Inschriftenkatalog: Landkreis Luwigsburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 25: Lkr. Ludwigsburg (1986)

Nr. 396 Unterriexingen (Stadt Markgröningen), Frauenkirche 1583

Beschreibung

Grabdenkmal des Hans Conrad von Nippenburg. Innen an der Südwestecke des Chores. Sandstein. Vor einer hochrechteckigen Platte mit Randleiste steht die fast vollplastische Figur des Verstorbenen im Harnisch mit abgelegtem Helm. Auf dem oberen Plattenrand eine Zeile Schrift (A), auf beiden Seiten oben und in der Mitte je ein Wappen, das obere rechts um 180° gedreht (gestürzt). Auf dem Sockel ein Hund in Relief. Die Platte wird bekrönt von einem Aufsatz mit Pilasterrahmen und Giebel. Im Aufsatz Kruzifix mit Titulus (B); der Kreuzstamm teilt das Feld, links steht ein Schriftblock zu 17 Zeilen (C), rechts ein Schriftblock zu 18 Zeilen (D). Unten Monogramm K* und J C. Teile des Denkmals wurden 1890/91 ergänzt, die Schrift schwarz ausgemalt.1

Maße: H. 389, B. 110, Bu. 3,5 (A, C, D), 2,5 (B) cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 25, Nr. 396 - Markgröningen-Unterriexingen - 1583

 © Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

  1. A

    MORS · VLTIMA · LINEA · RERVM2)

  2. B

    I · N · RI ·a)

  3. C

    · ANNO · D(O)M(IN)I · 1 · 5 · 8 · 3 · SAMS=TAGS · THOMAE · AP(OSTO)LI · MORGE=/NS · ZWISCHEN · 9 · VND · IO · /VHRN · STARB · IN · CHRI STO / DER · EDEL · VND · VEST · HANS / CONRAD · VON · VND · ZV · NIP=/PENBVRG · MITVOGTSHER · / ZV · SCHWIEBERTINGEN / · IST · VF · SEIN · BEGERN · IN · / FRAWEN · ELISABETHAE · / GEBORNER · VON SCHEL-/LENBERG · SEINER · ANFRAW/EN RVOBET · BEGRABEN · SEIN · / EHLICHE · HAVSFRAW · GEWESEN · / CHRISTOPHORA · GEBORNE · VON · LIECHTENSTEIN · DENEN · GOTT · GNADE · AMEN ·

  4. D

    SAP · 16 ·b) / ES · HAILET · WEDER · KRA/VT · NOCH · PFLASTER · PFLA/STER ·c) SVNDER · DEIN · WORT / WELCHES · ALES · HEILET · / PHIL · P ·d) / CHRISTVS · IST · MEIN · LEBE/N · STERBEN · IST · MEIN · GEWIN · / ROM · 8 ·b) / ES · IST · NICHZ · VER · DAM/LICHS · AN · DENEN · DIE · IN · / CRISTO · IESV · SEIND·/PRO · 18 ·b) / DER · NAME · DES · HERN · IS/T · EIN · FEST · SCLOS · DER · GE/RECHT · LAVFT · DA · HIN · VN/D WIRT · BE·SCHIRMET ·3)

Übersetzung:

Der Tod ist der Dinge letztes Ziel.

Datum: 21. Dezember.

Wappen:
NippenburgBurggraf
SchellenbergGüss von Güssenberg

Kommentar

Der Verstorbene war ein Sohn des Hans von Nippenburg zu Unterriexingen (gest. 1544) aus dessen zweiter Ehe mit Anna Burggraf (gest. 1576); auch hier zeigt das gestürzte Wappen an, daß sie die letzte ihres Namens war.4 Die Eckwappen beziehen sich auf Sebastian von Nippenburg (gest. 1543) und Elisabeth von Schellenberg (gest. 1547), in deren Gruft sich laut Aussage der Inschrift der Enkel begraben ließ5, sowie auf Ulrich Burggraf und Margarete Güss von Güssenberg. Hans Conrad von Nippenburg war 1572 mit der Burg Nippenburg (Gem. Schwieberdingen) und je einem Hof in Schwieberdingen und Schöckingen belehnt worden, wodurch er Anteil an der Schwieberdinger Ortsherrschaft erhielt.6 Die Ehefrau Christophora war die Witwe des Heinrich von Dettingen zu Unterdettingen.7 Der Stein stammt aus einer Werkstatt, die mit dem Monogramm K* signierte und im letzten Drittel des 16. Jahrhunderts im Bereich des heutigen Kreises Ludwigsburg zahlreiche Grabsteine und Grabdenkmäler geschaffen hat.8

Textkritischer Apparat

  1. N mit retrogradem Schrägstrich.
  2. Buchstaben 2,5 cm hoch.
  3. Wiederholung eines Wortes als Steinmetzfehler.
  4. P statt 1 Steinmetzfehler. – Buchstaben 2,5 cm hoch.

Anmerkungen

  1. Leutrum, Frauenkirche 25f.
  2. Vgl. Dielitz 197.
  3. Weish. 16, 12. – Phil. 1, 21. – Röm. 8, 1. – Sprüche 18, 10.
  4. Vgl. nrr. 363, 364 und nrr. 272, 273.
  5. Vgl. nrr. 270, 280.
  6. Th. Schön, Regesten Nippenburg, in: Leutrum a. a. O. 163 Nr. 583.
  7. Rau, Nippenburg, in: LudwigsburgerGbll 23 (1971) 21.
  8. In Verbindung mit dem Monogramm K* (das als Steinmetzzeichen zu deuten ist), kommen oft weitere Buchstaben vor, im vorliegenden Fall JC. Vielleich ist an eine Familie zu denken, deren Mitglieder die Initialen ihres Vornamens als Signum benutzten. – Vgl. oben Einleitung S. XL.

Nachweise

  1. OABVaihingen 1856, 241.
  2. Troll-Reyscher, in: WürttJb. 1836, 173.
  3. Leutrum (wie Anm. 1) 46f., 75 (Abb.).
  4. Paulus, Neckarkreis 488.

Zitierhinweis:
DI 25, Lkr. Ludwigsburg, Nr. 396 (Anneliese Seeliger-Zeiss und Hans Ulrich Schäfer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di025h009k0039604.