Inschriftenkatalog: Landkreis Luwigsburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 25: Lkr. Ludwigsburg (1986)

Nr. 622 Oberstenfeld, ehem. Stiftskirche St. Johannes d. T. 1625

Beschreibung

Grabplatte des Ludwig von Helmstatt. An der Südwand der Chorkrypta, dritter Stein von links. Platte aus grauem Sandstein mit Umschrift (A). Im Feld Reliefdarstellung eines Wickelkindes, das auf einem Kissen liegt; zu beiden Seiten je zwei Vollwappen mit Beischriften. Unten Rollwerktafel mit 6zeiliger Inschrift (B). Der Stein ist sehr stark abgetreten, die Umschrift kaum mehr lesbar.

Maße: H. 117, B. 65, Bu. 2,2 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 25, Nr. 622 - Oberstenfeld - 1625

 © Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

  1. A

    [LASSET] DIE [K]IN[DLEIN ZV MIR KOMMEN VND / WEHRET IHNEN NICHT / DENN IHRER IST] DAS REICH GOTTES [MAR]C(VS) 101)

  2. B

    PHILIPS LVDWIG DES WOL EDEL / LVDWIG CAROL VON HELMSTAT / SÖNLEIN IST DE[N. . .] MARCI / ALLHIE GEBOHRENa) VND DEN / I. APRIL BEGRABEN W[OR]DEN / AETATIS [.] I. WOCHEN AN(N)O 1625

   
Wappen mit Beischriften:
HELMSTAD [ELTZ]
LANDSCHAD SECKENDORFF

Die Eltern des Kindes, Ludwig Carl von Helmstatt und seine zweite Ehefrau Anna Wilhelma von Eltz, waren in Neckarbischofsheim (Rhein-Neckar-Kreis) ansässig. Vermutlich flüchteten sie vor den Kriegswirren nach Oberstenfeld, als die Pfalz durch kaiserliche Truppen besetzt wurde.2 In der Totenkirche zu Neckarbischofsheim sind neben anderen Denkmälern der Familie von Helmstatt zwei Steine für frühverstorbene Kinder des Ludwig Carl von Helmstatt erhalten; der erste zeigt zwei größere Kinder und ein Wickelkind aus der ersten Ehe mit Agatha Maria von Helmstatt, der zweite zwei Kinder aus der zweiten Ehe (1630 und 1631 verstorben).3 Die Darstellungen der verstorbenen Kinder lassen Werktstattgleichheit mit dem vorliegenden Stein erkennen.

Textkritischer Apparat

  1. v. Stetten, Oberstenfeld liest ALHIR VERSTORBEN.

Anmerkungen

  1. Marc. 10, 14.
  2. Verwandtschaftsbeziehungen bestanden über die Mutter Anna Wilhelma von Eltz, eine geborene von Seckendorf, zu Katharina von Zaiskam; vgl. DI. XVI (Mannheim-Sinsheim) nr. 340 und unten nr. 658 (nach 1634).
  3. DI. XVI (Mannheim–Sinsheim) nr. 336 (1619) mit Abb. – Ebd. nr. 343 (Geschwister Anna Felicitas und Johann Carlin).

Nachweise

  1. v. Stetten, Obrstenfeld I 72 (Abb.).

Zitierhinweis:
DI 25, Lkr. Ludwigsburg, Nr. 622 (Anneliese Seeliger-Zeiss und Hans Ulrich Schäfer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di025h009k0062207.