c2997.
  4. Liturgischer Text, Exsultet, Feier der Osternacht. Die Texte hier in der Wortstellung teilweise leicht verändert.
  5. 1. Cor. 5,7f.
  6. Möglicherweise Antiphon Sacram huius diei solempnitatem celebremus, vgl. Cursus, Online Resource of Medieval Liturgical Texts, Nr. c4677.
  7. Liturgischer Text, Canon Missae, Ostern.
  8. Lc. 1,28.
  9. Lc. 1,38.
  10. Ex. 4,13.
  11. Is. 6,8.
  12. Is. 6,8.
  13. Liturgischer Text, Incipit des Gloria im Ordo missae, nach Lc. 2,14.
  14. Antiphon, vgl. Cursus, Online Resource of Medieval Liturgical Texts, Nr. c3112.
  15. Nach Responsio, vgl. Cursus, Online Resource of Medieval Liturgical Texts, Nr. c7297.
  16. Antiphon, vgl. Cursus, Online Resource of Medieval Liturgical Texts, Nr. 2920, hier folgt virgo immaculata quae gaudio ab angelo suscepisti.
  17. Nach Lc. 2,12: et hoc vobis signum invenietis infantem pannis involutum.
  18. Liturgischer Text nach Lc. 2,10.
  19. Antiphon, vgl. Cursus, Online Resource of Medieval Liturgical Texts, Nr. c4455, dort natum statt infantem.
  20. Antiphon, vgl. Cursus, Online Resource of Medieval Liturgical Texts, Nr. c4455.
  21. Mt. 17,4.
  22. Mt. 17,4.
  23. Mt. 17,9.
  24. Io. 11,43 u. Io. 11,25.
  25. Io. 11,24.
  26. Liturgischer Text nach Mt. 21,9, Antiphon, vgl. Cursus, Online Resource of Medieval Liturgical Texts, Nr. c1543.
  27. Nach Mt. 21,9.
  28. Mt. 26,39.
  29. Io. 19,19.
  30. Liturgischer Text nach Ez. 47,1, Antiphon, vgl. Cursus, Online Resource of Medieval Liturgical Texts, Nr. c5403.
  31. Antiphon, vgl. Cursus, Online Resource of Medieval Liturgical Texts, Nr. c5159.
  32. Ps. (G) 56,9.
  33. Ps. (G) 56,9: exsurgam diluculo.
  34. Beginn des Osterspiels: quem quaeritis o christicolae. Vgl. Walther Lipphardt, Lateinische Osterfeiern und Osterspiele. Teil 1, Berlin/New York 1975 (Ausgaben deutscher Literatur des XV. bis XVIII. Jahrhunderts 61, Reihe Drama 5), S. 3.
  35. Beginn des Osterspiels (wie Anm. 34), der Anfang zu ergänzen zu [iesum naza]renu(m).
  36. Io. 20,15.
  37. Io. 20,13.
  38. Io. 20,28.
  39. Nach Io. 20,25–27.
  40. Liturgischer Text, Canon missae, Introitus zur Himmelfahrt Christi. Nach Act. 1,11.
  41. Act. 1,11.
  42. Antiphon, vgl. Cursus, Online Resource of Medieval Liturgical Texts, Nr. c2588.
  43. Ps. (G) 56,9.
  44. Ps. (G) 2,7: filius meus es tu ego hodie genui te.
  45. Responsio, vgl. Cursus, Online Resource of Medieval Liturgical Texts, Nr. c6016: Accessit ad pedes Jesu peccatrix mulier Maria et osculata est et lavit lacrimis et tersit capillis et unxit unguento.
  46. Io. 20,13.
  47. Io. 20,15.
  48. Io. 20,28.
  49. Nach Io. 20,27: et adfer manum tuam et mitte in latus meum et noli esse incredulus sed fidelis.
  50. Nach Lc. 24,18: tu solus peregrinus es in Hierusalem et non cognovisti quae facta sunt in illa his diebus.
  51. Lc. 24,17.
  52. Lc. 24,29.
  53. Lc. 24,35.
  54. Lc. 24,26.
  55. Nach Lc. 24,32.
  56. Klosterarchiv Wienhausen, Urkunde Nr. 471.
  57. Chronik und Totenbuch, p. 15. Etwas seltsam ist der Umstand, daß das Heilige Grab hier als Gemälde bezeichnet ist. Möglicherweise ist dies auf eine unzutreffende Übersetzung eines lateinischen Begriffs in der Vorlage der erst 1692 niedergeschriebenen Chronik zurückzuführen.
  58. Vgl. Bernd-Ulrich Hucker, Die Grafen von Hoya. Bielefeld 1993, S. 63.
  59. Vgl. Isenburg, Stammtafeln, N. F. Bd. 1, Tafel 64 (Hoya). Bd. 1, Tafel 69 (Braunschweig-Lüneburg). Merkwürdig ist allerdings der Umstand, daß die Grabplatte der Katharina von Hoya zugleich auch für einen Ludwig von Bayern bestimmt war (vgl. Nr. 51). Das Wappen Bayern könnte man eventuell auch mit einem genealogischen Bezug auf Heinrich den Löwen als Herzog von Bayern erklären.

Nachweise

  1. Mithoff, Kloster Wienhausen, S. 6 (A).
  2. Mithoff, Kunstdenkmale Fürstentum Lüneburg, S. 279 (nur A, O1, AA).
  3. Maier, Kunstdenkmale Wienhausen, S. 116–118 (dort weitere Angaben zur Literatur) u. Abb. 117–124 (Lesung der Inschriften teilweise unvollständig).

Zitierhinweis:
DI 76, Lüneburger Klöster, Nr. 44 (Sabine Wehking), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di076g013k0004407.