Inschriftenkatalog: Landkreis Luwigsburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 25: Lkr. Ludwigsburg (1986)

Nr. 389 Oberstenfeld, ehem. Stiftskirche St. Johannes d. T. 1582

Beschreibung

Grabdenkmal der Äbtissin Maria Elisabeth von Weitershausen. Innen an der Südwand der südlichen Seitenkapelle, erster Stein von links. Platte aus grauem Sandstein mit Flachrelief der Verstorbenen in Schleierhaube und Maulbinde, Hände im Gebetsgestus zusammengelegt (Gebetbuch). Am Rand neben der Figur beiderseits je drei Wappen. Rechteckige Tafel mit Giebel als Aufsatz, achtzeilige Inschrift. Aufsatz gebrochen und geflickt, die rechte obere Ecke fehlt (Buchstabenverlust).

Maße: H. 264, B. 95, Bu. 4 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 25, Nr. 389 - Oberstenfeld - 1582

 © Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

  1. ANNO · 1 5 · 82 · DEN · 8 · APRILI[S · IST · ] / · IN · GOT · VER[S]CHID(EN) · DIE EHRW[IR]/DIG · VND · EDEL · FRAW · MARIA · ELIS/ABETH · VON WEITERSHAVSEN · W/EILVND · DER FREIE[N] · ADELLICHEN · S/TIFTVNG · OBERSTENVELD · ABBATIS=/TIN · IST · IN · DEM · HERN · SELIGLICH · EN=/TSCHLAFEN · DER · GOT · GNAD · AMEN ·

Wappen:
WeitershausenLemlin
ItzlingenBroglin
Voit von RineckBernhausen

Kommentar

Maria Elisabeth von Weitershausen wurde 1568 in Oberstenfeld aufgenommen und 1579 zur Äbtissin gewählt.1 Ihr Vater war Ulrich von Weitershausen gen. Richwin, württembergischer Forstmeister auf dem Stromberg (1552–60), ihre Mutter Anna Lemlin von Horkheim und Talheim.2 Die Wappen beziehen sich auf die Urgroßeltern; zwei Wappen (Schaben und Bach) wurden – vielleicht aus Unkenntnis? – weggelassen.3 Das Denkmal zeigt Stilmerkmale, die es der mit dem Buchstaben K signierenden Werkstatt aus der Gegend Bietigheim und Backnang zuweisen.4 Auch die Grabplatte der Verstorbenen wurde offenbar dort gefertigt.5

Anmerkungen

  1. Ziegesar, Oberstenfeld, WürttLB Stuttgart, Cod. hist. F Nr. 955, Anh. Fasz. 1; v. Stetten, Oberstenfeld I 44; vgl. nr. 341.
  2. Herkunft des Geschlechtes Weitershausen (Lkr. Marburg); vgl. die Denkmäler der Eltern in Hohenhaslach nrr. 314, 360.
  3. Vollständige Ahnenprobe auf dem Denkmal ihrer Schwester in der Pfarrkirche zu Kürnbach (Lkr. Karlsruhe); vgl. DI. XX (Karlsruhe) nr. 314; ebd. nr. 257 (Nachweis des Wappens Broglin).
  4. Fleischhauer, Renaissance 1971, 149. – Vgl. oben Einleitung S. XL.
  5. Vgl. die folgende nr. 390.

Nachweise

  1. OABMarbach (1866) 257.

Zitierhinweis:
DI 25, Lkr. Ludwigsburg, Nr. 389 (Anneliese Seeliger-Zeiss und Hans Ulrich Schäfer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di025h009k0038909.