Inschriftenkatalog: Landkreis Luwigsburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 25: Lkr. Ludwigsburg (1986)

Nr. 580 Heimerdingen (Stadt Ditzingen), ev. Pfarrkirche St. Peter 1617

Beschreibung

Grabdenkmal des Sebastian Zeller d. Ä. An der Südseite des Turmes außen, links neben dem Portal. Im Giebelfeld des dreiteiligen Denkmals aus gelbem Sandstein Relief der Auferstehung Christi, in der Gebälkzone Grabschrift in geschweifter Rahmung, im Feld die Figur des Verstorbenen vor Rundbogen-Nische. Verwitterungsschäden an der Bekrönung und im unteren Drittel. Schrift übergangen und braun nachgezogen.

Maße: H. 287, B. 88, Bu. ca. 3 cm.

Schriftart(en): Fraktur.

DI 25, Nr. 580 - Ditzingen-Heimerdingen - 1617

 © Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/2]

  1. An(n)o Domi(ni) 1617 · den 1 Tag Octobris Starb der Eh/renhafften und wol bescheiden Sebastian Zeller der / Älltere als er 54 Jahr alt war, und das Schult=/heisen Amt 24 Jahr versehen hatte. Den / Gott am jüngsten Tag mit Freuden / erwecken wolle Amen : /

Kommentar

Die Zeller waren durch mehrere Generationen Schultheißen zu Heimerdingen. Zu der bekannten württembergischen Theologenfamilie scheinen keine verwandtschaftlichen Beziehungen zu bestehen.1 In Heimerdingen ist die Familie durch Hausinschriften nachweisbar.2 Ein Gegenstück zu dem vorliegenden Denkmal ist das Grabdenkmal des Sebastian Zeller d. J., des Sohnes des Schultheißen.3 Beide Denkmäler sind eng verwandt mit den Denkmälern der Leonberger Ehrbarkeit aus der Werkstatt des Jeremias Schwarz.4 Die Zuschreibung an Friedrich Baumhauer von Tübingen, den 1577 geborenen Sohn des Leonhard Baumhauer, ist nicht überzeugend.5 Die Schrift kann nicht zur Unterstützung einer Zuschreibung herangezogen werden, weil sie durch Restaurierung verfälscht ist.

Anmerkungen

  1. Vgl. Pfeilsticker 2550.
  2. Vgl. nr. 634.
  3. Vgl. nr. 571.
  4. Nächstverwandt sind z. B. die Denkmäler für Sebastian Dreher und seinen Sohn Veit (beide gest. 1582) an der Leonberger Stadtkirche: vgl. Demmler 1910, Taf. 16.
  5. Zuerst ausgesprochen von Schahl (Neckarschwaben 200); Fleischhauer (Renaissance 358). – Vgl. dagegen Einleitung S. XXXIX.

Nachweise

  1. OABLeonberg 1930, 774.
  2. Fleischhauer, Renaissance 358 u. Abb. 196.
  3. Schahl, in: Ditzingen in Wort und Bild 1979, 31.

Zitierhinweis:
DI 25, Lkr. Ludwigsburg, Nr. 580 (Anneliese Seeliger-Zeiss und Hans Ulrich Schäfer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di025h009k0058007.