Inschriftenkatalog: Die Inschriften des Landkreises Weilheim-Schongau

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 84: Lkr. Weilheim-Schongau (2012)

Nr. 194 Pähl, Pfarrkirche St. Laurentius 1592?

Beschreibung

Wappengrabplatte für Caspar von Berndorff und seine Ehefrau Anna, geb. von Gumppenberg. Innen, an der Nordwand, westlich des nördlichen Seitenaltares. Rotmarmor. Im oberen Bereich der Platte erhabene Inschrift, darunter in vertieftem Feld zwei Vollwappen. Oberfläche abgetreten.

Maße: H. 118 cm, B. 61 cm, Bu. 4,5 cm.

Schriftart(en): Fraktur.

DI 84, Nr. 194 - Pähl, Pfarrkirche St. Laurentius - 1592?

 © BAdW München, Inschriftenkommission [1/2]

  1. Den 8 August A(nn)oa) 1589 ist Der / Wol Edel gestrenb) Caspar vo(n) Bern/dorff zu Päll vnd Stainbachtb) seelig / Endtsladffenb) ligt alda Begraben da / den · 11 Decemb(er) A(nn)oa) 1692b) Die / Wolgeborne Frau Frau Anna / vo(n) Berndorff geborne vo(n) Gump=/penberg Freij(n) Seelig verschieden / lijgt zur Bairdtiste(n)c) begraben dern / Seele Gott Bairmhertigb) sein w(elle) A(men)

Wappen:
Berndorff1), Gumppenberg2).

Kommentar

Zur Schrift vgl. Einleitungskapitel LI.

Bei dem Text fällt die Vielzahl der Schreibfehler auf. Vielleicht ist auf dieses Phänomen auch die Tatsache zurückzuführen, daß das Sterbejahr der Frau fälschlich ins 17. Jahrhundert datiert ist. Mutmaßlich handelt es sich bei Anna um die Ehefrau Caspars, die demnach eher 1592 verstorben sein muß. Ebenso ist unklar, wo sie bestattet wurde.

Caspar von Berndorff zu Pähl und Steinbach3) war der Sohn des Caspar von Berndorff, der mit Ursula von Gera verheiratet war, die bei Prey jedoch nicht explizit als Mutter Caspars aufgeführt ist. Caspar der Jüngere heiratete 1528 Anna, die Tochter des Alexander von Gumppenberg und der Amalia, geb. Fuchs von Rugam. Sie hatten einen Sohn Heinrich von Berndorff. Beide Caspar waren Kammermeister am Münchener Hof4).

Textkritischer Apparat

  1. o hochgestellt.
  2. Sic!
  3. Sic! Auflösung unklar.

Anmerkungen

  1. BayA1 9.
  2. Bay 38.
  3. Steinbach, heute Gde. Moorenweis, Lkr. Fürstenfeldbruck. Hofmark, seit 1553 im Besitz der Berndorffer, vgl. HAB Altbayern I, 22/23 (Rauhenlechsberg) 138.
  4. Vgl. Prey: Cgm 2290 3, fol. 156r f.; zu Gumppenberg: Cgm 2290 12, fol. 370v und Hundt, Stammenbuch 2, 117. So auch Hattstein, Hoheit 24f. Abweichend Lanzinner, Fürst 300, der nur einen Caspar annimmt, der zweimal verheiratet war.

Nachweise

  1. Kdm OBB III (Weilheim) 711; DiB I,23 (Weilheim-Schongau) 202.

Zitierhinweis:
DI 84, Lkr. Weilheim-Schongau, Nr. 194 (Manfred Merk), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di084m015k0019408.