Inschriftenkatalog: Landkreis Luwigsburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 25: Lkr. Ludwigsburg (1986)

Nr. 625 Ensingen (Stadt Vaihingen a. d. Enz), St. Veitsgasse 17 (Ev. Pfarramt) 1625

Beschreibung

Bauinschrift des evangelischen Pfarrhauses auf dem Türsturz des – in die Umfassungsmauer des Gartens einbezogenen – Portals. Türgewände aus gelbgrauem Sandstein mit geradem Sturz über Kehle-Wulst-Profil. Die Stirnseite des Werkstücks ist nicht durchgehend beschriftet gewesen; in der Mitte der beiden unteren Zeilen jetzt große Lücke (ehemals Wappenschild?), Innenfläche zerstört. Die Bauinschrift ist vollständig und läuft seitlich weiter. Starke Schäden durch Verwitterung.

Maße: H. (Werkstück) 33, B. 201, Bu. 4 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 25, Nr. 625 - Vaihingen a. d. Enz-Ensingen - 1625

 © Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

  1. AEDIFICIVM HOC EXT[RVCTV]M E(ST) · SVMPTIB(VS) · ILLVST(RIS) / DVCIS WIRT(EMBERGENSIS) · IOANNIS · FRIDERICI PASTORE M(AGISTRO) · EBERH(ARDO) VITO PROCVRAT(ORE) · IO(ANNE) MICH(AELE) / BVHL A(NNO) D(OMI)NI / M · DC ·       XXV · /

Übersetzung:

Dieses Gebäude wurde erbaut auf Kosten des hochberühmten Herzogs von Württemberg, Johann Friedrich, unter dem Pfarrer Magister Eberhard Vitus und dem Verwalter Johann Michael Buhl im Jahre des Herrn 1625.

Kommentar

Eberhard Vitus (Veit; gest. 1635 Sept. 9) war ein Sohn des Georg Vitus (gest. 1617)1 und der Rosina, Tochter des Balthasar Bidembach, Propstes der Stuttgarter Stiftskirche; er studierte 1609 in Tübingen2 und wurde 1619/20 von Herzog Johann Friedrich als Ensinger Pfarrer eingesetzt.3

Johann Michael Buhl aus der in Enzweihingen und Vaihingen a. d. Enz ansässigen Familie ist 1622–32 als Geistlicher Verwalter für das Amt Vaihingen nachweisbar.4

Anmerkungen

  1. Pfarrer zu Lustnau, Markgröningen und Lauffen, Stiftsprediger zu Stuttgart, schließlich ev. Abt zu Anhausen; vgl. Bernhardt II 697.
  2. Hermelink II 18238. – Todesdatum bei Feil 105.
  3. Die Berufung erfolgte entgegen dem Vorschlag des Konsistoriums, das Joh. Valentin Andreae favorisiert hatte; vgl. F. Fritz, in: BllWürttKirchenGesch. NF. 32 (1928) 47 Anm. 59.
  4. Pfeilsticker 2994; er war mit der Tochter seines Vorgängers Sigmund Sauselin verheiratet.

Zitierhinweis:
DI 25, Lkr. Ludwigsburg, Nr. 625 (Anneliese Seeliger-Zeiss und Hans Ulrich Schäfer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di025h009k0062501.