Inschriftenkatalog: Landkreis Luwigsburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 25: Lkr. Ludwigsburg (1986)

Nr. 544 Stuttgart, Württembergisches Landesmuseum 1610

Beschreibung

Willkomm-Pokal der Stadt Vahingen. Ehemals im Besitz des Vaihinger Rathauses, 1881 an einen Frankfurter Kunstsammler verkauft; 1964 aus schweizerischem Privatbesitz vom Württembergischen Landesmuseum erworben (Inv. Nr. L 1967/39).1 Ursprünglich Pokal in Form des Vaihinger Stadtwappens – eines schreitenden Löwen auf Vierberg. Die Krone, die die Trink-Öffnung als Deckel verschloß, ging nach 1881 verloren (heute ist die Öffnung geschlossen). Umschrift auf glattem Reif am unteren Rand der Krone. Material: Silber, vergoldet. Beschau Augsburg (Rosenberg3 Nr. 145), Meistermarke BL (Rosenberg3 Nr. 474, Balthasar Laubermann oder Bartholomäus Leitersdorfer, vielleicht auch Balthasar Labich).

Schriftart(en): H. (ohne Krone) 28, 6.Kapitalis.

  1. VAYHINGIN · ANNO · 1610

Kommentar

Ein Willkommen-Becher in Gestalt des Wappentiers, gefertigt aus kostbarem Material, war in der Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg ein Besitz, wie er für eine wohlhabende Stadt durchaus üblich war.2 Auch die Erwerbung solcher Gefäße in Augsburg, dem Zentrum der Gold- und Silberschmiedekunst, war verbreitet. Das Stadtwappen wurde im Jahr 1530 verliehen in Erinnerung an die Grafen von Vaihingen als Stadtgründer.3

Anmerkungen

  1. Im Vaihinger Rathaus wird heute eine Kopie aus dem Jahr 1928 benutzt, die von Karl Bausch nach Photographien gefertigt wurde.
  2. Zu den Silberschätzen der Städte und ihrer Bürger vgl. Fleischhauer, Renaissance 403ff. – Backnang besaß einen Hirsch, Stuttgart eine Stute, Nürtingen ebenfalls einen Löwen als Willkomm.
  3. Vgl. nrr. 590; zum alten Stadtwappen vgl. nr. 48 (1493).

Nachweise

  1. Klemm, in: Bes. lit. Beilage z. Staatsanzeiger Württembergs 1875, 60.
  2. Feil 82 mit Abb. 16.
  3. Jahrb. d. Staatl. Kunstsammlungen in Baden-Württemberg 5 (1968) 240 mit Abb. 20.
  4. E. E. Schmidt, in: HgW 27 (1976) 9–10 (mit Abb.).

Zitierhinweis:
DI 25, Lkr. Ludwigsburg, Nr. 544 (Anneliese Seeliger-Zeiss und Hans Ulrich Schäfer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di025h009k0054401.