Inschriftenkatalog: Landkreis Luwigsburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 25: Lkr. Ludwigsburg (1986)

Nr. 658 Oberstenfeld, ehem. Stiftskirche St. Johannes d. T. nach 1634

Beschreibung

Grabplatte der Katharina von Zaiskam. Innen an der Nordwand der Turmkrypta, zweiter Stein von links. Rechteckige Platte aus grauem Sandstein. Im Feld oben ein Wappen in Lorbeerkranz, darunter eine von Engeln, Hermen und Knorpelwerk gerahmte Tafel mit 19zeiliger Inschrift. In den Ecken des Steines je ein Wappen, die zugehörige Beischrift auf der Randleiste. Der Stein sandelt auf der Oberfläche ab, die unteren Schriftzeilen fast unleserlich.

Maße: H. 175, B. 80, Bu. 1,2 cm.

Schriftart(en): Fraktur (Tafel), Kapitalis (Wappen).

DI 25, Nr. 658 - Oberstenfeld - nach 1634

 © Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

  1. A

    psalm 126a)1) die mit TRenen Seen, werden / mit Frewden Ernden, sie gehe(n) hin / vnd weinen, vnd Tragen Edlen Sa=/ men, Vnd kommen mit Frewden / Vnd bringen ihre garben. / Anno 1634 den 31. August[i ist] / in Christo Seelig Entschlaffen d[ie] / Ehrwürdige WohlEdel geborne Jungfr[aw] / Catharina Von Zeißkheim Chor Jungfr[aw] / 44 Jahr. Dieses Freyen Adelichen [Stiffts] / Oberstenfeld Ihres Alters 6[.] Jahr. / Gott erweckh sie wider m[it Frewden] Amen / Zu deren Ehrengedechtnus hat die Hoch/Ehrwürdige Edel geborne Jungfraw / Anna Maria von Reitzenstein. der zeitt / deß Freyen Adelichen Stiffts Abtey / verwallterin disen Stein Vfflegen / Lassen.

 
Wappen:
Zaiskam

   
Wappen mit Beischriften:
ZEISKHEIM RO[SENBERG
[GILTLINGEN] KRANS]

Die Verstorbene, eine Tochter des Wolf von Zaiskam (gest. 1568) und der Gertrud von Rosenberg, muß etwa zwischen 1565 und 1568 geboren worden sein, sie trat 1590 in das Stift Oberstenfeld ein.2 Mit ihrem Tod erlosch die Familie von Zaiskam.3 – Kurz nach ihrem Tode flohen die Stiftsdamen aus Oberstenfeld mit Ausnahme der Anna Maria von Reitzenstein.4 Sie wollten auf diese Weise den Verwüstungen des Landes nach der Schlacht bei Nördlingen entgehen. Der Stein ist vermutlich erst nach dem Jahre 1634 in Auftrag gegeben worden; er stammt nach Stil und Aufbau aus der Werkstatt Leonberg II, die seit etwa 1631 für die Familie von Plieningen in Kleinbottwar gearbeitet hat, mit der Katharina von Zaiskam verschwägert war.5

Textkritischer Apparat

  1. Zeile in kursiver Minuskel.

Anmerkungen

  1. Ps. 126, 5.
  2. Die Familie stammte aus der Nähe von Germersheim (Pfalz); vgl. von Stetten, Oberstenfeld I 66; Humbracht Taf. 267.
  3. Ebd.
  4. Vgl. nr. 631.
  5. Vgl. die nrr. 673, 679. Meißner schreibt diese Steine der Besigheimer Werkstatt eines sonst nicht bekannten Hans Jakob App zu.

Nachweise

  1. v. Stetten, Oberstenfeld I 65 (Abb.).

Zitierhinweis:
DI 25, Lkr. Ludwigsburg, Nr. 658 (Anneliese Seeliger-Zeiss und Hans Ulrich Schäfer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di025h009k0065806.