Inschriftenkatalog: Landkreis Luwigsburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 25: Lkr. Ludwigsburg (1986)

Nr. 523 Aldingen (Gem. Remseck a. N.), ev. Pfarrkirche St. Margaretha 1607

Beschreibung

Grabdenkmal der Anna Maria von Kaltental geborene Nothaft von Hohenberg. Innen an der Nordwand des Chores neben dem Denkmal ihres Ehemannes Reinhart von Kaltental.1 Grauer Sandstein. Die Figur der Verstorbenen steht nahezu lebensgroß und vollplastisch auf einem rechteckigen Sockel. Der Kopf ist leicht nach der Seite gewendet zum Grabmal des Ehemannes hin, die Hände sind im Gebetsgestus zusammengelegt. Der Hintergrund ist nicht architektonisch ausgebildet, sondern durch eine schmale, den Körperkonturen angepaßte Sandsteinplatte angedeutet, die hinter dem Kopf der Verstorbenen in eine rechteckige Tafel mit Rollwerkkartusche übergeht. Auf Kartusche und Tafel 9zeilige Inschrift (A). Neben dem Kopf der Verstorbenen Wappen mit Beischrift (B), zwei weitere auf dem Sockel; Beischrift des linken Sockelwappens zerstört.

Maße: H. 237, B. 74, Bu. 2 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 25, Nr. 523 - Remseck am Neckar-Aldingen - 1607

 © Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

  1. A

    [ANN]/O DOM/INI 1607 / DEN 12 NOVEMBRIS STARB / DIE EDEL TUGENSAM FRAW ANNA / MARIA VON KALTENTHAL GEBORNE NOT/ HAFTIN DES EDLEN GESTRENGEN / REINHARTEN VON KALTENTHAL EHLICHE HAVSFRAW / DEN GOTT GNAD

  2. B

    NOTHAFT 
    [KALTENTAL] ZVTTERN 

Kommentar

Anna Maria war die jüngste Tochter des Wolf Nothaft von Hohenberg und der Margret von Nippenburg, 1536 in Hochberg (Gem. Remseck a. N.) geboren und seit 1559 mit Reinhart von Kaltental vermählt. Die Wappen beziehen sich auf die Großeltern Georg Nothaft (gest. 1516) und Margret von Kaltental, sowie Hans von Nippenburg zu Schöckingen (gest. 1540) und Margarete von Zeutern.2 Das fehlende Wappen Nippenburg war vermutlich – korrespondierend zum Wappen Nothaft – rechts über der Schulter der Ehefrau angebracht, wurde aber zu unbekannter Zeit abgeschlagen. – Das Denkmal (und das zugehörige des Ehemannes) hat im Bearbeitungsgebiet und darüber hinaus keine Parallele; der Bildhauer ist unbekannt, er wird in der Umgebung des Jakob Müller in Heilbronn gesucht.3 Nach Hopff war außer dem Grabdenkmal auch ein ‚ligender Stein’ vorhanden, dessen Inschrift gleichen Wortlaut hatte.4

Anmerkungen

  1. Vgl. nr. 520.
  2. Vgl. die Stammtafeln Nothaft, Kaltental und Nippenburg, ferner nrr. 227, 298.
  3. Fleischhauer, Renaissance 362.
  4. Hopff, Stuttgart HStA A 155 Bü. 64 (1701).

Nachweise

  1. OABLudwigsburg 1859, 158.
  2. G. F. Müller, Aldingen 31.

Zitierhinweis:
DI 25, Lkr. Ludwigsburg, Nr. 523 (Anneliese Seeliger-Zeiss und Hans Ulrich Schäfer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di025h009k0052309.