Inschriftenkatalog: Landkreis Luwigsburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 25: Lkr. Ludwigsburg (1986)

Nr. 360 Hohenhaslach (Stadt Sachsenheim), ev. Pfarrkirche St. Georg 1576

Beschreibung

Grabdenkmal der Anna von Weitershausen geborene Lemlin. Innen an der Südwand des Langhauses. Aedikula aus Sandstein, gebildet aus einem halbkreisförmigen Giebel, flankiert von zwei Kugeln, und einer hochrechteckigen Platte mit angearbeiteter Konsole und der Figur der Verstorbenen in Relief. Im Giebelfeld Inschrift (A) und zwei Wappen; Inschrift (B) zwischen flachen Stegen läuft als Umschrift auch auf der Konsole weiter; je zwei Wappen in Schulterhöhe und zu Füßen der Figur. Durch grauen Ölfarbanstrich entstellt; Schrift schwarz nachgezogen, wobei die Buchstaben verdorben wurden; Wappen im Feld tingiert.

Maße: H. 237, B. 102, Bu. ca. 3 cm (A) und 3,7 (B) cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 25, Nr. 360 - Sachsenheim-Hohenhaslach - 1576

 © Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

  1. A

    O HER SICH NICH AN DIE / SINDE MEIN .THV AB ALL MEIN VNGERECH/TIGKEIT .VND MACH IN MIR DAS HERTZE REIN /EIN NEIEN GEIST IST MIR BEREIT .VERWIRFF / MICH NICHT V(ON) DEINEM ANGESICHT .DEIN HELIGE(N) GEIST WEND NICHT VON / MIR .DIE FREID DEINES HEILS HER / ZV MIR RICHT .DER WILIGE / GEIST ENTHEIT MICH DIR /1)

  2. B

    AN(N)O . 1576 . DE(N) /// 14. FEBRVARII . /STARB DIE EDEL VND TVGE(N)TSAM FRAW . ANNA .V(ON) WEITERSHAVSEN / DES EDLE(N) [VND V]ESTE(N)VLRICH V(ON) [WEITERS]HAVSE(N) / [FORSTMEIST]ERAM STROMBERG . NACH GELASNE WITWE ZV BRONBERG .DERE(N) GOT GNAD /Wappen mit Beischriften:LEMLEN(Broglin)a)BACH ·[BER]NHAVSE(N)

Wappen:
WeitershausenLemlin

Kommentar

Die Verstorbene war die Gemahlin des Ulrich von Weitershausen (gest. 1560)2 und entstammt dem in Horkheim und Talheim bei Heilbronn begüterten Geschlecht der Lemlin. Ihre Mutter war eine Broglin (Prögel) von Öhringen.3

Das Denkmal gehört zu den frühesten Werken der Werkstatt des Jeremias Schwarz von Leonberg.4

Textkritischer Apparat

  1. Statt des Namens des Wappens jetzt die Renovierungsinschrift „R · 1960 · MHN · EH ·“.

Anmerkungen

  1. Nach Ps. 51, 11–14; wahrscheinlich Liedvers.
  2. Vgl. nr. 314.
  3. Vgl. Stammtafel Weitershausen, ferner die Ahnenprobe am Grabmal der Tochter der Verstorbenen in Kürnbach, Maria Agatha von Sternenfels geb. von Weitershausen (gest. 1602); DI. XX (Karlsruhe) nr. 314.
  4. Vgl. oben Einleitung S. XXXIX. – Von derselben Werkstatt das Grabmal der Tochter (s. Anm. 3), ferner das Grabmal eines nahen Verwandten, Veit von Sternenfels (gest. 1571), in Zaberfeld (Lkr. Heilbronn); hier vgl. nrr. 351, 355.

Nachweise

  1. Klemm, Grabschriften 1874, nr. 11, S. 42.
  2. OABVaihingen 1856, 164.
  3. E. Buhl, Hohenhaslach im Zeitlauf der Geschichte. Hohenhaslach 1970, Abb. bei S. 32.

Zitierhinweis:
DI 25, Lkr. Ludwigsburg, Nr. 360 (Anneliese Seeliger-Zeiss und Hans Ulrich Schäfer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di025h009k0036001.