Inschriftenkatalog: Landkreis Northeim

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 96: Lkr. Northeim (2016)

Nr. 191 Ellensen, St. Matthäus 1595

Beschreibung

Steintafel. An der Ostwand der Kirche. Im vertieften Feld mit doppelt profiliertem Rand die erhaben ausgeführte Inschrift, zentriert angeordnet.

Maße: H.: 46 cm; B.: 83,5 cm; Bu.: 5,5–6 cm.

Schriftart(en): Kapitalis mit schrägliegender Jahreszahl.

DI 96, Nr. 191 - Ellensen, St. Matthäus - 1595

 Akademie der Wissenschaften zu Göttingen (Lara-Sophie Räuschel) [1/1]

  1. ANNO D(OMI)NI 1595 HENRI(CUS) / CRETUS ME FIERI FECIT /
    DIACONIS / GEORGEN HANNEN / ET IOBST KEMBTEN

Übersetzung:

Im Jahr des Herren 1595 ließ Heinrich Cretus mich erbauen. Diakone waren Georg Hannen und Jobst Kembten.

Kommentar

Die Verbreiterung der Schaft- und Bogenenden findet sich nicht am unteren Bogenende des C. Die unteren Balken des E sind leicht hochgebogen und schräg abgeschnitten wie der Deckbalken des T. Der Mittelbalken von E und F ist keilförmig gestaltet, die Schäfte von H und E sind teilweise durchgebogen.

Heinrich Cretus (Creth) aus Nordstemmen, Sohn des dortigen Pastors, gehörte 1572 zu den ersten Schülern des Pädagogiums in Gandersheim.1) Er war (zuvor?) Hauslehrer bei den Familien von Bortfeld und von Oldershausen und von 1573 bis 1575 Inhaber der zweiten Pfarrstelle in Gronau; von 1575 bis 1595/96 amtierte er als Pastor in Ellensen. Vor ihm war ein Schreiber der Familie von Oldershausen mit der Pfarre belehnt.2)

Anmerkungen

  1. Matrikel Helmstedt, S. 2, Nr. 80: Kostgenger … Henricus Cretus.
  2. Meyer, Pastoren, Bd. 1, S. 249 u. 351. Vgl. August W. Röbbelen, Geschichte der Stadt Gronau, ein Beitrag zur Geschichte des Fürstenthums Hildesheim, Lüneburg 1832, S. 119f. Der von ca. 1573 bis 1582 genannte Pastor Creth (Creid) in Nordstemmen war offenbar bereits älter; Meyer, Pastoren, Bd. 2, S. 207.

Zitierhinweis:
DI 96, Lkr. Northeim, Nr. 191 (Jörg H. Lampe, Christine Wulf), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di096g017k0019104.