Inschriftenkatalog: Landkreis Luwigsburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 25: Lkr. Ludwigsburg (1986)

Nr. 253 Unterriexingen (Stadt Markgröningen), Frauenkirche 1531

Beschreibung

Grabplatte der Veronika von Nippenburg geborene von Kronberg. In der Nordwestecke des Chorfußbodens, dritter Stein von links. Rechteckige Sandsteinplatte mit Randleiste, auf der die Inschrift umläuft. Im Mittelfeld Flachrelief einer betenden Frau mit Rosenkranz, in den vier Ecken je ein Wappenschild. Der Stein ist stark beschädigt; die Fußleiste ist abgeschlagen, im Bereich der Kopfleiste und der linken oberen Ecke ist die Oberfläche ausgebrochen, Schrift und Wappen sind nicht mehr zu erkennen. Weitere Ausbrüche am linken Rand und in der linken unteren Ecke. Die Wappen abgetreten. Der Stein lag vor 1874 an einer anderen Stelle des Fußbodens.1

Textergänzungen nach Leutrum und Schön.2

Maße: H. 173, B. 94, Bu. 5 cm.

Schriftart(en): Gotische Minuskel.

DI 25, Nr. 253 - Markgröningen-Unterriexingen - 1531

 © Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

  1. [Anno domini 1531 uff] / Mitwoche(n)a) nach · Mitfaste(n)a) starb die Edelb) vnd t[ugendsam / frauw Veronica von nippen] / berg · geborne von [cro]ne(n)berg [deren seel ruhe in friden amen]c)

Datum: 22. März

Wappen:
(Kronberg)Bach
(Reiffenberg)(Urbach)

Kommentar

Das erhalten gebliebene Wappen der Herren von Bach erweist den Stein als Denkmal für Veronika von Kronberg3, die seit spätestens Mai 1529 mit Hans von Nippenburg4 verheiratet war und im März 1531 starb. Sie war eine Tochter des Philipp von Kronberg und der Katharina von Bach5, ihre Großeltern waren väterlicherseits Johann von Kronberg und Katharina von Reiffenberg, mütterlicherseits Bernhard von Bach und Elisabeth von Urbach (Aurbach).6 Der Stein stammt aus einer namentlich nicht bekannten Werkstatt, die mehrfach für den in der Frauenkirche bestatteten Zweig der Familie von Nippenburg tätig war.7

Textkritischer Apparat

  1. M in Unzial-Form.
  2. Zweibauchiges E.
  3. Die Fürbitteformel nur bei Schön, Regesten Nippenburg, in: Leutrum, Frauenkirche 158 Nr. 520.

Anmerkungen

  1. Leutrum, Frauenkirche 48.
  2. Leutrum (wie Anm. 1) zitiert nur die jetzt noch lesbaren Textstellen; er hat demnach den vollständigen Text selbst nicht mehr gesehen. Auf S. 53 gibt er eine Lesung wieder, die wohl auf Schön beruht (wie Anm. c), der seinerseits auf Gabelkover verweist. Schön nennt als Todestag den 9. März.
  3. Namengebender Ort Kronberg/Taunus.
  4. Zu Hans von Nippenburg (gest. 1544) vgl. nrr. 272, 273 und Stammtafel Nippenburg.
  5. Vgl. L. v. Ompteda, Die von Kronberg und ihr Herrensitz, Frankfurt 1899. – Das gemeinsame Epitaph der Eheleute befindet sich in der Stadtkirche zu Kronberg: Ompteda S. 200. – Ein Denkmal für Katharina von Bach steht in der Katharinenkirche zu Oppenheim, vgl. DI. XXIII (Stadt Oppenheim) nr. 145.
  6. Ompteda (a. a. O.) 268 und Stammtafel; danach war Veronica in erster Ehe mit Bernhard Landschad von Steinach, in zweiter Ehe mit einem Philipp von Nippenburg verheiratet.
  7. Zu dieser Werkstatt s. Einleitung S. XXXVIII und nrr. 270, 272, 273 etc.

Nachweise

  1. Leutrum, Frauenkirche 48, 53.
  2. Schön, Regesten Nippenburg (wie Anm. c) 158 Nr. 520.

Zitierhinweis:
DI 25, Lkr. Ludwigsburg, Nr. 253 (Anneliese Seeliger-Zeiss und Hans Ulrich Schäfer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di025h009k0025302.