Inschriftenkatalog: Die Inschriften des Landkreises Weilheim-Schongau

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 84: Lkr. Weilheim-Schongau (2012)

Nr. 274 Weilheim, Töllern, Filialkirche St. Johann um 1620

Beschreibung

Beischrift unter dem Wandbild Christus als Weltenrichter. An der Westwand. 1950/52 freigelegt1). Die Inschrift befindet sich auf einem Schriftband, das sich über die ganze Wandseite hinzieht. Das Schriftband enthält in insgesamt sieben jeweils zweizeiligen Strophen ein Gedicht. Inschrift und Gemälde sind vielfach beschädigt, die Inschrift teilweise nicht mehr lesbar. Links, über der ersten Strophe, über dem Schriftband, Reste der Vorzeichnung einer Jahreszahl(?), aus einer früheren Malschicht(?), erkennbar2).

Maße: H. 16,5 cm, B. 550 cm, Bu. 4 cm.

Schriftart(en): Fraktur.

DI 84, Nr. 274 - Weilheim, Töllern, Filialkirche St. Johann - um 1620

 © BAdW München, Inschriftenkommission [1/8]

  1. Ach wee den Bösen, Wol den Frommen,Wann der Herr Zum Grichte wirt khom(m)en.Wee, Wee alsz dann den bösen KhindernDen Todtsinderin vnd TodtsindernWelche durch Hoffart, Neid vnd Hasz, Durch [ei]ṭẓ, Zorn, Vnkheischeit vnd fraszFaul, träg, Zum guetten gwesen sein, Verschult habe die hellisch PeinWee den Ketz[ern d]ie falsch [Gel]ehrt, Die arm [ey]tt [---]ḍṛuckht vnd bschwertDenen wol, die niemand Betriebt, Barmhertzigkheit haen geliebt.Sy werden [geh]n Zum Leben ein Dise aber in [ew]g Pein AE[---a)

Bibel- und Schriftstellerzitat(e):

  • Nach Mt 25,46.

Versmaß: Deutsche Reimverse.

Kommentar

Gemälde und Inschrift werden dem Weilheimer Maler Elias Greither d. Ä. zugeschrieben. Greither gilt auch als Verfasser der Verse. Zur Schrift vgl. Einleitungskapitel LII.

Textkritischer Apparat

  1. Ergänze sinngemäß zur Bibelstelle.

Anmerkungen

  1. Mauthe, St. Johann 11; DiB I,23 (Weilheim-Schongau) 591.
  2. In Kontur sind zu erkennen 558.

Nachweise

  1. Mauthe, St. Johann 13–14; Helm, Elias Greither 22 und 32; DiB I,23 (Weilheim-Schongau) 591 (mit Abb.).

Zitierhinweis:
DI 84, Lkr. Weilheim-Schongau, Nr. 274 (Manfred Merk), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di084m015k0027404.