Inschriftenkatalog: Landkreis Luwigsburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 25: Lkr. Ludwigsburg (1986)

Nr. 517 Marbach am Neckar, Friedhof 1606

Beschreibung

Grabdenkmal des Georg Bender (Binder) und seiner Ehefrau Barbara Hes (Has?).1 Innen an der Südmauer, etwa 5 m östlich des Südeingangs. Platte aus Sandstein mit aufgesetztem Muschelgiebel, flankiert von zwei Kugeln. Im oberen Teil des aedikulagerahmten Mittelfeldes Inschrift in 11zeiligem Block (A), darunter Wappenschild in Lorbeerkranz. In der Sockelzone Rollwerktafel mit 5zeiliger Inschrift (B). Der Stein ist ca. 50 cm in den Boden eingesunken, Rollwerktafel heute fast ganz verdeckt. Steinoberfläche durch Witterungseinflüsse verfärbt.

Maße: H. 180, B. 94, Bu. 4 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 25, Nr. 517 - Marbach am Neckar - 1606

 © Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

  1. A

    ANNO · DOMINI · / 1 · 6 · 06 · DEN · 3 · / FEBRVARI: IST IN·/ CHRISTO · SEELIGLICHEN / ENDTSCHLAFEN DER / EHRN[H]AFT · VND FIRNEM / GEORG · BENDER · GEWES/NER BVRGERMEISTER / ZV MARPACH · WELCHER ALHIE · BEGRABEN LIG[T] ·/ DEM · GOT · GENADT ·

  2. B

    IM · IAR · CHRISTI · 16 ⟨. .⟩ DEN ⟨. . . . . . .⟩ / STARB · DIE · EHRN · VND · TVGENT SAME FR=/AW · BARBARA · HESIN · SEIN · EHLICHE · HAVS=/FRAW · DENEN · GOT · EIN FRELICHE / VFERSTENDNVS VERLEIHE AMEN ·

Wappen:
Bender (Monogramm I B)2

Kommentar

Georg Bender wird 1594 als Marbacher Ratsherr und Abgeordneter auf dem Stuttgarter Landtag genannt.3 1599 war er Bürgermeister und Mitglied im Größeren Ausschuß des Landtags.4 Er war offenbar ein Nachkomme des Marbacher Bürgermeisters Ludwig Bender und seiner Frau Apollonia Märklin, die als Ahnen Friedrich Hegels und Eduard Mörikes bekannt sind.5 Er bewohnte den Göckelhof, eines der größten Anwesen der Stadt.6 Der Stein kopiert das Grabdenkmal des Daniel Schäublin (1587)7 und scheint mit Denkmälern aus dem Jahre 1612 werkstattgleich zu sein.8

Anmerkungen

  1. Der Name Has wird durch Anhängen des Feminin-Suffixes mundartlich zu Häsin (Hesin).
  2. Das gleiche Wappen mit Monogramm und der Jahreszahl 1592 findet sich als Ritzzeichnung an der Ostseite der Mensa des ehemaligen Hochaltars der Marbacher Alexanderkirche.
  3. Pfeilsticker 1438.
  4. Ebd. 1409.
  5. W. Voigt, Ludwig Binder u. Appolonia Märklin, in: SwdtBllFamilien- u. Wappenkunde 9 (1957) 439ff.; – W. Weisser, Das Problem Kunigunda Binder, in: ebd. 16 (1979) 186.
  6. Vgl. nr. 437.
  7. Vgl. nr. 471.
  8. Vgl. nrr. 552, 553.

Zitierhinweis:
DI 25, Lkr. Ludwigsburg, Nr. 517 (Anneliese Seeliger-Zeiss und Hans Ulrich Schäfer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di025h009k0051704.