Inschriftenkatalog: Landkreis Luwigsburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 25: Lkr. Ludwigsburg (1986)

Nr. 429 Mundelsheim, Kilianskirche 1591

Beschreibung

Grabdenkmal der Christina Wolff geborene Bühel (Buhl). Innen an der Nordwand des Chores, dritter Stein von links. Dreiteiliger Aedikula-Aufbau aus Sandstein, im Entwurf ähnlich dem Grabmal des Ehemannes Johann Wolff1, in der Ausführung – verkröpftes Gesims, Hermen-Pfeiler – jedoch variiert. Zu Häupten der Verstorbenen Dübellöcher für zwei jetzt fehlende Wappenschilde noch sichtbar.

Maße: H. 309, B. 130, Bu. 3 cm.

Schriftart(en): Fraktur.

DI 25, Nr. 429 - Mundelsheim - 1591

 © Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

  1. Denn 27 · Augusti Anno 1591 Starb / dya) Ehrenreich vnd Tugentsam Fraw Chri=/ stniab) · vom geschlecht der Bühel · Herrn · / Johann Wolffen der Rechten Licentiats / Pfallz (ischen) · vnnd Marggreuischen Raths ampt=/ mans alhie zu Mundelszheim ander hausz/fraw seelige Verliesz zwey Döchterlnib) Cath/arniamb) vnd Christinam · der Allmechtig · / sey vns allen Barmhertzig Amen ·

Kommentar

Die Verstorbene stammt aus der in Enzweihingen ansässigen Familie Buhl, die zur Oberschicht des Herzogtums Württemberg gehörte.2 Sie war seit 1582 die zweite Ehefrau des Johann Wolff. Von ihren Töchtern heiratete Catharina den Heilbronner Bürgermeister Johann Georg Rollwag3, Christina war mit dem württembergischen Keller und Geistlichen Verwalter zu Mundelsheim Fabian Schropp verheiratet, einem Sohn des Jakob Schropp, Abt zu Maulbronn und Königsbronn.4 Das Grabdenkmal stammt aus der Werkstatt des Jakob Müller zu Heilbronn.5 Die Grabplatte der Christina Bühel war ebenfalls erhalten, fand aber 1744 als Grabstein für einen Major von Pistorius eine Zweitverwendung.6

Textkritischer Apparat

  1. Auf dem Rand der Tafel.
  2. Sic.

Anmerkungen

  1. Vgl. nr. 490 und die dort angegebene Literatur.
  2. Pfeilsticker, Register; s. hier im Namensregister.
  3. Taufbuch Mundelsheim 1603, Dez. 1.
  4. Pfeilsticker 2637; Totenbuch Mundelsheim 1636, Okt. 30. – Zu Jakob Schropp auch DI. XXII (Enzkreis) nr. 273.
  5. M. v. Rauch, in: WürttVjh. NF. 14 (1905) 89; vgl. Einleitung S. XL.
  6. Heute an der Ostwand des Chores. Das Wappen Bühel ist sichtbar, dazu die Inschrift CIVP /1744. Pistorius wurde 1744 in der Gruft der Kilianskirche bestattet: Romig-Wolff, Geschichtliches aus Mundelsheim 22.

Nachweise

  1. OABMarbach (1866) 237.
  2. Romig-Wolff (wie Anm. 6) 21.

Zitierhinweis:
DI 25, Lkr. Ludwigsburg, Nr. 429 (Anneliese Seeliger-Zeiss und Hans Ulrich Schäfer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di025h009k0042903.