Inschriftenkatalog: Die Inschriften des Landkreises Weilheim-Schongau

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 84: Lkr. Weilheim-Schongau (2012)

Nr. 167 Weilheim, Friedhofskirche St. Salvator u. St. Sebastian (Betbergk.) 1584

Beschreibung

Grabtafel für Peter Schravogl. Vorhalle, Westwand, südlich des Denkmals Englhart (Nr. 155). Nach Angabe von Schmidtner bis 1867 zusammen mit der Tafel für die Ehefrau (Nr. 160) und einer Wappentafel, an der westlichen Wand der Friedhofskirche angebracht1). Messing. Querrechteckige Tafel mit Inschrift (I), umlaufende Rahmenleiste mit zwei Rollwerkornamenten zu beiden Seiten. Unterhalb von Inschrift (I) Spruch (II). Oben durch aufeinander zulaufende langgestreckte Voluten gebildeter „Auszug“, im Feld, zwischen zwei Posaune blasenden Engeln, ein Totenkopf.

Maße: H. 24 cm, B. 36 cm, Bu. 1,6 cm (I), 1 cm (II).

Schriftart(en): Fraktur (I), Kapitalis (II).

DI 84, Nr. 167 - Weilheim, Friedhofskirche St. Salvator u. St. Sebastian (Betbergk.) - 1584

 © BAdW München, Inschriftenkommission [1/1]

  1. I.

    Anno Domini 1584 · Adja) · 11 · December · Starb Der Ersam vnd / Fürneme Petter Schrauogel · Dem seij Gott genedig vnnd / Barmhertzig · vndverleihe Ime · auch allen Cristglaubigennb) / Mensche(n) · ein fröliche auferstehung · zu dem Im(m)erwerende(n) ewige(n) lebe(n). / Amenc).

  2. II.

    · VIVEd) · VT · VIVAS . HODIE · MIHI CRAS · TIBIe)

Übersetzung:

Lebe (so), daß du (ewig) leben mögest. Heute mir, morgen dir. (II)

Kommentar

Zur Schrift vgl. Einleitungskapitel L.

Über Peter Schravogl ist nichts bekannt. Er war mit der 1581 verstorbenen Barbara Eisvogl2) verheiratet.

Textkritischer Apparat

  1. Aus dem Italienischen übernommene Datierungsform von ad diem (am Tag).
  2. Sic!
  3. Verkleinert, rechts unter der Zeile.
  4. Worttrenner davor in Form einer Wellenlinie mit eingerollten Enden.
  5. Es folgt ein Zeichen in Form einer achtförmigen Schlaufe, vielleicht für et(cetera)?

Anmerkungen

  1. Es ist unklar, ob das heute an die Schriftplatte für Barbara angehängte Wappen diese Wappentafel gewesen sein kann oder ob es sich um eine größere, heute verlorene Wappentafel handelte.
  2. Vgl. Nr. 160; Schmidtner, Weilheims Kirchhöfe 11.

Nachweise

  1. SAW Archivbibliothek Nr. 268 p. 31; Schmidtner, Weilheims Kirchhöfe 11; DiB I,23 (Weilheim-Schongau) 550; Heberlein, Weilheims Friedhofskirche 80.

Zitierhinweis:
DI 84, Lkr. Weilheim-Schongau, Nr. 167 (Manfred Merk), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di084m015k0016704.