Inschriftenkatalog: Landkreis Luwigsburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 25: Lkr. Ludwigsburg (1986)

Nr. 661 Markgröningen, Friedhof 1635

Beschreibung

Grabplatte des Kindes Johannes Wendelinus Bilfinger. Innen an der nördlichen Umfassungsmauer provisorisch angelehnt, bis 1874 vermutlich im Chor der Stadtkirche. Fragment einer kleinen Inschrifttafel aus gelbem Sandstein, Beschlagwerkrahmen. Nur die rechte Hälfte erhalten, die Schrift im oberen Teil abgeblättert und verwittert.

Maße: H. 57, B. (Teilmaß) 42, Bu. 1–1,3 und 1,5 cm.

Schriftart(en): Humanistische Minuskel-Kursive und Kapitalis in Kursiv-Stellung (letzte Zeile).

DI 25, Nr. 661 - Markgröningen - 1635

 © Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

  1. [. . . . . . . . . . . . . . . . . . .]nit lae / [. . . . . . . . . . .resurreci]onem Expecta(n)s / [. . . . . . . . .] Joannes Wen     / [delinus We]ndelini Bilffingeri Leo / [bergens]is et Superattendentis / [Gronin]gensis, Filiolus oblec / [. .]nis 15 est Nurtingae / [. . . . . . . .] 15 Januarj Denatus / [est An]no 1635 · 7 · Septemb(ris): / [vixit Annos] XI · Menses VII · Dies XXIII / [VALE VIA]TOR ET DISCE MORI /

Übersetzung:

Lebe wohl, Wanderer, und lerne zu sterben.

Kommentar

Der versuchsweise sinngemäß ergänzte Text berichtet vom Tod des Johannes Wendel, Sohn des Wendel Bilfinger aus Leonberg, 1633 bis 1635 Dekan zu Markgröningen, zuvor in Nürtingen und nach 1639 wiederum dort, 1650 bis zu seinem Tod 1661 Prälat in Kloster Lorch.1 Er war mit der Schreinerstochter Marie Elisabeth Mayer aus Kirchheim/Teck verheiratet. Aus seiner Feder sind eine Autobiographie2 und ein Tagebuch über die Belagerung der Festung Hohenasperg 1634/1635 erhalten.

Anmerkungen

  1. Pfeilsticker 3436; Roemer, Markgröningen II 31, 70; G. Wunder, in: SwdtBllFamilien- und Wappenkunde 11 (1962) H. 9, S. 211; 12 (1967) H. 5, S. 166; ders., in: Archiv für Sippenforschung 39 (1973) 113ff.
  2. Photokopie in Stuttgart, WürttLB; Familienbesitz.

Zitierhinweis:
DI 25, Lkr. Ludwigsburg, Nr. 661 (Anneliese Seeliger-Zeiss und Hans Ulrich Schäfer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di025h009k0066107.