Inschriftenkatalog: Landkreis Luwigsburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 25: Lkr. Ludwigsburg (1986)

Nr. 602 Mundelsheim, Kilianskirche 1620/21

Beschreibung

Grabplatte des Jermias Schenk von Winterstetten. Innen an der Südwand des Chores. Rechteckige Sandsteinplatte mit Umschrift (A); im Mittelfeld oben Engelskopf und zwei verschlungene Hände, darunter zwei Wappen im Lorbeerkranz (links größer als rechts!). Unten Rollwerktafel mit 16zeiliger Inschrift. Der obere Rand abgeschlagen (Buchstabenverlust), die anderen Ränder bestoßen und ausgebrochen.

Maße: H. 163, B. 94, Bu. 3,5 (A), 1,5 (B) cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 25, Nr. 602 - Mundelsheim - 1620 / 21

 © Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

  1. A

    [. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .] / WOLEDEL VND GESTRENGE IVNCKER IEREMIAS SCHENCK V[ON WI]NT[ERSTETTEN] / [SEINE]S ALTERS 36 IAHR DER / ALMECHTIG GOT VERLEIHE IHM EIN FR[ÖHLIC]H AVFERST[EH]VNG AM[EN]

  2. B

    I CH LIG ALHIE VND SCHLAF GAR FEIN

  3. E RLÖST BIN ICH AVS NOTH VND PEIN /

  4. R VHMLICHEN WANDEL HAB ICH GEFVHRT /

  5. E RLICH WIE SICH ALWEG GEBVRT /

  6. M ANCH SVS VND SAVR HAB ICH ERFAHRN /

  7. I M WASSER VND LAND ETLICH IAHRN /

  8. A LEIN WEGN GOTS EHR VND SEIM WORT /

  9. S TRIT WIDER DEM FEIND ICH IM(M)ER FORT, /

  10. S ONST EIN ARMER SVNDER DAR BEY /

  11. C HRISTVS MIR AVS GNADEN VERZEIH /

  12. H ERRLICH ER MICH ERLÖSET HAT /

  13. E RWORBEN GOTES HVLD VND GENADa) /

  14. N EMBLICH DVRCH SEIN VERGOSSEN BLVT /

  15. C LÄRLICH ZVM TROST ES DIENEN THVT /

  16. K EIN NOTH HATS MEHR : MICH NICHTS ANFICHT /

  17. H ERR IESV KOM BALDT ZV GERICHT

Wappen:
Schenk von WinterstettenBuchholz1

Kommentar

Die Wappen beziehen sich auf den Verstorbenen und seine Ehefrau Katharina von Buchholz.2 Der Todestag liegt zwischen dem 29. 11. 1620 und dem 27. 6. 1621.3 Jeremias war ein Sohn des Jeremias Schenk von Winterstetten zu Mundelsheim. Seine Mutter war vermutlich die nichtadlige Barbara Drescher; der Familienstammbaum verschweigt ihren Namen.4 Stammvater der Mundelsheimer Schenkenlinie war Wilhelm Schenk von Winterstetten, der 1558 als badischer Amtmann zu Mundelsheim und von 1561–81 als Obervogt zu Besigheim genannt wird.5 – Die Anfangsbuchstaben der Verse bilden ein Akrostichon auf den Namen IEREMIAS SCHENCKH.

Textkritischer Apparat

  1. E als Enklave in G.

Anmerkungen

  1. Das Wappenbild entspricht dem von nr. 596.
  2. Vgl. ebd. und nr. 667, ferner Anm. 3.
  3. Taufbuch der ev. Kirchengemeinde Mundelsheim 1620, Nov. 29: ‚Ieremia Schenck cum uxore Catharina’; 1621, Juni 27: ‚Junker Schenken p. m. vidua Catharina’.
  4. Waltz, in HStA Stuttgart J 1, Nr. 87, S. 40. Zu Barbara Drescher vgl. nr. 577.
  5. Pfeilsticker 2635; vgl. auch nr. 367.

Nachweise

  1. Romig-Wolff, Geschichtliches aus Mundelsheim 22.

Zitierhinweis:
DI 25, Lkr. Ludwigsburg, Nr. 602 (Anneliese Seeliger-Zeiss und Hans Ulrich Schäfer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di025h009k0060203.