Inschriftenkatalog: Landkreis Luwigsburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 25: Lkr. Ludwigsburg (1986)

Nr. 659 Enzweihingen (Stadt Vahingen a. d. Enz), ev. Pfarrkirche St. Martin 1635

Beschreibung

Grabplatte eines Unbekannten, vermutlich mit Namen Nachtegal. Außen an der Nordseite des Langhauses. Hochrechteckige Platte aus gelbem Sandstein mit roten Einschlüssen. Breite Rahmenleiste; im vertieften Feld Inschrift (19 Zeilen). Oberfläche weitgehend zerstört, rechte obere Ecke gebrochen.

Maße: H. 184, B. 85, Bu. 4,5 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 25, Nr. 659 - Vaihingen a. d. Enz-Enzweihingen - 1635

 © Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

  1. ACTa) : VII : FEB[RVAR] / 1635 · ST[A]RB · D[VRCH] / KVGELWE[. .]b) DER / MANH[AFT]c) TORS[. .]d) NA/:CHTEGAL . .TROP / [AV]S · DER SCHLEIN / SEINES ALT[ERS . . . . . / . . . . .]E[. . . . . ]/GER AVCH [. . .] / ZVO [. . . . . .] / WART [. . . . . . .] / ZV ENT[. . . . .] / DEME GOT AN[.] / [I]ENNEM TAG MIT / ALLEN CHRIST: / : GLAIBIGEN ER: / : WECKEN WO[LLE] / AMEN /

Kommentar

Vermutlich ist der Verstorbene in den Kriegswirren des Dreißigjährigen Krieges umgekommen.1 So weit zu entziffern ist, könnte er von der Schlei – also aus Schleswig-Holstein – stammen und wäre dann als Angehöriger der schwedischen Truppen anzusehen, die am 6. September 1634 in der Schlacht bei Nördlingen ihre schwerste Niederlage erlitten.

Textkritischer Apparat

  1. Vielleicht ACT(VS APOSTOLORVM) ? Drei Buchstaben, darüber Kürzungsstrich.
  2. Nach dem E sind nur zwei Hasten zu erkennen, darüber Kürzungsstrich: Kugelwesen? oder Kugelwechsel?
  3. Sinngemäße Auflösung der Kürzung.
  4. Kaum leserlich, über RS Kürzungsstrich: Torsten? (Vorname?)

Anmerkungen

  1. Vgl. die Schilderung des Kriegsverlaufs in der Vaihinger Gegend bei Feil 82ff. – Der Grabstein ist bei Klemm, Grabschriften 1874 nicht genannt. Dafür erwähnt Klemm (ebd. Nr. 10, S. 39 nr. 19) für „Anfang des 17. Jahrhunderts“ den Grabstein des „Ditterich Preismeier, Ihro kurf. Durchlaucht in Bayern gewesener Rittmeister“, heute zweiter Stein der Südseite. Da dessen Witwe 1701/1702 noch genannt wird (vgl. Pfeilsticker 1248), ist dieser nach 1650 anzusetzen und gehört nicht mehr in den Bearbeitungszeitraum.

Zitierhinweis:
DI 25, Lkr. Ludwigsburg, Nr. 659 (Anneliese Seeliger-Zeiss und Hans Ulrich Schäfer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di025h009k0065906.