Inschriftenkatalog: Landkreis Luwigsburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 25: Lkr. Ludwigsburg (1986)

Nr. 422 Unterriexingen (Stadt Markgröningen), Frauenkirche 1590

Beschreibung

Fragment von der Grabplatte der Anna von Remchingen geborene Schenk von Winterstetten. Innen an der Südwand, dritter Stein von links. Erhalten ist der untere Teil einer hochrechteckigen Sandsteinplatte mit Randleiste. Im Feld unten querrechteckige Rollwerktafel mit achtzeiligem Schriftblock, darüber zwei Wappenschilde. Der Stein lag vermutlich bis 1874 im Fußboden der Kirche; er steht jetzt auf dem Sockel des zugehörigen Grabdenkmals.1 1891 wurde er restauriert, der Rand mit Zementmörtel ergänzt, Inschrift schwarz nachgezogen.2

Maße: H. (erhaltene) 109, B. 90, Bu. 3,5 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 25, Nr. 422 - Markgröningen-Unterriexingen - 1590

 © Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

  1. ICH ANNA SCHENCKIN VO(N) WINTERSTETT /LIG DA IN MEINER MVTTER BETT. /VON REMCHINGEN MEIN IVNKER HIESS /STARB LANG ZVVOR MICH WITTWE LIESS. /MEIN LEIB HIE FAVLT DIE SEEL DORT RVHT /BISS DER JV̈NGST TAG SICH NAHEN THVT /PIE OBYT DIE 20. DECEMBRIS / AN(N)O 90. AETATIS VERO SVAE 66.

Wappen:
Remchingenzerstört (Schenk von Winterstetten)

Kommentar

Die Verstorbene war eine Tochter des Hans Konrad Schenk von Winterstetten, der am Ostermontag 1525 in Weinsberg von den aufständischen Bauern erschlagen wurde.3 Nach dem Wortlaut der Inschrift wurde sie in der Gruft ihrer Mutter Margarete Gremp beigesetzt.4 Verheiratet war sie mit Philipp von Remchingen.5 Als mit dem Tod ihres Bruders Jakob Christoph 1584 die seit 1465 blühende Linie der Schenken erlosch, erbte sie halb Unterriexingen, das sie nach ihrem Tode ihrer einzigen Tochter Margarete (gest. 1596) vererbte, die den Besitz testamentarisch den Herren von Sternenfels weitergab.6

Anmerkungen

  1. Vgl. die nr. 421; Leutrum, Frauenkirche 17f.; 1836 waren die beiden Fragmente des Grabmals und der Grabplatte noch nicht kombiniert: Troll-Reyscher, in: WürttJb. 1836 II, 172f.
  2. Leutrum a. a. O. 25f.
  3. Vgl. Crusius, Annales Suevici III 586.
  4. Vgl. nr. 334.
  5. Gabelkover, Genealogische Collectaneen, Stuttgart HStA J 1 Nr. 154, Bü. 473, Blatt 15.
  6. Leutrum a. a. O. 86. – Margarete von Remchingen soll ebenfalls in der Frauenkirche begraben worden sein, ihr Grabstein ist nicht mehr vorhanden. Leutrum a. a. O. 54 Nr. 27 überliefert einen Text, der als ihre verlorene Grabschrift gelten könnte: Anno domini 1596 den 7. Novembris starb die tugentsam Fraw Margareta, geborne von Remchingen, Wolff Philipps Hausfraw von Gemmingen. – Zum Übergang des Besitzes an die Herren von Sternenfels vgl. nr. 593.

Nachweise

  1. Leutrum, Frauenkirche 32.

Zitierhinweis:
DI 25, Lkr. Ludwigsburg, Nr. 422 (Anneliese Seeliger-Zeiss und Hans Ulrich Schäfer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di025h009k0042205.