Inschriftenkatalog: Landkreis Luwigsburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 25: Lkr. Ludwigsburg (1986)

Nr. 280 Unterriexingen (Stadt Markgröningen), Frauenkirche 1547

Beschreibung

Grabplatte der Elisabeth von Nippenburg, geborene von Schellenberg. Innen an der Südwand des Langhauses, dritter Stein von rechts. Fast rechteckige (ganz leicht trapezförmige) Sandsteinplatte mit umlaufender Randinschrift zwischen eingeritzten Linien. Im Mittelfeld das Flachrelief einer stehenden Frau, die Hände im Gebetsgestus zusammengelegt. Das Gewand unten mit zwei Wappenschilden belegt. Der Stein lag bis 1874 im Fußboden des Chores. Im Jahr 1891 wurde er restauriert, dabei wurde die Schrift nachgearbeitet und schwarz ausgemalt.1

Maße: H. 201, B. 86–89, Bu. 6 cm.

Schriftart(en): Gotische Minuskel.

DI 25, Nr. 280 - Markgröningen-Unterriexingen - 1547

 © Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

  1. Anno d(omi)ni · 1547 · uff · mitt/woch · nach · ivdica · starb die · edel · vnd · tvgensama) ·/ fraw · elisabet · Von ·/ nyppe(n)bvrg · geborne · Von · schellenberg · der · gott · genad ·

Datum: 30. März.2

Wappen:
NippenburgSchellenberg

Kommentar

Die Verstorbene war eine Tochter des Heinrich von Schellenberg zu Kißlegg (Lkr. Ravensburg)3 und der Ursula Besserer von Schnürpflingen.4 Am 23. Dezember 1499 wird sie von ihrem Ehemann Sebastian von Nippenburg mit einem Teil ihrer Heimsteuer auf seine Lehen zu Unterriexingen verwiesen.5 Der Stein könnte aus der unbekannten Werkstatt stammen, die um diese Zeit zahlreiche Denkmale für Unterriexingen arbeitete.6 Letzte Sicherheit ist wegen der Überarbeitung im 19. Jahrhundert nicht zu gewinnen.

Textkritischer Apparat

  1. S in Kapitalis.

Anmerkungen

  1. OABVaihingen 1856, 240; Leutrum, Frauenkirche 25f.
  2. Rau, Nippenburg, in: LudwigsburgerGbll 23 (1971) 21; der Todestag ist hier mit dem 23. März angegeben; das ist jedoch der Mittwoch vor Judica.
  3. Namengebender Ort Schellenberg im Fürstentum Liechtenstein.
  4. Die Besserer waren Angehörige des Patriziats in der Reichsstadt Ulm.
  5. Th. Schön, Regesten, in: Leutrum, Frauenkirche a. a. O. 148 Nr. 416; Rau a. a. O. 20; vgl. ferner nr. 270 und Stammtafel Nippenburg.
  6. Vgl. nrr. 253, 272, 273, 277 etc., ferner Einleitung S. XXXVIII.

Nachweise

  1. Leutrum (wie Anm. 1) 30.
  2. Hopff, Stuttgart HStA 155 Bü. 64 (1701).

Zitierhinweis:
DI 25, Lkr. Ludwigsburg, Nr. 280 (Anneliese Seeliger-Zeiss und Hans Ulrich Schäfer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di025h009k0028009.