Inschriftenkatalog: Landkreis Luwigsburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 25: Lkr. Ludwigsburg (1986)

Nr. 293 Großingersheim (Gem. Ingersheim), ev. Pfarrkirche St. Martin 1552/ 1621

Beschreibung

Bauinschriften im Bereich des Kirchenbaues.

I. Außen an der Westseite des Turms an einem Sandsteingesims über der Spitzbogentür Inschrift (A) in einer Zeile, in der Hohlkehle darunter die Jahreszahl. Im Scheitelstein der Pforte zweizeilige Inschrift (B) und Stz. nr. 27. Das Gesims ist in der Mitte und rechts ausgebrochen, der Bruch in der Mitte geflickt (Buchstabenverlust).

Maße: H. 17, B. 68, Bu. 4,5–5,5 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

DI 25, Nr. 293 - Ingersheim-Großingersheim - 1552

 © Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/2]

  1. A

    MINIMA [. . . . . .]a) IN AEDE [. .]b) / 1 5 5 2c)

  2. B

    DA: LE: / IA: KI:

Eine Übersetzung der fragmentarischen Inschrift A ist ebensowenig zu geben wie eine Auflösung der vier Buchstabengruppen in B.

II. Innen in der Südsakristei Sandsteinkonsole mit Spruchband am südöstlichen Gewölbegurt. Auf dem Gewölbeschlußstein Stz. nr. 55, auf der nördlichen Gurtkonsole Stz. nr. 56.

Maße: H. 20, B. 29, Bu. 4,5 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

  1. ANO DOMI/NI 1 6 1 4

III. Außen auf dem Nordwestportal einzeilige Inschrift an den drei Außenseiten des Türsturzes, Fortsetzung kleiner im Feld des Sturzes. Ein Stz. nr. 61 ist im Familiennamen des Pfarrers inseriert.

Maße: H. 27, B. 153, Bu. 3–4 cm.

Schriftart(en): Kapitalis.

  1. ANNO 16/21 · M(AGISTER) · IOHAN · GOT · FRID · THVOM · PFARHER · CASPAR MAVRAR / SCHVOL · M(EISTER) // HANS · VMPFER LEIN · HART · BIS · SER

Kommentar

Turmuntergeschoß und Südwand des Schiffs der Kirche sind noch romanisch, während sich Chor und das nach Norden erweiterte Schiff ins 15. Jahrhundert datieren lassen.1 Inschrift A bezeugt vermutlich einen Umbau, während die Bauzahlen des 17. Jahrhunderts Umbauten dokumentieren, bei denen der württembergische Baumeister Heinrich Schickhardt beteiligt war.2 Johann Gottfried Thumm wurde 1572 in Dürrmenz (Stadt Mühlacker, Enzkreis) als Sohn des dortigen Pfarrers geboren; 1609 trat er die Nachfolge des Vaters an, der seit 1605 in Ingersheim amtierte; er starb 1623.3 Hans Umpfer und Leinhart Bisser waren vermutlich die Heiligenpfleger. Analog dazu könnten auch die Initialen an der Turmpforte (B) den damaligen Amtsträgern bzw. Heiligenpflegern zuzuordnen sein.

Textkritischer Apparat

  1. Fehlstelle von ca. 4 Buchstabe, geflickt.
  2. Fehlstelle von ca. 2 Buchstaben, Reste noch erkennbar.
  3. letzte Ziffer unsicher.

Anmerkungen

  1. Otto, Kirchen Ingersheim 25. – Anders Paulus, Neckarkeis 76. Außen am ersten nördlichen Chorstrebepfeiler Stz. nr. 1, das dem Baumeister Heinzelmann (?) zugewiesen wird, der 1455 in Tamm nachgewiesen ist (vgl. nr. 50). Zum Schiff vgl. Otto a. a. O. 25f.
  2. Jahreszahl 1600 außen unter dem nördlichen Emporenaufgang. 1607 außen im Sturz der nördlichen Emporentür, 1608 mit Monogramm MN in einem Balken der Dachkonstruktion. – Otto a. a. O. 26.
  3. Sigel 414, 8: 143, 6.

Nachweise

  1. Otto, Kirchen Ingersheim 29.

Zitierhinweis:
DI 25, Lkr. Ludwigsburg, Nr. 293 (Anneliese Seeliger-Zeiss und Hans Ulrich Schäfer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di025h009k0029301.