Inschriftenkatalog: Landkreis Luwigsburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 25: Lkr. Ludwigsburg (1986)

Nr. 439 Hemmingen, ev. Pfarrkirche St. Laurentius 1593

Beschreibung

Grabdenkmal der Anna Maria von Feilitzsch (Fölsch, Feilsch, Feilisch). Im Chor, dritter Stein der Nordwand. Aedikula aus hellgrauem Sandstein; Bekrönung Beschlagwerk-Kartusche mit Inschrift; im Feld vor Rundbogennische die Figur der Verstorbenen, umgeben von vier Ahnenwappen mit Helm und Helmzier und Beischriften; an Rahmen und Sockel Beschlagwerkdekoration.

Maße: H. 252, B. 98, Bu. 1,5–1,8 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 25, Nr. 439 - Hemmingen - 1593

 © Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

  1. VFF DEN . 15 . TAG IVLII . AN(N)O . / 1593 IST IN CHRISTO SEELIGLICH / ENTSCHLAFEN . DIE EDEL VND TVG=/ENTSAM IVNCKHFRAW ANNA MA=/RIA . VON FÖLSCH . IRES ALTTERS / XVIII . IAHR . DEREN GOT EIN FRÖ=/LICHE VHRSTENDT VERLEIHE / AMEN . /Wappen mit Beischriften: FELSCH FLEHING/EN.BVNAW1) GÖL[ER]

Kommentar

Das Mädchen – hier dargestellt mit Jungfernkranz – war eine Tochter des Melchior von Feilitzsch auf Tauperlitz2 und der Anna geborene von Flehingen.3 Nachdem die Eltern 1587 bzw. 1589 verstorben waren, hat Maria von Nippenburg geborene von Flehingen4 die Nichte bei sich aufgenommen.

Der flache Beschlagwerk-Giebel mit Schriftkartusche ist in bescheideneren Grabmälern der Werkstatt des Jeremias Schwarz von Leonberg häufig verwendet worden.5 In der Tat sprechen neben weiteren stilistischen Merkmalen auch Eigentümlichkeiten der Schrift – einer breit angelegten Kapitalis mit zahlreichen überhöhten Versalien und weitem Zeilenabstand – für eine Zuschreibung an diese Werkstatt, die für mehrere Verwandte des Kindes Denkmäler gearbeitet hat.6

Anmerkungen

  1. Hier für Binau.
  2. Vgl. Rau, Nippenburg 9; Bernhardt II 560; Pfeilsticker 2954. – Melchior, Sohn des Sigmund und der Anna von Binau, war Assessor am Reichskammergericht zu Speyer und Hofmeister des Pfalzgrafen Johann Casimir.
  3. Ihre Eltern: Ludwig Wolf von Flehingen und Anna Göler von Ravensburg; vgl. DI. XX (Karlsruhe) nr. 255, 256.
  4. Vgl. nr. 536.
  5. Stellvertretend für weitere Leonberger Denkmäler sei genannt: Grabstein des Sebastian Besserer (gest. 1593).
  6. Vgl. Anm. 3; ferner nr. 536.

Nachweise

  1. OABLeonberg 1930, 818.

Zitierhinweis:
DI 25, Lkr. Ludwigsburg, Nr. 439 (Anneliese Seeliger-Zeiss und Hans Ulrich Schäfer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di025h009k0043900.