Inschriftenkatalog: Landkreis Luwigsburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 25: Lkr. Ludwigsburg (1986)

Nr. 344 Egartenhof (Stadt Sachsenheim), Haus Nr. 4/1 1571

Beschreibung

Bauinschrift am ehemaligen Wohnhaus des Vogtes, auf einem Fenstersturz der westlichen Giebelseite, zweites Obergeschoß, 1985 durch Kopie ersetzt, Original im Innern eingelassen.1 Der zwei rechteckige Fensteröffnungen übergreifende Sturz aus gelbem Sandstein vierzeilig beschriftet. Im rechten Drittel vielfach zersplittert, vermutlich durch die Hitze-Einwirkung eines Brandes.

Maße: H. 50, B. 189, Bu. 6,2 cm.

Schriftart(en): Fraktur.

DI 25, Nr. 344 - Sachsenheim-Egartenhof  - 1571

 © Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

  1. Als man zalt · 1 · 5 · 7 · 1 · Jar /hat Johann Rösslin Vogt zv Sachsenaa) Fir war /disen baw angefangen vnd also vollenndt /gott geb vnns allen ein selig end · Amen /

Kommentar

Johann Rösslin war vermutlich ein Sohn des Jakob Rösslin zu Winnenden2; er war 1570–1574 Keller bzw. Untervogt zu Sachsenheim, dann bis zu seinem Tod 1602 Aug. 27 Rentkammer-Rechenbanksrat. Er war in erster Ehe mit Katharina, Tochter des Kaspar Brentzlin zu Brackenheim, verheiratet; seine zweite Gemahlin war Margarethe Kraft, die Witwe des Melchior Nördlinger zu Besigheim.3

Der Egartenhof war der einstige Bauhof der benachbarten Burg Alt-Sachsenheim. Sie war im 16. Jahrhundert bereits zerstört, denn die Ruine lieferte das Baumaterial für das Vogtshaus und die monumentale Scheuer.4

Textkritischer Apparat

  1. Kürzungsstrich über dem n.

Anmerkungen

  1. Freigelegt 1963. – Für Informationen danke ich Herrn Prof. Dr. K. Bachteler, Sachsenheim, und Herrn und Frau W. Paul, Egartenhof, sehr herzlich.
  2. Biographische Daten bei Bernhardt II 576ff. – Vgl. auch nr. 367.
  3. Vgl. nr. 385.
  4. Vgl. W. Kraus, Die Burgruine Altsachsenheim (Äußere Burg), der Egartenhof und der Wartturm. in: HgW 27 (1976) 8; AmtlKreisbeschr. III 449.

Zitierhinweis:
DI 25, Lkr. Ludwigsburg, Nr. 344 (Anneliese Seeliger-Zeiss und Hans Ulrich Schäfer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di025h009k0034409.