Inschriftenkatalog: Landkreis Luwigsburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 25: Lkr. Ludwigsburg (1986)

Nr. 220 Oberstenfeld, ehem. Stiftskirche St. Johannes d. T. 1515

Beschreibung

Grabplatte der Äbtissin Margarete Münch von Rosenberg. An der Südwand der Turmkrypta, zweiter Stein von links. Rechteckige Sandsteinplatte mit umlaufender Randinschrift zwischen eingehauenen Linien (A). Im Mittelfeld oben ein Wappenschild, unten eine große Initiale (B). Der Stein stand bis zur Kirchenrenovierung 1888/91 im Mittelschiff.1 Er war schon im vergangenen Jahrhundert stark verwittert und nur noch teilweise lesbar.

Ergänzt nach Sigel.

Maße: H. 184, B. 94, Bu. 6,6 cm.

Schriftart(en): Gotische Minuskel, Versalien in Kapitalis.

DI 25, Nr. 220 - Oberstenfeld - 1515

 © Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

  1. A

    Anno · Domini · M · D ·/ XV · [. . . . .] tag · g[ra. . . . .] [. . . . . . . . . . . . .] gestorbe(n) · frav · Margret · / mvnchin · von · [ros]enberg · [e]p[tis]sen · Der · got · gn(ad) ·

  2. B

    M(argret)

Wappen:
Münch von Rosenberg

Kommentar

Die Familie Münch (Mönch) von Rosenberg war Ortsadel von Rosenberg (Neckar-Odenwald-Kreis).2 Margret wird seit 1511 als Äbtissin genannt.3 Ihr Jahrtag wurde in der Woche nach dem Sonntag Oculi gefeiert.4 Die Schrift zeigt Übergänge zur Fraktur. Das großformatige M diente offensichtlich zur leichteren Identifizierung des Steins.

Anmerkungen

  1. v. Stetten, Oberstenfeld I 31.
  2. Alberti I 527f. Das von Alberti erwähnte Grabmal einer Irmel Münch von Rosenberg (gest. 1459), angeblich Äbtissin zu Oberstenfeld, ist nicht nachweisbar. Der Oberstenfelder Nekrolog kennt allerdings eine Chorfrau dieses Namens (Mehring, in: WürttVjh. 6 (1897) 267, 292).
  3. Mehring a. a. O. 257; Pfeilsticker 3488; vgl. nr. 221.
  4. Mehring a. a. O. 292f.

Nachweise

  1. v. Stetten, Oberstenfeld I 31.
  2. Sigel, in: StuttgartWürttLB. Cod. hist. F 955, Anh. Fasc. 4.

Zitierhinweis:
DI 25, Lkr. Ludwigsburg, Nr. 220 (Anneliese Seeliger-Zeiss und Hans Ulrich Schäfer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di025h009k0022007.