Inschriftenkatalog: Landkreis Luwigsburg

Katalogartikel in chronologischer Reihenfolge.

DI 25: Lkr. Ludwigsburg (1986)

Nr. 209 Unterriexingen (Stadt Markgröningen), Frauenkirche 1512

Beschreibung

Grabdenkmal der Anna Schenk von Winterstetten, geborene von Berg. Innen an der Südwand des Langhauses, erster Stein von links. Hochrechteckige Sandsteinplatte, deren Ränder dreiseitig mit einer Inschriftleiste belegt sind, die als illusionistisches Schriftband geformt ist. Auf jeder der Leisten liegen drei Wappenschilde, jeweils das mittlere als Vollwappen; zwei weitere Wappenschilde (leer) am Fuß des Denkmals als Begrenzung eines Sockels mit profiliertem Gesims. Auf ihm die Gestalt der Verstorbenen in Hochrelief, in den im Gebetsgestus zusammengelegten Händen den Rosenkranz, bekrönt von dreiteiligem, spätgotischem Baldachin. Das Denkmal war offenbar schon 1836 stark verwittert1, es wurde 1891 restauriert, die Inschrift schwarz ausgemalt.2

Die teils abgeschlagene, teils verwitterte Schriftzeile auf dem Sockel ergänzt nach Halbey bzw. Gabelkover.

Maße: H. 265, B. 115, Bu. 6 cm.

Schriftart(en): Gotische Minuskel.

DI 25, Nr. 209 - Markgröningen-Unterriexingen - 1512

 © Heidelberger Akademie der Wissenschaften [1/1]

  1. An(no)a) · dom(ini) · 1 · 5 · 1 · 2 · iar · vff · den · iiij tag / [maij starb die edel vnd erbar fraw Schenkhin von Wüntterstet]ten / geboren · vo(n) · berg · der · got · gnad

Wappen:
NippenburgSchenk von Winterstetten (alte Form);
BergLaubenberg
RandeckSürg von Sürgenstein

Kommentar

Anna war eine Tochter des Berthold von Berg3 und der Anna von Laubenberg; die Eckwappen der Seitenleisten gehören den Großeltern Conrad von Berg und Agnes von Randeck, Johann von Laubenberg und Isolde Sürg von Sürgenstein. In erster Ehe war Anna von Berg mit Hans von Nippenburg (gest. spätestens 1479)4, in zweiter Ehe mit Sebastian Schenk von Winterstetten verheiratet5; diese beiden Eheverbindungen sind durch die Mittelwappen der Seitenleisten dokumentiert.

Textkritischer Apparat

  1. Befund nicht eindeutig; möglicherweise auch An(n)°.

Anmerkungen

  1. Troll-Reyscher, in: WürttJb. 1836, 171.
  2. Leutrum, Frauenkirche 25f.
  3. Ursprünglich Ministerialen der Grafen von Berg (namengebender Ort bei Ehingen, Alb-Donau-Kreis), später in Öpfingen (Alb-Donau-Kreis) ansässig: Alberti I 47.
  4. Vgl. nr. 119.
  5. R. Rau, in: Nippenburg 7ff. – Vgl. Stammtafel Nippenburg.

Nachweise

  1. Troll-Reyscher (wie Anm. 1) 171.
  2. OABVaihingen 1856, 240.
  3. Leutrum, Frauenkirche 21 (Abb.), 33.
  4. Paulus, Neckarkeis 487 (Abb.).
  5. Halbey 1954, 27ff. und Kat. nr. 8.

Zitierhinweis:
DI 25, Lkr. Ludwigsburg, Nr. 209 (Anneliese Seeliger-Zeiss und Hans Ulrich Schäfer), in: www.inschriften.net, urn:nbn:de:0238-di025h009k0020907.