Inschriftenkatalog: Landkreis Luwigsburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 25: Lkr. Ludwigsburg (1986)

Nr. 399 Aldingen (Gem. Remseck a. N.), ev. Pfarrkirche St. Margaretha 1584

Beschreibung

Grabdenkmal des Philipp Wolf von Kaltental. Innen im Chor unter dem Nordostfenster. Rechteckige Sandsteinplatte mit Laub-Rollwerkgiebel und breiten, pilasterähnlichen Randleisten. In der Gebälkzone ist oben eine querrechteckige Rollwerktafel mit vierzeiliger Inschrift ausgehauen, darunter das Relief des Verstorbenen; er kniet im Harnisch mit gefalteten Händen vor einem Kruzifix, den abgelegten Helm zu Füßen. Auf den Randleisten je acht Wappen (Ahnenprobe). Rechts oben Fehlstellen in Giebel und Tafel (Buchstabenverlust).

Maße: H. 232, B. 161, Bu. 4 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 25, Nr. 399 - Remseck am Neckar-Aldingen - 1584

 © Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

  1. ANNO · D(OMI)NI · 15 · 84 · VF · DEN · 29 · TAG · IVLII · ST[ARB · DER · EDEL] / VND · VEST · PHILIPS · WOLF · VON · KALTENTHAL · DEM · GOT / DER · ALMECHTIG · SAMPT · ALLEN · CHRISTGLEIBIGEN · EIN / FRÖLICHE VFERSTEHVNG · WELLE · VERLEIHEN · AMEN ·

Wappen:
KaltentalWallstein
Rieter von BocksbergGemmingen
BernhausenEnzberg
unbekannt1Truchseß von Bichishausen
LiebensteinStaufenberg
FreibergSickingen
HornsteinOsweil2
Rorbach3Hailfingen

Kommentar

Philipp Wolf war ein Sohn des Philipp von Kaltental (gest. 1546) und der Maria von Wallstein.4 Seine erste Ehefrau Maria von Bernhausen starb 1558, danach vermählte er sich mit Margarete von Hoheneck zu Vilseck.5 Die sechzehn Wappen bilden eine Ahnenprobe des Verstorbenen.6 Philipp Wolf wurde 1551 als Nachfolger seines Vaters mit einem Drittel des Dorfes Aldingen belehnt. Er blieb katholisch, als Reinhard und Heinrich von Kaltental, die Mitinhaber der Ortsherrschaft, im Jahre 1568 unter württembergischem Druck die Reformation einführten; möglicherweise spielte der Einfluß seiner Vatersschwester Emerentia dabei eine Rolle, die als letzte Priorin des zwangsweise aufgehobenen Klosters Mariental bei Steinheim sich standhaft der Reformation widersetzte.7 – Hopff verzeichnet für Philipp Wolf von Kaltental einen ‚stehenden Stein’ (das erhaltene Denkmal?) und einen ‚ligenden Stein’, außerdem ein ‚Epitaphium’, alle mit gleicher Inschrift.8

Anmerkungen

  1. Zwei abgewendete Halbmonde; Helmzier entsprechend.
  2. Schild geteilt, Helmzier Büffelhörner.
  3. Das Wappen zeigt nicht drei Spitzen (wie Siebmacher, BayA , 107, Tafel 106), sondern einen gekrümmten Spitzhut mit Stulp.
  4. Bucelin II. 2. M; Schilling 360; vgl. nrr. 279, 281.
  5. Vgl. nrr. 307, 346.
  6. Vgl. dazu die Stammtafel Kaltental.
  7. W. Hagen, Die Reformation in Aldingen, in HgW 1 (1950) 78ff. – B. Theil, in: Heimatbuch der Stadt Steinheim a. d. Murr (1980) 89ff. – Vgl. nrr. 496, 520.
  8. Hopff, Stuttgart, HStA A 155 Bü. 64 (1701).

Zitierhinweis:
DI 25, Lkr. Ludwigsburg, Nr. 399 (Anneliese Seeliger-Zeiss und Hans Ulrich Schäfer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di025h009k0039908.