Inschriftenkatalog: Landkreis Luwigsburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 25: Lkr. Ludwigsburg (1986)

Nr. 621 Sersheim, ev. Pfarrkirche St. Peter 1624

Beschreibung

Grabdenkmal des Kindes Anna Magdalena Schmid. Im Chor, drittes Grabmal der Südwand. Hochrechteckige Platte aus grauem Sandstein mit Umschrift (A), bekrönt von Kranzgesims und Giebel aus Ohrmuschelwerk mit Relief des Gekreuzigten, am Fuß des Kreuzes Lamm, Totenkopf und Anker als Symbol der Hoffnung; im Hauptfeld oben zwei kreisrunde Medaillons mit Umschrift (B1, B2) und Wappen, darunter kniende Figur eines Mädchens in Relief; Inschrift C durchlaufend zu beiden Seiten der Figur; in der Sockelzone D. Farbig gefaßt: Gründe schwarz, Buchstaben gold.

Maße: H. 213, B. 79, Bu. 3 (A), 2,5 (B), 2,6 (C), 2 (D) cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 25, Nr. 621 - Sersheim - 1624

 © Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

  1. Titulus:inri /

  2. A

    DEN IX · OCTOBRIS ANNO 1624 / STARB DIE TVGENTSAM IVNGFRAW · ANNA / MAGDALENA SCH[MID] / IHRES ALTERS IM XIV IAR : GOTT GNADE IHR /

  3. B1

    · IOHAN BERNHART SCHMIDT G(EISTLICHER) / · VERWALTER MAVLBRONER · AMBTS /

  4. B2

    · ANNA SCHMIDIN GEBORNE MACHTOLFIN /

  5. C

    ICH BIN ZV (Figur) LEIDEN GE=/ 
    MACHT ABER DER HERR / 
    RICHTET AVF DIE ELENDEN / 
    VND WIRT MICH EWIG / 
    ERFREWEN PSA(LM) · 38 · 73 · 1471) / 
  6. D

    WEINEN WAR MEIN ERSTE STIM / MIT WEINEN WAR ICH GEBORN / MIT WEINEN TREGT MAN MICH DAHIN / DEN WIRMEN AVSEKOREN · /

Wappen:
SchmidMachtolff

Kommentar

Biographische Daten zu den Eltern des Mädchens vgl. oben beim Grabstein eines weiteren Kindes in Mundelsheim.2

Inschrift D – ein gereimter Vierzeiler – klingt inhaltlich an ein lateinisches Distichon an, das in Zusammenhang mit einem Grabstein von 1502 in Sulzfeld (Lkr. Karlsruhe) überliefert ist: Flens veni in terra et flens discedo.3

Das Denkmal steht der Werkstatt „Leonberg II“ nahe, jedoch weisen Form und Anbringung der Kapitalschrift ud das Ohrmuschelwerk des Giebels auf den Kreis des Georg Müller in Stuttgart.4

Anmerkungen

  1. Zusammenstellung mehrerer Psalmverse, aber nicht wie auf dem Denkmal angegeben, sondern: Ps. 38, 18 und Ps. 147, 6. Der letzte Vers klingt an an Jes. 35, 10 und Jes. 51, 11.
  2. Vgl. nr. 570 (1615); weitere Denkmäler für die Familie nrr. 640, 645.
  3. DI. XX (Karlsruhe) nr. 130.
  4. Vgl. oben Einleitung S. XXXIXf.

Nachweise

  1. Klemm, Grabschriften 1874, Nr. 11, S. 47 nr. 66.

Zitierhinweis:
DI 25, Lkr. Ludwigsburg, Nr. 621 (Anneliese Seeliger-Zeiss und Hans Ulrich Schäfer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di025h009k0062109.