Inschriftenkatalog: Landkreis Luwigsburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 25: Lkr. Ludwigsburg (1986)

Nr. 404 Hofen (Stadt Bönnigheim), ev. Pfarrkirche St. Ottilia (?) 1562/ 1585

Beschreibung

Grabplatte des Adam Besler und seiner Frau Barbara. Außen an der Nordseite des Langhauses; vor der Renovation 1959/1960 vermutlich im Innern zweckentfremdet vermauert. Hochrechteckige Platte aus gelbem Sandstein mit Umschrift, die oben und rechts sowie links oben abschnittweise in zwei Zeilen verläuft (A1, A2); im Feld Engel mit zwei Wappenschilden, darunter Inschrifttafel mit Beschlagwerk-Rahmung (B). Unten Teile der Oberfläche abgeplatzt (Buchstabenverlust), Rand bestoßen.

Maße: H. 179, B. 107, Bu. 3,5 und 7 (A), 3,5–4 (B) cm.

Schriftart(en): Fraktur, Mischschrift.

DI 25, Nr. 404 - Bönnigheim-Hofen - 1562 / 1585

 © Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

  1. A1

    [Ann]o · Do(mini) · 1 · 5 · 85 · Der 7 · Martius · Ist · die / [t]ugen[sa]m · Barbara Beslerin · Seina) Ehlic[h. . . . . .]/ Fra [. . . . . .] Weldt · auch / [mit] Einander · BegraBe(n) · dere(n) · Beede(n) · Seele(n) Gott Gnedig / Sei · A(men) · /

  2. A2

    · An(n)o · Dom(in)ob) · 1 · 5 · 62 · Den · 25 · decenper · Ist · verschiede(n) · Der · Ersamen · Adam Besler

  3. B

    Ach · Wir · Seindt · alss · / Sinder · GeBorn · Vnd · / · GstorBen · /Christuss · aBer · hatt · / Vnss · Dass · Ewig · / · LeBen · ErworBen · /

Wappen:
Besler und Monogramm A · B ·;
unbekannt (Zweig mit drei Blättern) und Monogramm B · B ·

Kommentar

Bemerkenswerter bürgerlicher Grabstein in volkstümlicher Ausführung, in der Gestaltung dem Vorbild der Adelsgrabsteine des späten 16. Jahrhunderts folgend. Ungewöhnlich ist die parallele Führung der Grabschriften, die nicht etwa auf einem späteren Nachtrag beruht, sondern von Anfang an in dieser Form vorgesehen war. Der Spruch B – ein deutscher Vers – ist dem Reim entsprechend eingerückt. Die Schrift verzichtet ganz auf die untere Brechung der Hasten. Einzelne Buchstaben haben Sonderformen: e mit kleiner Schlinge, b immer als B, Schluß-s wie eine oben offene Ziffer 8; a, d, g sind links einwärts gebogen. Die Versalien entstammen der Fraktur und sind z. T. durch Schlingen und Haarstriche bereichert; fast jedes Wort beginnt in Großschreibung.

Textkritischer Apparat

  1. Nach diesem Wort kleiner Zwischenraum, dann endet die zweizeilige Schriftführung; die Schrift läuft größer und einzeilig weiter; sie setzt dem Sinn nach A1 fort.
  2. So für Dom(in)i.

Zitierhinweis:
DI 25, Lkr. Ludwigsburg, Nr. 404 (Anneliese Seeliger-Zeiss und Hans Ulrich Schäfer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di025h009k0040407.