Inschriftenkatalog: Landkreis Luwigsburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 25: Lkr. Ludwigsburg (1986)

Nr. 406† Oßweil (Stadt Ludwigsburg), Schloß (ehem. Wasserburg) 1585, 1595

Beschreibung

Bauinschriften im Bereich der Umfassungsmauer; nach 1905 abgegangen. Gestaltung unbekannt.

Wortlaut nach Veit.

I. Tafel an der Schloßgrabenmauer.

  1. Als man zält 1585 Jar / Den 13 Dezember sag ich fürwahr / Kamen wir bede zusam(m)en / Aus Kaltenthal und Gem(m)ischesa) / Wir beden zu [Bo]nfeld Hochzeit / Einander in Freidt und Leid / Zeigte in Eren Kinder fein / Got der Allmechtig wol ewig bei uns [sein] / Und ze diesem Haus geb Fritt / Noch diesem Leben ein frelich Abschied. /

II. Tafel, neben dem Einfahrtstor.

  1. Als man hat zelt Ein Tausend / Fünff Hundert Neunzig Fünf Jahrb) / Hab ich Christoph von Kaltenthal / Für mich und meine Erben all / Dis Thor, wie es hie steht fundir[t] / An Kunst und Arbeit lustig ziert / Erbauen zu einem Monument / Der Kaltenthaler, wie sie gnent / Sein worden vor vil hundert jar / Als man in Turnirn hat erfahrn / Got geb ihn hier viel Glück und Freid / Und dort die wahre Seligkeit. /

Kommentar

Das Schloß geht im Kern auf eine Wasserburg des 12./13. Jahrhunderts zurück. Nach dem Erlöschen des Ortsadels kam es in Besitz der Kaltental, die im 16. Jahrhundert einen Fachwerk-Flügelbau und einen Treppenturm anfügten (Bauzahl 1566 über dem Eingang). Teile des äußeren Hoftors im Westen der Anlage sind erhalten (rundbogige Toröffnung und Fußgängerpforte); daneben befanden sich vermutlich ehemals die Tafeln. I wird 1882, II wird 1905 zuletzt erwähnt.

Als Bauherrschaft wird Christoph von Kaltental1 genannt. Er feierte 1585 Dezember 13 seine Hochzeit mit Sabina Katharina von Gemmingen zu Bonfeld. Da ihr Name in I nicht erscheint, das Ereignis aber mit dem Datum genau überliefert ist, sind sicher die Wappen mit den Namen des Paares ehemals vorhanden gewesen.

Textkritischer Apparat

  1. So für Gemmingen.
  2. Die ersten zwei Zeilen sind 1905 anders überliefert: Als Man … zelt Ein Taussent Jar / Fünfhundert Neunzig Fünf, nennt war /. Der übrige Text stimmt im Wortlaut – abgesehen von orthographischen Abweichungen – überein. Vgl. LudwigsburgerGbll 4 (1905) 20.

Anmerkungen

  1. Vgl. Stammtafel Kaltental und nrr. 495a , 506a, 513 a, 534, 535.

Nachweise

  1. K. J. Veit, Chronikalisches, Clerikales, Feudales. 1882. Ludwigsburg, Stadtarchiv, Handschrift (Pfarrbeschreibung). - LudwigsburgerGbll 4 (1905) 20.

Zitierhinweis:
DI 25, Lkr. Ludwigsburg, Nr. 406† (Anneliese Seeliger-Zeiss und Hans Ulrich Schäfer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di025h009k0040603.