Inschriftenkatalog: Landkreis Luwigsburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 25: Lkr. Ludwigsburg (1986)

Nr. 338 Kirchheim a. N., ev. Pfarrkiche St. Mauritius 1569

Beschreibung

Grabdenkmal des Pankraz von Urbach. Innen in der Nordwand des Chores. Grauer Sandstein. Das nahezu vollplastische Denkmal zeigt den Verstorbenen im Harnisch mit geöffnetem Visier und gefalteten Händen vor einer einfachen Platte mit Umschrift an drei Seiten; beiderseits der Schultern ist je ein Wappen ausgehauen. Der Ritter steht auf einem Hund. Seit 1967 ist die Plastik mit einem farblosen (Schutz?)anstrich versehen.

Maße: H. 208, B. 112, Bu. 5 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 25, Nr. 338 - Kirchheim am Neckar - 1569

 © Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

  1. ANNO · DOMINI · 1569 · DEN · 12 · TAG · MAY / STARB · DER · EDEL · VND · VEST · PANGRATZ · V[ON] / AVRBACH · DEM · GOTT · GNAD · AMEN ·

Wappen:
UrbachLierheim

Kommentar

Die Wappen beziehen sich auf den Verstorbenen und seine Ehefrau Kunigunde von Lierheim.1 Der Vater Jakob von Urbach hatte nach dem kinderlosen Tod seiner Ehefrau Anna Nothaft eine freie Verbindung mit Ursula Zyserin geschlossen, die er auf dem Totenbett legalisieren ließ.2 Pankraz ist der Sohn dieser Ehe (geb. 1508); er erhielt 1521 Anteile am Kirchheimer Weinzehnten, kaufte 1550 Schloß Hohenstein (bei Kirchheim a. N.)3 und wurde 1555 Erzbischof Daniel von Mainz ,mit dem Halbteil an einem 16. Halbteil Lehen’ zu Bönnigheim belehnt.4 Er war seit 1538 württembergischer Vasall, 1543–55 Forstmeister zu Reichenberg (Rems-Murr-Kreis) und seit 1562 Obervogt zu Schorndorf (Rems-Murr-Kreis).5 Mit anderen Adligen war er an der Scheibenstiftung für das Rathaus in Großbottwar beteiligt.6 Sein Grabmal ist eine geringfügig abgewandelte Wiederholung des Grabmals für Bastian von Lierheim, seinen Schwiegervater.7

Anmerkungen

  1. Bucelin III. 3. 200; Pfeilsticker 2758; vgl. Stammtafel Urbach.
  2. Rau, Die Herren von Urbach 63, Anm. 15; Bucelin a. a. O.
  3. Rau, a. a. O.; Uhland, Regesten Urbach Nr. 596; ebd. 603.
  4. ebd. 604.
  5. Pfeilsticker 1583; 2728, 2731, 2758.
  6. Vgl. nr. 305.
  7. Vgl. nr. 335.

Nachweise

  1. OABBesigheim (1853) 236.
  2. Wolfangel, Reichsdorf Kirchheim 2 (Abb.).
  3. Klooz, Kirchheimer Chronik I 39.
  4. Ströle, 50 Jahre Konrad Hornschuch 22f. (Abb.).
  5. Ahnentafel Herwarth Taf. IV 150.
  6. Zipperlen, Gotteshaus Kirchheim 193.

Zitierhinweis:
DI 25, Lkr. Ludwigsburg, Nr. 338 (Anneliese Seeliger-Zeiss und Hans Ulrich Schäfer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di025h009k0033804.