Inschriftenkatalog: Landkreis Luwigsburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 25: Lkr. Ludwigsburg (1986)

Nr. 314 Hohenhaslach (Stadt Sachsenheim), ev. Pfarrkirche St. Georg 1560

Beschreibung

Grabplatte des Ulrich von Weitershausen, genannt Ulrich Reichwein. Außen an der Südseite des Chorturms. Gelber Sandstein mit roten Einschlüssen. Umschrift (beginnt links unterhalb der Mitte) zwischen zwei flachen Leisten; Fußleiste abgeschlagen, rechts oben und unten Ecken ausgebrochen; die Schlußformel der Inschrift ist unten im Feld weitergeführt. Mittelfeld mit sechs Wappen belegt. Erhaltung schlecht (Buchstabenverlust).

Maße: H. 172 (Teilmaß), B. 89, Bu. 6,5 cm.

Schriftart(en): Gotische Minuskel.

DI 25, Nr. 314 - Sachsenheim-Hohenhaslach - 1560

 © Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

  1. [A]nno do(mi)ni 1560 Ist mit tod abgange(n) / der edel vnd ernve[st / Vl]rich von weitterhause(n) genant Rei[ch]wein [. . . . . . . . . . / . . . . . . . . . . . . . . ./] / dem gott gnedig [. . . .] /

Wappen:
WeitershausenLemlin
(Utzlingen)Bach
(unkenntlich)(Bernhausen?)

Kommentar

Ulrich stand – wie schon sein Vater Richwin (oder Reichwein) – 1537–1543 in württembergischen Diensten; 1543–1552 war er Forstmeister und Keller in Neuenstadt am Kocher und 1552–1560 Forstmeister und Keller am Stromberg.1 Der Stammort seines Geschlechts ist Weitershausen (Kreis Marburg/Lahn). Über Ulrichs Mutter Agathe, Tochter des Hans von Utzlingen (gest. 1511)2, gelangte die Familie in den Besitz der Burg Bromberg bei Hohenhaslach, bis 1650 Sitz der Weitershausen.3 Das Grabmal von Ulrichs Gemahlin Anna geborene Lemlin (gest. 1576) ist ebenfalls erhalten4; auf sie beziehen sich die Wappen auf der rechten Seite des Grabsteins. Dabei fällt auf, daß ihr Mutterswappen Broglin (Prögel von Öhringen) hier durch Bach ersetzt ist.5

Die Schrift ist eine typische Spätform der Minuskel mit eckiger Ausformung der Buchstaben und großem, mandelförmigem o.

Anmerkungen

  1. Pfeilsticker 1589, 2669, 2802.
  2. Vgl. nr. 206.
  3. Der Besitz war seit 1464 in zwei Hälften geteilt. 1650 verkauften die Weitershausen die „obere Hälfte“ mit der Burg an Ursula von Schemberg geb. Zollikofer (gest. 1651). Ihr Grabstein ist ebenfalls in Hohenhaslach erhalten. – Zur Besitzgeschichte vgl. OABBrackenheim 1873, 376ff.
  4. Vgl. nr. 360.
  5. Vgl. Stammtafel Weitershausen; zur Ahnenprobe vgl. das Grabmal der Tochter Maria Agatha in Kürnbach – DI. XX (Karlsruhe) nr. 314.

Nachweise

  1. E. Buhl, Hohenhaslach im Zeitlauf der Geschichte. Hohenhaslach 1970, Abb. bei S. 32.

Zitierhinweis:
DI 25, Lkr. Ludwigsburg, Nr. 314 (Anneliese Seeliger-Zeiss und Hans Ulrich Schäfer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di025h009k0031408.