Inschriftenkatalog: Landkreis Luwigsburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 25: Lkr. Ludwigsburg (1986)

Nr. 526 Hofen (Stadt Bönnigheim), ev. Pfarrkirche St. Ottilia 1598/1608

Beschreibung

Fragment eines Grabdenkmals für Hans Conrad von Urbach und seine Gemahlin Elisabeth Vol von Wildenau. An der Nordseite des Langhauses außen; bei der Renovierung 1959/1960 im Innern vermauert aufgefunden. Unterer Teil einer Aedikula, aus einem Stück gearbeitet und bestehend aus einer querrechteckigen Inschrifttafel, die als Sockel diente, und der unteren Hälfte des Bildfeldes mit den Kniefiguren der Verstorbenen unter dem Kreuz (nur Teil des Kreuzstammes erhalten); Rahmung, Bekrönung und Wappen fehlen. Material dunkelgelber Sandstein, Reste eines braunen Farbüberzugs; Rahmenleiste der Schrifttafel fehlt links und rechts ganz, oben vielfach ausgebrochen; Bruchspuren links und in der Mitte; die Oberkörper der Figuren abgeschlagen.

Maße: H. (Teilmaß) 85, B. 102, Bu. 2,7 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 25, Nr. 526 - Bönnigheim-Hofen - 1598 / 1608

 © Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

  1. AN(N)O DOMINI 1608 DEN II TAG APRILIS STARB / DER EDEL VND GESTRENGE · IVNCKER · HANS / CONRAD · VON · AVRBACH · VND · ZVa) · VOR · ANO 1598 / DEN 25 TAG DECEMB(RIS) SEIN LIEBE HAVSFRAW / ELISABETA · VON · AVRBACH · GEBORNE · VON · WILDNAW // DENEN BEIDE GOT GNATb) /

Kommentar

Hans Conrad war ein Sohn des Pankratius von Urbach (gest. 1569)1 und der Kunigunde von Lierheim. Wie sein Bruder Georg Michael heiratete er eine Vol von Wildenau (Stammburg bei Rübgarten Lkr. Tübingen).2 Er war wie dieser württembergischer Vasall und Diener von Haus aus in den Jahren 1576–77 und 1580–1595 und gehörte beim Reichstag zu Regensburg 1594 zum Hofstaat Herzog Friedrichs von Württemberg.3 1584 und 1591 verkaufte er seine Anteile an Hofen dem Hause Württemberg gegen Zins4, womit dieses endgültig in den Besitz der Ortsherrschaft kam.

Textkritischer Apparat

  1. Z spiegelbildlich geschrieben.
  2. Letzte Zeile kleiner und auf dem Rahmenprofil angebracht.

Anmerkungen

  1. Vgl. nr. 338.
  2. HbHist Stätten VI: Baden-Württemberg 573. – Georg Michaels Gemahlin: Maria Salome, gestorben 1592 zu Bönnigheim.
  3. Pfeilsticker 1376, 1583.
  4. OABBesigheim 1853, 204; Uhland Regesten Urbach 618, 619, 622.

Nachweise

  1. E. Zipperlen, in: LudwigsbGbll. 15 (1963) 153–154 und Taf. 13 (Detail).
  2. Dies., in: ZschrZabergäuverein 1965, 65–67 mit Abb.

Zitierhinweis:
DI 25, Lkr. Ludwigsburg, Nr. 526 (Anneliese Seeliger-Zeiss und Hans Ulrich Schäfer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di025h009k0052603.