Inschriftenkatalog: Landkreis Luwigsburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 25: Lkr. Ludwigsburg (1986)

Nr. 335 Bönnigheim, ev. Stadtkirche St. Cyriakus 1568

Beschreibung

Grabdenkmal des Bastian von Lierheim. Im Kircheninnern an der nordöstlichen Wand des Chorpolygons. Hochrechteckige Platte aus gelbem Sandstein mit Umschrift an drei Seiten, unten vorspringende Sockelplatte mit Standfigur eines Ritters, hinter ihm kauernder Hund.

Maße: H. 206, B. 101, Bu. 5,3 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 25, Nr. 335 - Bönnigheim - 1568

 © Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

  1. AN(N)O · D(OMI)NI · 1568 · DEN · 12 · TAG NO/VEMBRIS · STARB · DER · EDEL · VND · VEST · BASTIAN / VON · LIERH AIMa) · DEM · GOTT · GENAD : AMEN :·/

Kommentar

Der Verstorbene ist identisch mit Sebastian von Lier, Inhaber des Amtes eines württembergischen Oberjägermeisters 1551–1555.1 Die Verwechslung des Namens Lierheim mit Lier kann durch die Verbindung der Lierheim mit den Lyher zustandegekommen sein, denn Theodora Volland, die Tochter der Elisabeth Lyher (gest. nach 1490) und des Heinrich Volland (gest. 1482)2, heiratete Wilhelm von Lier(heim), vermutlich Vater des hier Verstorbenen. Wie Wilhelm 1506–1509 war auch Bastian 1536–1550 württembergischer Vasall, ferner war er um 1522 Burgvogt auf Schloß Hohentwiel und 1546 im Besitz des Schlosses Münchberg bei Herrenberg3; nach 1553 wurde er Ganerbe zu Bönnigheim.4 Er stiftete zusammen mit seinem Bruder (?) Jörg von Lierheim Wappenscheiben in das Großbottwarer Rathaus.5

Das Denkmal hat eine schwächere Wiederholung in dem Grabmal für Pangraz von Urbach (gest. 1569) in Kirchheim a. N., der mit Kunigunde von Lierheim, der Tochter des Bastian, verheiratet war.6 Die Schrift ist so ungeschickt ausgeführt, daß ein des Schreibens und Lesens unkundiger Steinmetz angenommen werden kann.

Textkritischer Apparat

  1. Unmotivierte Lücke innerhalb des Namens.

Anmerkungen

  1. Pfeilsticker 651.
  2. Vgl. nrr. 123, 150.
  3. Pfeilsticker 1549, 2453; Alberti I 479.
  4. E. Zipperlen, in: LudwigsburgerGbll 15 (1963) 148; OABBesigheim 1853, 156.
  5. Vgl. nr. 305. Dazu M. Otto, in: LudwigsburgerGbll 35 (1983) 81f.
  6. Vgl. nr. 338.

Nachweise

  1. Crusius, Annales Suevici III 733 (hier Standort Calw).
  2. OABBesigheim 1853, 140 (hier als Bastian von Kirchheim bezeichnet).
  3. M. Otto, in: LudwigsburgerGbll 35 (1983) 81.

Zitierhinweis:
DI 25, Lkr. Ludwigsburg, Nr. 335 (Anneliese Seeliger-Zeiss und Hans Ulrich Schäfer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di025h009k0033500.