Inschriftenkatalog: Landkreis Luwigsburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 25: Lkr. Ludwigsburg (1986)

Nr. 665 Oberstenfeld, ehem. Stiftskirche St. Johannes d. T. 1636

Beschreibung

Grabplatte der Äbtissin Dorothea von Neuhaus (Neuenhaus). Innen an der Südwand des Chores, zweiter Stein von links. Sandsteinplatte mit schmaler Randleiste. Im Feld oben querrechteckige Tafel mit Inschrift in 8 Zeilen (A), darunter Allianzwappen in Lorbeerkranz, in den Zwickeln geflügelte Engelsköpfe. Unten Tafel mit Inschrift in 18 Zeilen (B). Rechts oben in der Tafel Fehlstelle mit Buchstabenverlust, in der unteren Tafel Verwitterungsschäden, einzelne Zeilen nicht mehr lesbar.

Maße: H. 186, B. 92, Bu. 2,5 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 25, Nr. 665 - Oberstenfeld - 1636

 © Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

  1. A

    AN(N)O 1636 · DEN · 12 · SEPTEMBERIS IST [IN CHRISTO SELI]G/LICH VERSCHIEDEN DIE HOCH WOL[EHRWV̈R]DIG / WOL EDEL FRAW DOROTHEA VON NEIENHAVS / AEPTISSIN DES FREIEN ADELICHEN STIFFTS / ZV OBERSTENFELD DEREN SEL GOT GENADE AMEN / ESAIAE AM 38 CAPITEL · / SO SPRICHT DER HERR DEIN GOT BESTELLE / DEIN HAVS DENN DV MVST STERBEN1)

  2. B

    ZVN PHILIP · AM 1 · CAPITEL ·2) / CHRISTVS IST MEIN LEBEN STERBEN IST MEIN GEWIN /ALHIE SCHLAF ICH IN GVTER RVH / IN FRIEDEN GIENGEN MEIN AVGEN ZV /DAS AMPT DAS MIR BEFOHLEN WAR / HAB ICH MIT GOTS HILF ABGEWART 38 IAR /MEIN LAVF DEN HAB ICH NVN VOLL END / MEIN SEL BEFOHLEN IN GOTTES HAEND /MEIN SV̈ND VND ALL GEBRECHLICHKEIT / DECKT ZV GOTTES BARMHERTZIGKEIT /DIE MIR CHRISTI TOD ERWORBEN / AVF SEIN VERDIENST BIN ICH GESTORBEN /[. . . . . . . . . . . . . . .] TROST VND LEHR / [. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .] / AM IVNGSTEN TAG IN [EWIGK]EIT / WERD ICH ERSTHEHN ZVR SELIGKEIT /DA ZV HELFF MIR DIE HEILIG DREY/FALTIG]KEIT AMEN ·

Wappen:
NeuhausNeipperg

Kommentar

Dorothea war eine Tochter des Ludwig von Neuhaus (gest. 1574) und der Brigitta von Neipperg.3 Sie trat 1582 in das Stift Oberstenfeld ein und wurde 1598 zur Äbtissin gewählt. Nach der Flucht der Chorfrauen 1634 kehrte sie offenbar wieder in das Stift zurück.4 Mit ihrem Tod erlosch die Familie von Neuhaus.

Anmerkungen

  1. Jes. 38, 1.
  2. Phil. 1, 21.
  3. v. Stetten, Oberstenfeld I 62. – Zur Abstammung zuletzt F. Hub, Ehrstädt und Schloß Neuhaus. Ehrstädt 1967, 101, 117f.
  4. Vgl. nr. 631.

Nachweise

  1. v. Stetten, Oberstenfeld I 63 (Abb.).

Zitierhinweis:
DI 25, Lkr. Ludwigsburg, Nr. 665 (Anneliese Seeliger-Zeiss und Hans Ulrich Schäfer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di025h009k0066509.