Inschriftenkatalog: Landkreis Luwigsburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 25: Lkr. Ludwigsburg (1986)

Nr. 679 Kleinbottwar (Stadt Steinheim a. d. Murr), ev. Pfarrkirche St. Georg um 1650

Beschreibung

Grabplatte des Christoph von Plieningen. Innen an der Südwand des Chores, fünfter Stein von links. Der Entwurf folgt in der Anlage einem Grabstein von 1647 in der gleichen Kirche.1 Im Mittelfeld oben 5zeilige Inschrift (A), unten in der Rollwerktafel 11zeilige Inschrift (B). Bei der Zuschüttung der Gruft 1913 wurde der Stein aus dem Fußboden gehoben und in der neuen Westvorhalle aufgestellt; nach deren Abtragung 1966 kam er an den heutigen Standort. Leicht abgetreten.

Maße: H. 170, B. 80, Bu. 2,5 cm.

Schriftart(en): Fraktur.

DI 25, Nr. 679 - Steinheim a. d. Murr-Kleinbottwar - um 1650

 © Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

  1. A

    Ps(alm) 77 Vnd 118 ·/ Die Gerechte des Her=/ren behelt den Sieg / Die Rechte des Herrn / kan Alles wenden2)

  2. B

    Unter Disem Stein / Ruchet Inn Gott Der Frey=/ Reichs Wohl Edelgeborne, vnd / Gestrenge Herr, Herr Christoph / Von Plieningen Zu Alt v(n)d New Schaubeckh, Deme Der All=/ mächtig Gott an Dem grosen / Tag Des Herren, Eine Fröhliche / Aufferstehung, Vnd vns allen / auch Ein Seeliges Ende / Verleihen Wolle Amen

Wappen:
PlieningenSchönau

Kommentar

Christoph von Plieningen starb 1599, der Stein entstand also lange nach seinem Tod, vielleicht als Ersatz für eine ältere Grabplatte auf der Gruft.3 Der zeitliche Abstand erklärt vielleicht, warum nicht das Wappen seiner Mutter Agnes von Helmstatt erscheint, sondern irrig das seiner Stiefmutter Apollonia von Schönau, der Stammutter aller späteren Herren von Plieningen. – Der Stein läßt sich nach Aufbau und Stil einer Gruppe gleichartiger Grabplatten zuordnen, die um die Mitte des 17. Jahrhunderts für die Kleinbottwarer Herrschaft angefertigt wurden.4

Anmerkungen

  1. Vgl. nr. 673 (Anna Catharina Megenzer von Felldorf).
  2. Ps. 77, 1 frei nach Luther (wörtlich ‚daß die rechte Hand des Höchsten sich ändert’); Ps. 118, 15 frei nach Luther (wörtlich ‚die Rechte des Herrn behält den Sieg’).
  3. Sein Grabmal ist in der Kirche erhalten, es wurde ihm gemeinsam mit seinem Halbbruder Sebastian gesetzt, vgl. nr. 477 und Stammtafel Plieningen.
  4. Dazu gehören vermutlich nr. 671 (1645) und der Stein des Johann Caspar Megenzer von Felldorf von 1656, vgl. Einleitung S. XXXIX.

Zitierhinweis:
DI 25, Lkr. Ludwigsburg, Nr. 679 (Anneliese Seeliger-Zeiss und Hans Ulrich Schäfer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di025h009k0067900.