Inschriftenkatalog: Landkreis Luwigsburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 25: Lkr. Ludwigsburg (1986)

Nr. 467 Unterriexingen (Stadt Markgröningen), Frauenkirche 1597

Beschreibung

Grabdenkmal des Hans Heinrich von Nippenburg. Innen an der Westwand des Langhauses, erster Stein von links. Grauer Sandstein. Erhalten sind Sockel und Mittelteil, der Aufsatz fehlt; im Mittelfeld kniet der verstorbene Knabe in einer angedeuteten Bogennische vor dem Kruzifix. Die Pfeiler sind mit je zwei Wappen belegt. Im Sockel eingetiefte Tafel mit 5zeiliger Inschrift. Der Stein wurde 1890/91 restauriert.1

Maße: H. 107, B. 75, Bu. 1,5 cm.

Schriftart(en): Fraktur.

DI 25, Nr. 467 - Markgröningen-Unterriexingen - 1597

 © Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/3]

  1. Anno D(omi)ni 1597 . den 13 . tag Augusti . ist in Gott / verschieden Hannß Heinrich des Edlen vnd vesten / Han(n)ß Phillips von Nippenburg u(nd) fraw . Vrsla / geborene Tumbin vo(n) Neyburg ehlicher Sohn / seines Alters 13. Jar 10 monat.

Wappen:
NippenburgLeutrum
Reischach(unbekannt)

Kommentar

Lebensdaten und Wappen des vorliegenden Denkmals lassen sich nicht widerspruchslos einordnen. Nach der Inschrift müßte der Knabe 1583 geboren sein; die Eheschließung der Eltern ist jedoch um 1589/90 anzusetzen.2 Am wahrscheinlichsten ist eine Fehlrestaurierung (13 statt 1 oder 3). Bei den Wappen scheint eine Verwechslung (ebenfalls Fehlrestaurierung?) vorzuliegen: die Mutter Ursula war eine Tochter des Friedrich Thumb von Neubrg zu Mühlhausen und seiner Ehefrau Agatha von Kaltental.3 Das Denkmal kann der Werkstatt des Jeremias Schwarz von Leonberg zugeschrieben werden, der auch das Grabmal der Großeltern des Kindes entstammt.4

Anmerkungen

  1. Leutrum, Frauenkirche 25f.
  2. Schön, Regesten Nippenburg, in: Leutrum, Frauenkirche 166 nrr. 606, 611.
  3. ebd. 26. – Fehlrestaurierungen aus Unkenntnis (?) sind häufiger nachzuweisen, vgl. nr. 301. Auch bei dem Grabmal der Großmutter Agatha von Kaltental in Mühlhausen a. d. Enz (Stadt Mühlacker, Enzkreis) ist die mütterliche Wappenreihe falsch besetzt: DI. XXII (Enzkreis) nr. 284.
  4. Vgl. nr. 366 und oben Einleitung S. XXXIX.

Nachweise

  1. Leutrum, Frauenkirche 42, 57 (Abb.).

Zitierhinweis:
DI 25, Lkr. Ludwigsburg, Nr. 467 (Anneliese Seeliger-Zeiss und Hans Ulrich Schäfer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di025h009k0046703.